Gestern war ich bei einem Outdoor-Capoeiratraining mit anschließender ewig langer Roda. Das Training war super, die Roda schlapp, aber es war auf jeden Fall super!
Leider regnet es immer mal wieder so dass es heute kein wirklicher Strandtag wird. Ich werde mich im Laufe des Tages mit einigen Couchsurfern treffen und abends auf ein Konzert gehen. :)
Leider ist Salvador recht gefährlich so dass wohl keine weiteren Fotos mehr kommen werden, vor allem von der netten Strandpromenade mit Leuchtturm. :(
Damit man zumindest einen Eindruck bekommt hier mal ein Verweis auf ein Foto aus dem Internet: Da gleich ims Eck wohne ich! ;)
To the rights holder: I explicitely state that I don't claim any rights on this picture. I liked it and couldn't find any publishing restrictions so I posted it. If you do not wish so I will remove it immediately.
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Dienstag, 16. August 2011
Montag, 15. August 2011
Salvador de Bahia, Tag 308, noch 2 (einhalb) Tage
Salvador ist eine recht große Stadt mit einer wunderbaren Altstadt; der Rest der Stadt ist eher hässlich.
Nach ein bisschen Sightseeing gestern werd ich die restlichen Tage (Montag, Dienstag und Mittwoch Vormittag) am Strand verbringen; heute Abend werd ich eine Capoeira Roda besuchen. Mittwoch werde ich noch mal shoppen gehen und mein verbliebenes Geld auf den Kopf hauen! ;)
Hier ein paar Fotos von besagtem schönen Teil:
Nach ein bisschen Sightseeing gestern werd ich die restlichen Tage (Montag, Dienstag und Mittwoch Vormittag) am Strand verbringen; heute Abend werd ich eine Capoeira Roda besuchen. Mittwoch werde ich noch mal shoppen gehen und mein verbliebenes Geld auf den Kopf hauen! ;)
Hier ein paar Fotos von besagtem schönen Teil:
Sonntag, 14. August 2011
Salvador de Bahia, Tag 307, noch 3 Tage
Den letzten Tag in Rio war perfektes Wetter, ideal um die touristischen Highlights der Stadt zu besuchen - den Pao de Azucar und die berühmte Christusstatue.
Die Aussicht von beiden war einfach gigantisch, zumal ich vom Zuckerhügel den Sonnenuntergang über Rio bewundern konnte.
Heute, Samstag ging dann schon mein vorletzter Flug zu meiner letzten Etappe auf der Reise.
Schon komisch...
Die ganze Zeit im Flieger war ein wenig bedrückt, dass der Flug nicht schon direkt heim ging, ich wollte absolut nicht nach Salvador und dort noch ein paar Tage verbringen.
Im Hostel angekommen und schließlich mit vollem Magen war ich dann aber wieder versöhnt. Ich freue mich auf die letzten 3,5 Tage Salvador, Strand, Sonne und Capoeira!
Hier noch ein paar Fotos aus Rio:
Die Aussicht von beiden war einfach gigantisch, zumal ich vom Zuckerhügel den Sonnenuntergang über Rio bewundern konnte.
Heute, Samstag ging dann schon mein vorletzter Flug zu meiner letzten Etappe auf der Reise.
Schon komisch...
Die ganze Zeit im Flieger war ein wenig bedrückt, dass der Flug nicht schon direkt heim ging, ich wollte absolut nicht nach Salvador und dort noch ein paar Tage verbringen.
Im Hostel angekommen und schließlich mit vollem Magen war ich dann aber wieder versöhnt. Ich freue mich auf die letzten 3,5 Tage Salvador, Strand, Sonne und Capoeira!
Hier noch ein paar Fotos aus Rio:
Sonntag, 7. August 2011
Puerto Iguazu, Tag 300! - noch 10 Tage
Zurück in Buenos Aires hatte ich noch mal einen richtig guten Abschluss meiner Zeit dort.
Leider schliefen wir deswegen am nächsten Morgen viel zu lang und das Frühstück wurde nicht so entspannt wie es hätte sein sollen. Ziemlich hektisch verabschiedete ich mich von Maxi und joggte zum Busterminal. Der Bus hatte natürlich eine gute halbe Stunde Verspätung.
An Bord dann war ich sehr angetan von den argentinischen Bussen, von denen mir schon viel erzählt worden war. Die Sessel waren sicher die bequemsten bisher, es gab drei üppige Mahlzeiten und Getränke - inklusive argentinischen Wein und ein Schlummertrunk vor dem Schlafengehen.
So ausgeruht wie noch nie nach einer Nachtfahrt kam ich in Puerto Iguazu an.
Nachdem ich mein Gepäck bei einem Hostel abgegeben hatte ging es auch schon zu den Wasserfällen.
Es war uuunglaublich voll und erst recht spät fiel mir auf, dass ich an einem Samstag zu Besuch war - blöd.
Nichtsdestotrotz waren die Wasserfälle sehr beeindruckend und die Umgebung wirklich schön.
Da die Eintritte wirklich sehr teuer sind werde ich mir die brasilianische Seite der Wasserfälle nicht mehr ansehen sondern nach meiner Einreise direkt einen Bus weiter nach Porto Alegre nehmen, wenn möglich einen Nachtbus so dass ich morgen früh in Port Alegre ankommen sollte.
Brasilien, ich komme!
Ich bin schon sehr gespannt wie die Kommunikation Spanisch-Portugiesisch wird!
Leider schliefen wir deswegen am nächsten Morgen viel zu lang und das Frühstück wurde nicht so entspannt wie es hätte sein sollen. Ziemlich hektisch verabschiedete ich mich von Maxi und joggte zum Busterminal. Der Bus hatte natürlich eine gute halbe Stunde Verspätung.
An Bord dann war ich sehr angetan von den argentinischen Bussen, von denen mir schon viel erzählt worden war. Die Sessel waren sicher die bequemsten bisher, es gab drei üppige Mahlzeiten und Getränke - inklusive argentinischen Wein und ein Schlummertrunk vor dem Schlafengehen.
So ausgeruht wie noch nie nach einer Nachtfahrt kam ich in Puerto Iguazu an.
Nachdem ich mein Gepäck bei einem Hostel abgegeben hatte ging es auch schon zu den Wasserfällen.
Es war uuunglaublich voll und erst recht spät fiel mir auf, dass ich an einem Samstag zu Besuch war - blöd.
Nichtsdestotrotz waren die Wasserfälle sehr beeindruckend und die Umgebung wirklich schön.
Da die Eintritte wirklich sehr teuer sind werde ich mir die brasilianische Seite der Wasserfälle nicht mehr ansehen sondern nach meiner Einreise direkt einen Bus weiter nach Porto Alegre nehmen, wenn möglich einen Nachtbus so dass ich morgen früh in Port Alegre ankommen sollte.
Brasilien, ich komme!
Ich bin schon sehr gespannt wie die Kommunikation Spanisch-Portugiesisch wird!
Donnerstag, 4. August 2011
Mittwoch, 3. August 2011
Buenos Aires - d296, noch 14! Tage
Gestern waren wir endlich in einer richtigen Parilla, einem Steakhaus. Das Fleisch war erwartungsgemäß ziemlich gut!
In wenigen Stunden geht es mit der Fähre nach Colonia de Sacramento in Uruguay. Dort werde ich anderthalb Tage verbringen, Donnerstag Abend wieder kommen und am Freitag Mittag weiter nach Puerto Iguazu fahren.
Hier noch ein paar Eindrücke aus Buenos Aires:
In wenigen Stunden geht es mit der Fähre nach Colonia de Sacramento in Uruguay. Dort werde ich anderthalb Tage verbringen, Donnerstag Abend wieder kommen und am Freitag Mittag weiter nach Puerto Iguazu fahren.
Hier noch ein paar Eindrücke aus Buenos Aires:
Downtown
kunstvolle Matebecher auf dem Straßenmarkt San Telmo
El caminito
alte U-Bahn - die Türen schlossen schon nicht mehr richtig!
Samstag, 30. Juli 2011
Buenos Aires - d292, noch 18 Tage
Buenos Aires ist einfach eine wahnsinns Stadt. Imposante Prachtbauten wie in Madrid und Hafenstadtflair wie in Hamburg. Es gefällt mir echt gut hier. Zum ersten Mal seit Mexiko Stadt im Dezember bin ich wieder in einer richtigen Weltstadt. Ich habe heute nur einen winzigen Teil gesehen und bin froh, dass ich hier einige Tage bleibe, die Stadt hat wirklich viel zu bieten. Das einzige was mich immer wieder schockt sind die Preise hier - alles ist um ein vielfaches teurer als in anderen lateinamerikanischen Ländern. Nach Bolivien fällt der Kontrast natürlich besonders stark aus. In Bolivien habe ich für 0,8-1,2€ Mittag gegessen und das inkludierte stets Suppe und Hauptspeise, manchmal sogar Nachspeise und/oder Getränk. Heute habe ich für 3,30€ einen Burger mit Pommes und Pepsi gegessen, das billigste was ich finden konnte. Ich hätte etwas anderes präferiert aber das hätte mindestens 4,50€ gekostet. Zwar auch leistbar, aber im Vergleich...
Plaza de la republica, umgeben von einer 20-spurigen Straße
Puerto madero
auf einer Milonga, einem Tangoabend
Samstag, 9. Juli 2011
La Paz - dünne Luft, viele Menschen und ausgezeichnete Küche
Peru bis Bolivien - eisig
Die vergangenen Tage vergingen mal wieder rasend schnell.
Nachdem es nach der Rückkehr aus Machu Picchu in Cusco wieder regente beschlossen wir direkt weiter an den Titicacasee zu fahren.
Die Fahrt dorthin war die Hölle - wobei, eigentlich das genaue Gegenteil, es war nämlich kalt. Erbärmlich kalt.
Nachts in Peru im Winter, auf 3000m, kann es ohnehin recht frisch werden. Zusätzlich schaltete der Busfahrer auf der Fahrt auch noch die Klimaanlage ein was dazu führte, dass sich eine Eisschicht an den Scheiben bildete.
Die Passage über die Grenze war wieder sehr problemlos - lange Grenzkontrollen hatte ich schon lange nicht mehr.
Titicacasee und Isla del Sol - mysthisch
Gegen 9:00 vormittags kamen wir schließlich in Copacabana auf der bolivianischen Seite des Sees an.
Am folgenden Tag setzen wir auf die Isla del Sol über.
Von ihr stammten dereinst die ersten Inca; in der Inca-Mythologie ist sie der Ursprung der Menschheit.
Wir verbrachten dort einen wunderbar entspannten Tag. Auf der Isla gibt es keine Fahrzeuge. Alles was man hört ist das Rauschen einer leichten Brandung, Möwen, Esel und Schafe.
Nach einem atemberaubenden Sonnernuntergang und einem wunderbaren -aufgang ging es tags darauf wieder nach Copacabana und mit dem ersten Bus weiter gen La Paz (die Überfahrt von der Isla nach Copacabana wurde nur unwesentlich verzögert: Der Kapitän, ein höchstens zwanzigjähriges Bürschchen hatte vergessen seinen Benzinkanister aufzufüllen so dass mitten auf dem See der Motor ausfiel und wir vor uns hin dümpelten bis uns eine andere Lancha freundlicherweise ein wenig Treibstoff zur Verfügung stellte).
Nach La Paz - lebensgefährlich
Die Fahrt nach La Paz war ebenfalls ziemlich abenteuerlich:
Es führt nämlich keine Straße direkt von Copacabana nach La Paz. Die Straße führt durch den See. Das ist kein Unfall oder Folge eines Unwetters - die Straße endet einfach irgendwann direkt am See.
Von dort gibt es Fähren auf die andere Seite, wo die Straße weiter nach La Paz führt.
Alle Fahrzeuge, inkl, Busse und Passagiere müssen also diese Fähren nutzen, wobei Fähre natürlich ein Euphemismus ist: korrekter wäre FLOSS.
Als wir also am Copacabana-seitigen Blind-Ende der Straße ankamen war es schon recht spät, mit kurz vor sechs Uhr hatte es schon zu dämmern angefangen. Vor uns ein langer Stau. Eine Passage sei momentan nicht möglich, zu starker Wind, die Wellen, zu gefährlich. Letztes Jahr seien bei ähnlichen Bedingungen zwei Bus-Floße gekentert. Blendend. Bis wann den Fähren verkehren würden? Bis neun. Trotz Dunkelheit? Natürlich.
Wir warteten also ungeduldig mit sieben Busladungen voll Bolivianer und beobachteten den unruhigen Titicacasee. Auf Nachfrage wurden wir immer weiter vertröstet, das würde schon besser werden, "nur Geduld" - das scheint ein Schlüsselwort in Bolivien zu sein.
Als sich kurz nach acht immer noch nichts Tat beschlossen wir eine Lancha, ein Passagierboot zu nehmen. Von unserem Vorbild inspiriert schienen plötzlich alle an den Lanchasteg zu strömen und auf die einzige verbliebene Lancha zu wollen die sich noch traute den aufgepeitschten See zu überqueren.
Zusammengedrängt mit ca. 15 anderen setzen wir schließlich über. So wild war es aber dann gar nicht. Die Passage war ohnehin recht kurz und der Wellengang war im Grunde nicht bedrohlich - da war die Situation auf dem Lago Atitlán damals deutlich brenzliger.
Unserem Beispiel folgend kamen schließlich immer mehr Lanchas mit Personen an das andere Ufer; die Busse ließen aber noch bis kurz vor neun auf sich warten.
In La Paz kamen wir schließlich gegen elf an - ironisch: wir hatten in Copacabana einen Bus genommen mit der Rechnung, nach drei Stunden um acht Uhr in La Paz zu sein. Wir wollten nicht später in einer unbekannten Stadt, zumal La Paz, ankommen. Tja...
Die ersten drei Hostels waren alle ausgebucht so dass wir im vierten Hostel kurz nach Mitternacht endlich Unterkunft fanden.
In La Paz - faszinierend
La Paz ist eine sehr interessante Stadt. Schon die Lage auf 3600m zwischen zwei Bergrücken ist spannend. Optisch wirkt es wie eine Mischung aus Guatemala City, San Jose und Quito (die Hauptsätdte von Guatemala, Costa Rica und Ecuador): Schmutzig, voller Smog, voller Menschen, chaotisch. Aber faszinierend.
An die Höhe bin ich mittlerweile schon fast akklimatisiert. Am anfang war das schon faszinierend, mit einer Ruhe-Atemfrequenz von 20-25 und totalem-aus-der-Puste-sein bei jeder kleinen Anstrengung (jeder kleinen Anstrengung: das seien ein paar Schritte schneller oder auch nur ein paar Stiegen).
Aussichten - abenteuerlich
Wir bleiben jetzt noch bisSonntag Samstag hier. Montag Sonntag fahren wir mit dem Mountainbike die gefährlichste Straße der Welt runter, 61km von 4650 auf 1200m Höhe. Hahaaaa!
Wir werden dann ein paar Tage in Coroico verbringen bevor wir weiter zur Salar der Uyuni fahren, der größten Salzwüste der Welt. Ob wir sie erkunden können werden bleibt fraglich: Momentan liegen dort über 50cm Schnee und sie ist unpassierbar. Wir haben schon Glück mit dem Wetter...
Wir, das sind auch weiterhin Christian und ich. Er kann sich einfach für keinen Rückflug entscheiden so dass wir Bolivien bis zu meinem Flug nach Buenos Aires am 28.7. zusammen durchqueren werden.
PS: "Ausgezeichnete Küche" im Titel bezieht sich jetzt erstmal auf die vielfältigen ausländischen kulinarischen Küchen in La Paz, von Mc Doof über argentinische Steakhäuser und chinesische Nudeltempel bis deutsche Konditoreien. Die einheimische Küche hab ich zugegebenermaßen bisher kaum probiert, außer am Titicacasee die köstliche und ubiquitäre Forelle die dir direkt vom See auf den Teller springt.
Die vergangenen Tage vergingen mal wieder rasend schnell.
Nachdem es nach der Rückkehr aus Machu Picchu in Cusco wieder regente beschlossen wir direkt weiter an den Titicacasee zu fahren.
Die Fahrt dorthin war die Hölle - wobei, eigentlich das genaue Gegenteil, es war nämlich kalt. Erbärmlich kalt.
Nachts in Peru im Winter, auf 3000m, kann es ohnehin recht frisch werden. Zusätzlich schaltete der Busfahrer auf der Fahrt auch noch die Klimaanlage ein was dazu führte, dass sich eine Eisschicht an den Scheiben bildete.
Die Passage über die Grenze war wieder sehr problemlos - lange Grenzkontrollen hatte ich schon lange nicht mehr.
Titicacasee und Isla del Sol - mysthisch
Gegen 9:00 vormittags kamen wir schließlich in Copacabana auf der bolivianischen Seite des Sees an.
Am folgenden Tag setzen wir auf die Isla del Sol über.
Von ihr stammten dereinst die ersten Inca; in der Inca-Mythologie ist sie der Ursprung der Menschheit.
Wir verbrachten dort einen wunderbar entspannten Tag. Auf der Isla gibt es keine Fahrzeuge. Alles was man hört ist das Rauschen einer leichten Brandung, Möwen, Esel und Schafe.
Nach einem atemberaubenden Sonnernuntergang und einem wunderbaren -aufgang ging es tags darauf wieder nach Copacabana und mit dem ersten Bus weiter gen La Paz (die Überfahrt von der Isla nach Copacabana wurde nur unwesentlich verzögert: Der Kapitän, ein höchstens zwanzigjähriges Bürschchen hatte vergessen seinen Benzinkanister aufzufüllen so dass mitten auf dem See der Motor ausfiel und wir vor uns hin dümpelten bis uns eine andere Lancha freundlicherweise ein wenig Treibstoff zur Verfügung stellte).
Nach La Paz - lebensgefährlich
Die Fahrt nach La Paz war ebenfalls ziemlich abenteuerlich:
Es führt nämlich keine Straße direkt von Copacabana nach La Paz. Die Straße führt durch den See. Das ist kein Unfall oder Folge eines Unwetters - die Straße endet einfach irgendwann direkt am See.
Von dort gibt es Fähren auf die andere Seite, wo die Straße weiter nach La Paz führt.
Alle Fahrzeuge, inkl, Busse und Passagiere müssen also diese Fähren nutzen, wobei Fähre natürlich ein Euphemismus ist: korrekter wäre FLOSS.
Als wir also am Copacabana-seitigen Blind-Ende der Straße ankamen war es schon recht spät, mit kurz vor sechs Uhr hatte es schon zu dämmern angefangen. Vor uns ein langer Stau. Eine Passage sei momentan nicht möglich, zu starker Wind, die Wellen, zu gefährlich. Letztes Jahr seien bei ähnlichen Bedingungen zwei Bus-Floße gekentert. Blendend. Bis wann den Fähren verkehren würden? Bis neun. Trotz Dunkelheit? Natürlich.
Wir warteten also ungeduldig mit sieben Busladungen voll Bolivianer und beobachteten den unruhigen Titicacasee. Auf Nachfrage wurden wir immer weiter vertröstet, das würde schon besser werden, "nur Geduld" - das scheint ein Schlüsselwort in Bolivien zu sein.
Als sich kurz nach acht immer noch nichts Tat beschlossen wir eine Lancha, ein Passagierboot zu nehmen. Von unserem Vorbild inspiriert schienen plötzlich alle an den Lanchasteg zu strömen und auf die einzige verbliebene Lancha zu wollen die sich noch traute den aufgepeitschten See zu überqueren.
Zusammengedrängt mit ca. 15 anderen setzen wir schließlich über. So wild war es aber dann gar nicht. Die Passage war ohnehin recht kurz und der Wellengang war im Grunde nicht bedrohlich - da war die Situation auf dem Lago Atitlán damals deutlich brenzliger.
Unserem Beispiel folgend kamen schließlich immer mehr Lanchas mit Personen an das andere Ufer; die Busse ließen aber noch bis kurz vor neun auf sich warten.
In La Paz kamen wir schließlich gegen elf an - ironisch: wir hatten in Copacabana einen Bus genommen mit der Rechnung, nach drei Stunden um acht Uhr in La Paz zu sein. Wir wollten nicht später in einer unbekannten Stadt, zumal La Paz, ankommen. Tja...
Die ersten drei Hostels waren alle ausgebucht so dass wir im vierten Hostel kurz nach Mitternacht endlich Unterkunft fanden.
In La Paz - faszinierend
La Paz ist eine sehr interessante Stadt. Schon die Lage auf 3600m zwischen zwei Bergrücken ist spannend. Optisch wirkt es wie eine Mischung aus Guatemala City, San Jose und Quito (die Hauptsätdte von Guatemala, Costa Rica und Ecuador): Schmutzig, voller Smog, voller Menschen, chaotisch. Aber faszinierend.
An die Höhe bin ich mittlerweile schon fast akklimatisiert. Am anfang war das schon faszinierend, mit einer Ruhe-Atemfrequenz von 20-25 und totalem-aus-der-Puste-sein bei jeder kleinen Anstrengung (jeder kleinen Anstrengung: das seien ein paar Schritte schneller oder auch nur ein paar Stiegen).
Aussichten - abenteuerlich
Wir bleiben jetzt noch bis
Wir werden dann ein paar Tage in Coroico verbringen bevor wir weiter zur Salar der Uyuni fahren, der größten Salzwüste der Welt. Ob wir sie erkunden können werden bleibt fraglich: Momentan liegen dort über 50cm Schnee und sie ist unpassierbar. Wir haben schon Glück mit dem Wetter...
Wir, das sind auch weiterhin Christian und ich. Er kann sich einfach für keinen Rückflug entscheiden so dass wir Bolivien bis zu meinem Flug nach Buenos Aires am 28.7. zusammen durchqueren werden.
PS: "Ausgezeichnete Küche" im Titel bezieht sich jetzt erstmal auf die vielfältigen ausländischen kulinarischen Küchen in La Paz, von Mc Doof über argentinische Steakhäuser und chinesische Nudeltempel bis deutsche Konditoreien. Die einheimische Küche hab ich zugegebenermaßen bisher kaum probiert, außer am Titicacasee die köstliche und ubiquitäre Forelle die dir direkt vom See auf den Teller springt.
Dienstag, 5. Juli 2011
Cuzco - MACHU PICCHU
Für Peru hatte ich erwartet, dass es kalt wird. Mein erster Stop in diesem Land war ja Piura, eine Wüstenstadt - hier wurde also meine Erwartung nicht erfüllt. In Cusco allerdings war es dann bitter kalt.
Schon am ersten Tag kam nachmittags ein Nieselregen dazu der sich beständig über die Tage hier hielt.
Nach einer kurzen Zeit der Orientierung und Höhenakklimatisierung kundschafte ich aus wie ich denn nun nach Machu Picchu kommen könne.
Bald stand fest: ich wollte den Jungle Trek machen, eine dreitägige Tour mit Mountainbike und zu Fuß, am vierten Tag als Abschluss Machu Picchu selbst.
Da der Regen aber anhielt änderte ich meinen Plan und beschloss auf eigene Faust nach MP zu fahren, immer mit der Möglichkeit entweder Bus zu fahren oder wandern zu können, je nach Wetterlage.
Christian schloss sich an. Unser Plan war also: mit dem Bus nach Santa Marta, zu Fuß nach Quellomayo (zwischen St.a Marta und St.a Teresa), dort übernachten, am nächsten Tag zu Fuß nach Santa Teresa und weiter nach Aguas Calientes, dort übernachten und am dritten Tag hoch nach MP.
Zur ganzen Streckenplanung muss man wissen: Es gibt KEINE Straße nach Aguas Calientes, dem Dorf bei MP. Man erreicht es lediglich via Zug oder zu Fuß!
So machten wir uns Samstag früh mit lediglich Daypacks auf dem Weg zum Terminal. Schon im Taxi meinte allerdings der Fahrer der Pass über den wir auf unserem Weg mussten, der Abra Malaga auf 4350m sei zugeschneit und unpassierbar. Am Terminal bestätigte sich das: es gab keine Busse nach Santa Marta (via Abra Malaga), lediglich bis Ollantaytambo war die Straße passierbar.
Jeder Peruaner den wir trafen sagte uns Regen im Juni hätte es noch nie gegeben, es sei keine Regenzeit; dass es nun schneie sei absolut einmalig. Na wunderbar...
Wir nahmen also ein Colectivo nach Ollantaytambo. Dort beschlossen wir den Zug nach Aguas Calientes zu nehmen. Langweilig, aber wir hatten keine andere Wahl! :(
Am Schalter wurden wir empfangen mit einem "schnell, kommt, der Zug fährt gleich!". Uns wurde ein Preis von 35 USD oder 190 Soles angeboten. Wir zahlten in Soles in sprinteten in den Zug (der natürlich noch lange nicht abfuhr). Erst hier fiel uns auf, dass 190 Soles keinesfalls 35 USD (24 EUR) sind, sondern 47 EUR. Wir hatten durch Unachtsamkeit und Hektik knapp das doppelte gezahlt und den 1.-Klasse-Zug genommen.
Immerhin gab es während der Fahrt sehr zuvorkommenden Service und exquisites Essen. ;)
In Aguas Calientes nahmen wir uns ein billiges Hotel, kauften Tickets für MP für den nächsten Tag und schlugen den restlichen Nachmittag die Zeit tot. Übrigens regnete es selbstverständlich auch hier.
Am nächsten Morgen standen wir um 3:30 auf und waren um 4:00 auf dem Weg nach MP. Um 4:45 öffnete die Brücke zum Nationalpark. Naiv wie ich bin hatte ich mir eine romantische Nachtwanderung vorgestellt aber selbstverständlich glich der Weg zum Brückenkopf eher einer Völkerwanderung.
Immerhin waren wir unter den ersten 50 als wir die Brücke passierten und den (laut Information) einstündigen Aufstieg auf MP angingen. Der Weg bestand im wesentlichen aus (hohen) Felsstufen. Nicht alle Wandergenossen waren fit genug und blieben keuchend und schnaufend auf der Strecke.
Schon 35 Minuten später waren wir schweißüberströmt am Eingang zu MP angekommen, unter den ersten 20.
Warum eigentlich die morgendliche Quälerei?
MP ist von vier heiligen Bergen umgeben. Der bekannteste davon ist Huayna Picchu, mit einer spektakulären Aussicht über die Anlage. Allerdings dürfen ihn nur 400 Personen pro Tag besteigen - diejenigen ersten 400, die sich morgens einen Stempel am Eingang abholen. Daher gibt es allmorgendlich ein Wettrennen auf MP um die ersten 400 Stempel.
Zu Fuß kamen ca. 250, d.h. wer nicht laufen und dennoch auf Huayna Picchu will muss unter den ersten 150 im Bus sein. Der Bus fährt um 5:15 am Aguas Calientes ab; anstellen muss man sich schon ab 3:00!
Wir gehörten nach 1,5h Frühsport also zu den Glücklichen mit dem begehrten Stempel auf dem Ticket!
Die Erwartung war groß als wir kurz nach 6:00 das Gelände betreten konnten.
Nach einem weiteren kurzen Aufstieg lag es schließlich vor uns: das Dorf Machu Picchu. Vor knapp 600 Jahren hatten es die Inka nahe dem Zentrum ihres Reiches erbaut; zur Hochzeit lebten hier gut 1000 Menschen.
Mehr als ein kurzes Foto war uns nicht gestattet. Zu dem beständigen Nieselregen gesellte sich schnell ein dichter Nebel (bzw. Wolken) der lediglich eine Sichtweite von knapp 100m gestattete. Das klingt viel, aber wenn man bedenkt, dass das Majestätische an MP seine Ausdehnung und seine Lage auf einem Gipfel inmitten einer Bergkette ist relativiert sich das schnell.
Ziemlich enttäuscht standen wir am höchsten Punkt des Dorfes, umgeben von Weiß und wussten nicht recht weiter.
Wir folgten einem Wegweiser nach "Inkipunku" ohne recht zu wissen was das eigentlich ist.
Nach einer dreiviertel Stunde Wanderung (bergauf, was sonst) kamen wir endlich an ein paar Ruinen an und erfuhren dort von einem Guide, dass das das Sonnentor sei, der alte Eingang zu MP auf dem Inkapfad von Cusco nach MP.
Wir kehrten zurück ins Dorf und wanderten etwas lustlos herum. Schließlich schlossen wir uns der Führung mit einer peruanischen Familie an und erfuhren ein wenig über die Anlage. Es klarte langsam auf und so machten wir uns an den einstündigen Aufstieg nach Huayna Picchu.
Als wir oben ankamen war es zwar immer noch (oder schon wieder) bewölkt, es klarte aber immer wieder auf so dass kurze Blicke zu erhaschen waren.
Nach einiger Zeit stiegen wir ab, durchquerten die Anlage und kehrten schließlich nach Aguas Calientes zurück, nach elf Stunden wandern!
Wiederum schlugen wir Zeit tot bis abends schließlich unser Zug zurück nach Ollantaytambo fuhr und uns ein Colectivo wieder nach Cusco brachte.
Alles in allem hatten wir wirklich ziemlich Pech mit unserem MP-Besuch wenn man bedenkt, dass dies einer der allerersten Punkte war den ich auf der Reiseroute hatte als ich meine Reise plante.
Zumindest konnten wir aber ein wenig sehen, und auch so schon war MP wirklich schwer beeindruckend. Mir zuckte immer wieder ein Gedanke durch denk Kopf: "Die Inkas - die sind doch wahnsinnig!", immer dann, wenn sichtbar wurde wie hoch MP liegt, wie wahnwitzig an Hänge und Abgründe gebaut wurde und wie atemberaubend die Aussicht ist.
Dadurch, dass ich keine Tour unternommen habe habe ich zwei Tage Zeit gewonnen. Da ich nicht länger in Cusco bleiben möchte fahren wir heute abend schon weiter.
Es geht mit einem Nachtbus 11,5h nach Copacabana am Titicacasee in Bolivien.
Ich war also gerade mal sechs Tage in Peru!
Mir bleiben dann 23 Tage in Bolivien.
Ich freue mich schon sehr auf dieses Land, ich glaube es wird doch noch mal sehr anders als die anderen bisher. Wenn ich am 28.7. nach Buenos Aires fliege habe ich das Gefühl ich bin schon auf dem Heimweg, ab da geht alles so schnell...
An dieser Stelle möchte ich meine alte Tradition der Schlussanekdote wiederbeleben.
Ich wollte eben ein Deo kaufen und ging dazu in eine Apotheke. Es ist nicht ungewöhnlich für Lateinamerika Hygieneartikel in Apotheken zu kaufen; ungewöhnlich ist lediglich, dass ich in einer so großen und touristischen Stadt wie Cusco nur einen Supermarkt gefunden habe.
Ich stellte mich also in die Schlange und wartete bis ich dran war um mein Deo zu kaufen. Zu meiner Überraschung wurde es mir aber nicht direkt verkauft sondern ich durfte es nur aussuchen, bekam einen Zettel mit dem zu zahlenden Preis, ging dann zu Kasse (wo ich mich natürlich wieder anstellen musste), bezahlte und bekam eine Zahlungsbestätigung, ging dann zur "Warenausgabe" und stellte mich dort, wie könnte es anders sein, in die Schlange. Dort zeigte ich endlich meine Zahlungsbestätigung, bekam eine Quittung und meine Ware, natürlich in einem kleinen Plastiksackerl.
Es brauchte sage und schreibe 30 Minuten, 3 Zettel und eine Plastiktüte um ein DEO zu kaufen!
Schon am ersten Tag kam nachmittags ein Nieselregen dazu der sich beständig über die Tage hier hielt.
Nach einer kurzen Zeit der Orientierung und Höhenakklimatisierung kundschafte ich aus wie ich denn nun nach Machu Picchu kommen könne.
Bald stand fest: ich wollte den Jungle Trek machen, eine dreitägige Tour mit Mountainbike und zu Fuß, am vierten Tag als Abschluss Machu Picchu selbst.
Da der Regen aber anhielt änderte ich meinen Plan und beschloss auf eigene Faust nach MP zu fahren, immer mit der Möglichkeit entweder Bus zu fahren oder wandern zu können, je nach Wetterlage.
Christian schloss sich an. Unser Plan war also: mit dem Bus nach Santa Marta, zu Fuß nach Quellomayo (zwischen St.a Marta und St.a Teresa), dort übernachten, am nächsten Tag zu Fuß nach Santa Teresa und weiter nach Aguas Calientes, dort übernachten und am dritten Tag hoch nach MP.
Zur ganzen Streckenplanung muss man wissen: Es gibt KEINE Straße nach Aguas Calientes, dem Dorf bei MP. Man erreicht es lediglich via Zug oder zu Fuß!
So machten wir uns Samstag früh mit lediglich Daypacks auf dem Weg zum Terminal. Schon im Taxi meinte allerdings der Fahrer der Pass über den wir auf unserem Weg mussten, der Abra Malaga auf 4350m sei zugeschneit und unpassierbar. Am Terminal bestätigte sich das: es gab keine Busse nach Santa Marta (via Abra Malaga), lediglich bis Ollantaytambo war die Straße passierbar.
Jeder Peruaner den wir trafen sagte uns Regen im Juni hätte es noch nie gegeben, es sei keine Regenzeit; dass es nun schneie sei absolut einmalig. Na wunderbar...
Wir nahmen also ein Colectivo nach Ollantaytambo. Dort beschlossen wir den Zug nach Aguas Calientes zu nehmen. Langweilig, aber wir hatten keine andere Wahl! :(
Am Schalter wurden wir empfangen mit einem "schnell, kommt, der Zug fährt gleich!". Uns wurde ein Preis von 35 USD oder 190 Soles angeboten. Wir zahlten in Soles in sprinteten in den Zug (der natürlich noch lange nicht abfuhr). Erst hier fiel uns auf, dass 190 Soles keinesfalls 35 USD (24 EUR) sind, sondern 47 EUR. Wir hatten durch Unachtsamkeit und Hektik knapp das doppelte gezahlt und den 1.-Klasse-Zug genommen.
Immerhin gab es während der Fahrt sehr zuvorkommenden Service und exquisites Essen. ;)
In Aguas Calientes nahmen wir uns ein billiges Hotel, kauften Tickets für MP für den nächsten Tag und schlugen den restlichen Nachmittag die Zeit tot. Übrigens regnete es selbstverständlich auch hier.
Am nächsten Morgen standen wir um 3:30 auf und waren um 4:00 auf dem Weg nach MP. Um 4:45 öffnete die Brücke zum Nationalpark. Naiv wie ich bin hatte ich mir eine romantische Nachtwanderung vorgestellt aber selbstverständlich glich der Weg zum Brückenkopf eher einer Völkerwanderung.
Warten auf die Öffnung des Tores zur Brücke
Immerhin waren wir unter den ersten 50 als wir die Brücke passierten und den (laut Information) einstündigen Aufstieg auf MP angingen. Der Weg bestand im wesentlichen aus (hohen) Felsstufen. Nicht alle Wandergenossen waren fit genug und blieben keuchend und schnaufend auf der Strecke.
Schon 35 Minuten später waren wir schweißüberströmt am Eingang zu MP angekommen, unter den ersten 20.
Warum eigentlich die morgendliche Quälerei?
MP ist von vier heiligen Bergen umgeben. Der bekannteste davon ist Huayna Picchu, mit einer spektakulären Aussicht über die Anlage. Allerdings dürfen ihn nur 400 Personen pro Tag besteigen - diejenigen ersten 400, die sich morgens einen Stempel am Eingang abholen. Daher gibt es allmorgendlich ein Wettrennen auf MP um die ersten 400 Stempel.
Zu Fuß kamen ca. 250, d.h. wer nicht laufen und dennoch auf Huayna Picchu will muss unter den ersten 150 im Bus sein. Der Bus fährt um 5:15 am Aguas Calientes ab; anstellen muss man sich schon ab 3:00!
Wir gehörten nach 1,5h Frühsport also zu den Glücklichen mit dem begehrten Stempel auf dem Ticket!
Die Erwartung war groß als wir kurz nach 6:00 das Gelände betreten konnten.
Nach einem weiteren kurzen Aufstieg lag es schließlich vor uns: das Dorf Machu Picchu. Vor knapp 600 Jahren hatten es die Inka nahe dem Zentrum ihres Reiches erbaut; zur Hochzeit lebten hier gut 1000 Menschen.
Mehr als ein kurzes Foto war uns nicht gestattet. Zu dem beständigen Nieselregen gesellte sich schnell ein dichter Nebel (bzw. Wolken) der lediglich eine Sichtweite von knapp 100m gestattete. Das klingt viel, aber wenn man bedenkt, dass das Majestätische an MP seine Ausdehnung und seine Lage auf einem Gipfel inmitten einer Bergkette ist relativiert sich das schnell.
Da zieht er schon auf, der böse Nebel
Ziemlich enttäuscht standen wir am höchsten Punkt des Dorfes, umgeben von Weiß und wussten nicht recht weiter.
Wir folgten einem Wegweiser nach "Inkipunku" ohne recht zu wissen was das eigentlich ist.
Nach einer dreiviertel Stunde Wanderung (bergauf, was sonst) kamen wir endlich an ein paar Ruinen an und erfuhren dort von einem Guide, dass das das Sonnentor sei, der alte Eingang zu MP auf dem Inkapfad von Cusco nach MP.
Wir kehrten zurück ins Dorf und wanderten etwas lustlos herum. Schließlich schlossen wir uns der Führung mit einer peruanischen Familie an und erfuhren ein wenig über die Anlage. Es klarte langsam auf und so machten wir uns an den einstündigen Aufstieg nach Huayna Picchu.
Als wir oben ankamen war es zwar immer noch (oder schon wieder) bewölkt, es klarte aber immer wieder auf so dass kurze Blicke zu erhaschen waren.
Nochmal 400m über MP, auf 2701m
Nach einiger Zeit stiegen wir ab, durchquerten die Anlage und kehrten schließlich nach Aguas Calientes zurück, nach elf Stunden wandern!
Wiederum schlugen wir Zeit tot bis abends schließlich unser Zug zurück nach Ollantaytambo fuhr und uns ein Colectivo wieder nach Cusco brachte.
Alles in allem hatten wir wirklich ziemlich Pech mit unserem MP-Besuch wenn man bedenkt, dass dies einer der allerersten Punkte war den ich auf der Reiseroute hatte als ich meine Reise plante.
Zumindest konnten wir aber ein wenig sehen, und auch so schon war MP wirklich schwer beeindruckend. Mir zuckte immer wieder ein Gedanke durch denk Kopf: "Die Inkas - die sind doch wahnsinnig!", immer dann, wenn sichtbar wurde wie hoch MP liegt, wie wahnwitzig an Hänge und Abgründe gebaut wurde und wie atemberaubend die Aussicht ist.
Cliffhanger
Dadurch, dass ich keine Tour unternommen habe habe ich zwei Tage Zeit gewonnen. Da ich nicht länger in Cusco bleiben möchte fahren wir heute abend schon weiter.
Es geht mit einem Nachtbus 11,5h nach Copacabana am Titicacasee in Bolivien.
Ich war also gerade mal sechs Tage in Peru!
Mir bleiben dann 23 Tage in Bolivien.
Ich freue mich schon sehr auf dieses Land, ich glaube es wird doch noch mal sehr anders als die anderen bisher. Wenn ich am 28.7. nach Buenos Aires fliege habe ich das Gefühl ich bin schon auf dem Heimweg, ab da geht alles so schnell...
An dieser Stelle möchte ich meine alte Tradition der Schlussanekdote wiederbeleben.
Ich wollte eben ein Deo kaufen und ging dazu in eine Apotheke. Es ist nicht ungewöhnlich für Lateinamerika Hygieneartikel in Apotheken zu kaufen; ungewöhnlich ist lediglich, dass ich in einer so großen und touristischen Stadt wie Cusco nur einen Supermarkt gefunden habe.
Ich stellte mich also in die Schlange und wartete bis ich dran war um mein Deo zu kaufen. Zu meiner Überraschung wurde es mir aber nicht direkt verkauft sondern ich durfte es nur aussuchen, bekam einen Zettel mit dem zu zahlenden Preis, ging dann zu Kasse (wo ich mich natürlich wieder anstellen musste), bezahlte und bekam eine Zahlungsbestätigung, ging dann zur "Warenausgabe" und stellte mich dort, wie könnte es anders sein, in die Schlange. Dort zeigte ich endlich meine Zahlungsbestätigung, bekam eine Quittung und meine Ware, natürlich in einem kleinen Plastiksackerl.
Es brauchte sage und schreibe 30 Minuten, 3 Zettel und eine Plastiktüte um ein DEO zu kaufen!
Labels:
Bilder,
Machu Picchu,
Peru
Standort:
Cusco, Peru
Freitag, 24. Juni 2011
Popayan, Otavalo, Quito - die Reise geht weiter...
Abschied von La Serrana und Popayan - im Bunde ein Dritter
Am Mittwoch, 15., verließen Sebi und ich schließlich La Serrana. Schon seltsam, Abschied zu nehmen, nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Farm.
Die Fahrt nach Popayen zwang uns zu einer Zwischenstation in Cali. Nach über zwei Wochen auf einer Farm mitten im Grünen hätte der Kontrast kaum krasser ausfallen können. Wir waren beide froh als wir diese fürchterliche Stadt schließlich hinter uns ließen.
Nach einem langen Tag im Bus kamen wir schließlich in Popayan an - und waren beide sehr positiv überrascht. Die Innenstadt von Popayan war sehr schön und sauber. Das Hostel das uns von vielen unserer Gäste empfohlen worden war setzte dieses Staunen nur fort: das Park Life Hostel, gerade mal 25 Tage alt, war wirklich toll und die beiden jungen Besitzer wirklich sehr herzlich.
Wir bedauerten nun sehr unseren engen Fahrplan und dass wir nicht länger in Popayan bleiben konnten.
Beim Einkaufen im Supermarkt lernten wir zufällig Christian aus der Steiermark kennen, meinen zweiten Österreicher auf der Reise! Zufällig stellte sich heraus das wir im selben Hostel logierten; so verbrachten wir gemeinsam den Abend und da wir die selbe Route hatten beschlossen wir am nächsten Morgen gemeinsam nach Otavalo zu fahren.
Der Weg nach Otavalo
Die Fahrt nach Otavalo war ein Horror. Statt geplanter neun Stunden brauchten wir 13.
Die Grenze nach Ecuador überquerten wir schon im Dunkeln - meine erste Grenzüberquerung so spät!
Von der Grenze nach Otavlo ging es plötzlich sehr schnell. Kaum waren wir durch das Gewackel des Busses aufs Neue in einen Halbschlaf verfallen wurden wir schon mehr oder weniger mitten auf der Landstraße rausgeschmissen.
Ein Taxi brachte uns zu unserem Hostel. Es war uns von den Gastgebern in Popayan empfohlen worden; die Lage war Serrana-artig etwas außerhalb und erhöht über Otavalo; es klang nett (und es gab wenig Alternativen in der Stadt selbst) und so hatten wir reserviert.
Zumindest dachten wir das. Als der Taxifahrer uns nach 25 min holperiger Fahrt absetzte und gleich wieder abdüste standen wir vor einem komplett dunklen Gutshof.
Wir klingelten mehrere Male, riefen, pfiffen, doch ausser bellender Hunde keine Reaktion.
Um uns herum nichts.
Wir warteten eine gute Viertelstunde ratlos.
Es war mittlerweile 20 vor zwölf.
Zurück nach Otavalo laufen kam nicht in Frage, laut Beschreibung auf der Hostel-Internetseite wäre das eine gute Stunde.
Ein Handy hatten wir zwar, aber der Akku war leer.
Das nächste Haus hatten wir exakt auf halbem Weg gesehen.
Tja.
Glücklicherweise kam kurze Zeit später ein Pick-Up vorbei der uns schließlich in Otavalo absetzte.
Nach ein wenig Suchen (es gab zwar haufenweise Hostels, aber die meisten sahen schäbig aus und keines hatte sichtbar geöffnet) fanden wir schließlich eine mediokre Absteige für 6 USD pro Person.
Cotacachi
Um kurz vor 9:00 am nächsten Morgen verließen wir das Hostel schon wieder und fanden bald ein besseres Hostel.
Den Tag verbrachten wir in Cotacachi, einem Ort nahe Otavalo der wie schon León in Mexiko für seine Lederwaren bekannt war. In dieser Hinsicht enttäuschte Cotacachi: das angebot war deutlich kleiner und zwar teurer, aber auch besser verarbeitet. Auf der Suche nach Stiefeln fand ich nichts und Sebi eine Jacke.
Abends erfuhren wir, dass das Leder gar nicht aus Ecuador kommt. Die Haut stammt aus Argentinien, wird in Marokko zu Leder verarbeitet und dieses schließlich dann in Cotacachi vernäht. Absurd!
Otavalo
Am Samstag stand der berühmte Markt von Otavalo an.
Wir standen um kurz nach 6:00 auf um erst den Viehmarkt zu besuchen - ein wahnsinns Spektakel.
Später schauten wir uns den Rest des Marktes an der letztlich den Rest der Stadt ausmachte. Es gab viele Textilwaren aus Wolle, darunter einiges aus Alpacawolle. Leider mussten wir erfahren, dass diese aus Peru stammt - in Ecuador gibt es kaum Alpacas.
Jeder von uns ließ einiges an Geld da; alle kauften wir uns warme Pullis und ich mir endlich meinen Indy-Jones-Hut!
Am späten Mittag trennten Sebi und ich uns, diesmal endgültig auf diesem Kontinent. Sebi fuhr schon wieder zurück nach Kolumbien, Christian und ich weiter nach Quito.
Weitere Pläne
Christian hat ziemlich die selbe Route wie ich und auch ungefähr den selben Zeitplan so dass wir viel am Planen sind und eventuell zusammen weiterreisen oder uns zumindest immer wieder über den Weg laufen werden.
Mir ist bewusst geworden, dass ich nun weniger als zwei Monate Zeit und noch sechs Länder und einige Tausend Kilometer vor mir habe.
Mein momentaner und wohl relativ endgültiger Plan sieht nun also vor große Strecken zu fliegen und Peru praktisch zu überspringen. auch Brasilien wurde von fünf auf zwei Reiseziele reduziert. Argentinien hatte ich ja eh schon fast außen vor gelassen.
Ich werde mich nun also auf Bolivien konzentrieren - davon schwärmen alle, die von dort kommen.
Zeit ist Geld
Im Laufe des Abends werde ich heute wohl vier Flüge für knapp 600 Euro buchen die mir allerdings mindestens 160 Stunden Busfahrt - 6,5 Tage!!! - ersparen. Im Nachhinein ärgere ich mich sehr, dass ich meinen Rückflug schon von Salvador aus gebucht hatte; andererseits sehe ich dafür eben noch Rio und Salvador. An meinen CO2-Fußabdruck denke ich besser nicht! :(((
el año - Reiseroute auf einer größeren Karte anzeigen
Blaue Linien sind Flüge, Gelb ist die noch vor mir liegende Strecke
Ich werde nun noch zwei Tage in Quito verbringen und dann den restlichen Juni Ecuador durchqueren. Ende Juni wird mich dann mein erster (Heim-)Flug von Piura in Nordperu nach Cuzco bringen.
Die Flüge ärgern mich sehr, aber ich freue mich dennoch auf die restliche Reise. :)
PS: Wegen miserabler Internetverbindungen die letzten Tage veröffentliche ich diesen Eintrag, obwohl schon am 19. verfasst, erst am 23.6.
Am Mittwoch, 15., verließen Sebi und ich schließlich La Serrana. Schon seltsam, Abschied zu nehmen, nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Farm.
Ein letzter Blick auf La Serrana
Die Fahrt nach Popayen zwang uns zu einer Zwischenstation in Cali. Nach über zwei Wochen auf einer Farm mitten im Grünen hätte der Kontrast kaum krasser ausfallen können. Wir waren beide froh als wir diese fürchterliche Stadt schließlich hinter uns ließen.
Nach einem langen Tag im Bus kamen wir schließlich in Popayan an - und waren beide sehr positiv überrascht. Die Innenstadt von Popayan war sehr schön und sauber. Das Hostel das uns von vielen unserer Gäste empfohlen worden war setzte dieses Staunen nur fort: das Park Life Hostel, gerade mal 25 Tage alt, war wirklich toll und die beiden jungen Besitzer wirklich sehr herzlich.
Wir bedauerten nun sehr unseren engen Fahrplan und dass wir nicht länger in Popayan bleiben konnten.
Beim Einkaufen im Supermarkt lernten wir zufällig Christian aus der Steiermark kennen, meinen zweiten Österreicher auf der Reise! Zufällig stellte sich heraus das wir im selben Hostel logierten; so verbrachten wir gemeinsam den Abend und da wir die selbe Route hatten beschlossen wir am nächsten Morgen gemeinsam nach Otavalo zu fahren.
Der Weg nach Otavalo
Die Fahrt nach Otavalo war ein Horror. Statt geplanter neun Stunden brauchten wir 13.
Die Grenze nach Ecuador überquerten wir schon im Dunkeln - meine erste Grenzüberquerung so spät!
Von der Grenze nach Otavlo ging es plötzlich sehr schnell. Kaum waren wir durch das Gewackel des Busses aufs Neue in einen Halbschlaf verfallen wurden wir schon mehr oder weniger mitten auf der Landstraße rausgeschmissen.
Ein Taxi brachte uns zu unserem Hostel. Es war uns von den Gastgebern in Popayan empfohlen worden; die Lage war Serrana-artig etwas außerhalb und erhöht über Otavalo; es klang nett (und es gab wenig Alternativen in der Stadt selbst) und so hatten wir reserviert.
Zumindest dachten wir das. Als der Taxifahrer uns nach 25 min holperiger Fahrt absetzte und gleich wieder abdüste standen wir vor einem komplett dunklen Gutshof.
Wir klingelten mehrere Male, riefen, pfiffen, doch ausser bellender Hunde keine Reaktion.
Um uns herum nichts.
Wir warteten eine gute Viertelstunde ratlos.
Es war mittlerweile 20 vor zwölf.
Zurück nach Otavalo laufen kam nicht in Frage, laut Beschreibung auf der Hostel-Internetseite wäre das eine gute Stunde.
Ein Handy hatten wir zwar, aber der Akku war leer.
Das nächste Haus hatten wir exakt auf halbem Weg gesehen.
Tja.
Glücklicherweise kam kurze Zeit später ein Pick-Up vorbei der uns schließlich in Otavalo absetzte.
Nach ein wenig Suchen (es gab zwar haufenweise Hostels, aber die meisten sahen schäbig aus und keines hatte sichtbar geöffnet) fanden wir schließlich eine mediokre Absteige für 6 USD pro Person.
Cotacachi
Um kurz vor 9:00 am nächsten Morgen verließen wir das Hostel schon wieder und fanden bald ein besseres Hostel.
Den Tag verbrachten wir in Cotacachi, einem Ort nahe Otavalo der wie schon León in Mexiko für seine Lederwaren bekannt war. In dieser Hinsicht enttäuschte Cotacachi: das angebot war deutlich kleiner und zwar teurer, aber auch besser verarbeitet. Auf der Suche nach Stiefeln fand ich nichts und Sebi eine Jacke.
Abends erfuhren wir, dass das Leder gar nicht aus Ecuador kommt. Die Haut stammt aus Argentinien, wird in Marokko zu Leder verarbeitet und dieses schließlich dann in Cotacachi vernäht. Absurd!
Otavalo
Am Samstag stand der berühmte Markt von Otavalo an.
Wir standen um kurz nach 6:00 auf um erst den Viehmarkt zu besuchen - ein wahnsinns Spektakel.
Später schauten wir uns den Rest des Marktes an der letztlich den Rest der Stadt ausmachte. Es gab viele Textilwaren aus Wolle, darunter einiges aus Alpacawolle. Leider mussten wir erfahren, dass diese aus Peru stammt - in Ecuador gibt es kaum Alpacas.
Jeder von uns ließ einiges an Geld da; alle kauften wir uns warme Pullis und ich mir endlich meinen Indy-Jones-Hut!
Am späten Mittag trennten Sebi und ich uns, diesmal endgültig auf diesem Kontinent. Sebi fuhr schon wieder zurück nach Kolumbien, Christian und ich weiter nach Quito.
Weitere Pläne
Christian hat ziemlich die selbe Route wie ich und auch ungefähr den selben Zeitplan so dass wir viel am Planen sind und eventuell zusammen weiterreisen oder uns zumindest immer wieder über den Weg laufen werden.
Mir ist bewusst geworden, dass ich nun weniger als zwei Monate Zeit und noch sechs Länder und einige Tausend Kilometer vor mir habe.
Mein momentaner und wohl relativ endgültiger Plan sieht nun also vor große Strecken zu fliegen und Peru praktisch zu überspringen. auch Brasilien wurde von fünf auf zwei Reiseziele reduziert. Argentinien hatte ich ja eh schon fast außen vor gelassen.
Ich werde mich nun also auf Bolivien konzentrieren - davon schwärmen alle, die von dort kommen.
Zeit ist Geld
Im Laufe des Abends werde ich heute wohl vier Flüge für knapp 600 Euro buchen die mir allerdings mindestens 160 Stunden Busfahrt - 6,5 Tage!!! - ersparen. Im Nachhinein ärgere ich mich sehr, dass ich meinen Rückflug schon von Salvador aus gebucht hatte; andererseits sehe ich dafür eben noch Rio und Salvador. An meinen CO2-Fußabdruck denke ich besser nicht! :(((
el año - Reiseroute auf einer größeren Karte anzeigen
Blaue Linien sind Flüge, Gelb ist die noch vor mir liegende Strecke
Ich werde nun noch zwei Tage in Quito verbringen und dann den restlichen Juni Ecuador durchqueren. Ende Juni wird mich dann mein erster (Heim-)Flug von Piura in Nordperu nach Cuzco bringen.
Die Flüge ärgern mich sehr, aber ich freue mich dennoch auf die restliche Reise. :)
PS: Wegen miserabler Internetverbindungen die letzten Tage veröffentliche ich diesen Eintrag, obwohl schon am 19. verfasst, erst am 23.6.
Donnerstag, 9. Juni 2011
Salento - ein beschauliches Leben
Direkt am Tag nach meiner Famulatur, am 1.6. setzte ich mich in einen Bus um wiederum nach Salento zu fahren.
Dort war ich ja schon zwei Wochen zuvor gewesen um an einem verlängerten Wochenende Sebi zu besuchen.
Die ersten Tage waren wunderbar. Ich ging einmal wandern, ansonsten hing ich im und ums Hostel rum, las, lernte und arbeitete ein wenig für die AMSA. Sebi wurde derweil mehr und mehr gestresst weil sehr viele Gäste da waren und er viel zu tun hatte. Ich griff ihm also immer mal wieder unter die Arme.
Zunächst war der Plan am Dienstag, 7.6. zu fahren. Da das Hostel und die Umgebung aber einfach zu toll sind entschlossen wir uns zu bleiben. Seit Montag arbeite nun ich hier und Sebi ist nur noch "back up", arbeitet wenig und spannt aus.
Meine Aufgaben sind Check-In und -Out zwischen 17:00 und 23:00, Bar, Hilfe beim Abendessen servieren und den ganzen Tag: Fragen beantworten. Das vor allem und die Rezeption sind erstaunlich viel Arbeit. Glücklicherweise haben wir momentan kaum Gäste...
Für all das schlafe ich umsonst und bekomme Frühstück sowie unter der Woche Abendessen. Das spart mir immerhin 35.000 COP pro Tag, knapp 14€.
Fürs erste ist der Plan nun in einer Woche, am 13. oder 14. weiterzufahren. Aber man weiß ja nie... ;)
Mir gehts soweit gut. Die Arbeit macht noch Spaß und tagsüber kann ich eigentlich machen was ich will. Ich bin sehr froh, dass ich endlich meine ganzen Famulaturen hinter mich gebracht habe und nun kein Zeitdruck mehr besteht.
Tatsächlich ist es sogar umgekehrt: ich will endlich nach Hause und zähle die Tage bis ich wieder im Flieger sitze (jetzt gerade: 69 Tage, 19 Stunden, 47 Minuten - ich habe einen Countdown als Firefox-Startseite eingerichtet).
Die Reiselust hat stark abgenommen; zwar möchte ich schon noch irgendwie Machu Picchu, die Salar de Uyuni und Buenos Aires sehen, aber ich habe Hostels sooooo satt und ich habe auch keine Lust mehr Stunden oder sogar Tage im Bus zu verbringen. Ich bin ein wenig am überlegen meinen Flug vorzuverlegen aber die Internetseite des Reiseanbieters verrät nichts über die Kosten und vor denen und dem Aufwand schrecke ich noch ein wenig zurück. Tja... :(
Jetzt genieße ich erstmal noch ein wenig das ruhige Leben hier auf der Farm.
Dort war ich ja schon zwei Wochen zuvor gewesen um an einem verlängerten Wochenende Sebi zu besuchen.
Die ersten Tage waren wunderbar. Ich ging einmal wandern, ansonsten hing ich im und ums Hostel rum, las, lernte und arbeitete ein wenig für die AMSA. Sebi wurde derweil mehr und mehr gestresst weil sehr viele Gäste da waren und er viel zu tun hatte. Ich griff ihm also immer mal wieder unter die Arme.
Zunächst war der Plan am Dienstag, 7.6. zu fahren. Da das Hostel und die Umgebung aber einfach zu toll sind entschlossen wir uns zu bleiben. Seit Montag arbeite nun ich hier und Sebi ist nur noch "back up", arbeitet wenig und spannt aus.
Meine Aufgaben sind Check-In und -Out zwischen 17:00 und 23:00, Bar, Hilfe beim Abendessen servieren und den ganzen Tag: Fragen beantworten. Das vor allem und die Rezeption sind erstaunlich viel Arbeit. Glücklicherweise haben wir momentan kaum Gäste...
Für all das schlafe ich umsonst und bekomme Frühstück sowie unter der Woche Abendessen. Das spart mir immerhin 35.000 COP pro Tag, knapp 14€.
Fürs erste ist der Plan nun in einer Woche, am 13. oder 14. weiterzufahren. Aber man weiß ja nie... ;)
Mir gehts soweit gut. Die Arbeit macht noch Spaß und tagsüber kann ich eigentlich machen was ich will. Ich bin sehr froh, dass ich endlich meine ganzen Famulaturen hinter mich gebracht habe und nun kein Zeitdruck mehr besteht.
Tatsächlich ist es sogar umgekehrt: ich will endlich nach Hause und zähle die Tage bis ich wieder im Flieger sitze (jetzt gerade: 69 Tage, 19 Stunden, 47 Minuten - ich habe einen Countdown als Firefox-Startseite eingerichtet).
Die Reiselust hat stark abgenommen; zwar möchte ich schon noch irgendwie Machu Picchu, die Salar de Uyuni und Buenos Aires sehen, aber ich habe Hostels sooooo satt und ich habe auch keine Lust mehr Stunden oder sogar Tage im Bus zu verbringen. Ich bin ein wenig am überlegen meinen Flug vorzuverlegen aber die Internetseite des Reiseanbieters verrät nichts über die Kosten und vor denen und dem Aufwand schrecke ich noch ein wenig zurück. Tja... :(
Jetzt genieße ich erstmal noch ein wenig das ruhige Leben hier auf der Farm.
Mein täglicher Blick aus der Haustür
eine der Aufenthalt secken im Hostel; hier sitzen Sebi und ich meist am PC
schwirrte mir neulich beim Lesen draussen vor der Nase rum: mal wieder ein Kolibri
ein beliebtes Ausflugsziel hier: der Wasserfall in der Nähe von Boquía
Standort:
Salento, Quindío Department, Colombia
Sonntag, 5. Juni 2011
Cali - letzte Famulatur
Endlich habe ich alle meine Famulaturen auf dieser Reise hinter mich gebracht, bin ich frei nur noch zu reisen, mit nur noch einem großen Termin in 74 Tagen, meinem Abflug, endlich.
In Cali hatte ich alles in allem eine gute Zeit. Ich habe wieder tolle Menschen kennengelernt, Freunde gefunden, hatte Spaß. Ich habe auch viel gesehen, etwas gelernt.
Die Famulatur:
Ich famulierte am Hospital Universitario del Valle (HUV) der Universidad del Valle zunächst in der Traumatologie, später in Gastrochirurgie. Das Spital ist mit knapp 1000 Betten das größte öffentliche Spital in Kolumbien. Die Patienten verfügen über die allgemeine Basisversicherung, sind im allgemeinen aber arm.
Trauma war sehr beeindruckend und lehrreich, aber auch bedrückend. 45% der Patienten (an vielen Tagen aber 100%) kommen mit der trocken abgekürzten Diagnose HPAF - herida por arma de fuego, Schussverletzung. Diese liegen oft im Kopf- oder Halsbereich. Die Motivation für die Angriffe sind willkürliche Gewalt oder Überfälle. Die meisten Patienten kamen aus zwei berüchtigten Stadtvierteln (Aguas Blancas und Siloé).
Ich hatte die gleichen Aufgaben wie hieisge Medizinstudenten im vierten Jahr: bei neuen Patienten die Erstbegutachtung, Anamnese und Status, bei Patienten auf der Aufnahmestation "Evolution", d.h. drei mal täglich Status und alle 24h eine neue Begutachtung.
Die Arbeit begann morgens um 5:30 und endete meist gegen 17:00.
Da ich mir endlich mal eine Famulatur für mein Curriculum anrechnen lassen wollte wechselte ich nach einer Woche in Gastro- (Bauch)chirurgie.
Anfangs verbrachte ich meine Zeit mit einem Team kolumbianischer Studenten. Das vierte Jahr ist hier klinisch und so folgte ich ihrem Stundenplan. Wir hatten täglich jeweils 1-3h Seminar und bis zu 6h Arbeit entweder im consultorio – der Ambulanz -, einer Art Aufnahmestation oder im OP.
Hier begann der Tag um 7:00 und endete gegen 18:00 wobei wir Mittags ca. 2h Pause hatten.
Die Arbeit selber war recht fad da wir zu viele Studenten waren und dadurch der einzelne wenig machen konnte. Die Tätigkeiten beschränkten sich praktisch auf Anamnese und Status.
Nach zwei Wochen bat ich um Erlaubnis ausschließlich im OP arbeiten zu dürfen was mir ohne weiteres erlaubt wurde.
Der OP-Plan begann um 7:00, der Chirurg kam aber frühestens um 8:30 so dass wir meist erst gegen 9:00 oder sogar später anfingen. Bei den meisten durfte ich steril am Tisch stehen und als zweite oder nicht selten sogar als erste Assistenz mitarbeiten. Die Arbeit war meist recht interessant weil die Profs sich sehr über einen ausländischen Gast freuten, viel fragten und während der OP meist viel erklärten. Je nach Prof und OP-Plan hatte ich hier keine oder bis zu 1h Mittagspause, heim ging ich zwischen 15:00 und 19:00.
Alles in allem war der Monat in Cali vom akademischen Blickwinkel nett, wobei Trauma das Beste war. Chirurgie war nicht schlecht aber nichts besonderes.
Haupteingang des HUV
Einer der acht OPs im Haupt-OP
Der "filtro" - ein Auffangbecken für alle Notfallpatienten (außer Trauma),
bevor sie erstbegutachtet werden
Ausserhalb des Krankenhauses
... habe ich mich selten frei bewegt. Cali halte ich für eine ziemlich gefährliche Stadt weswegen ich meist mit Taxis unterwegs war. Ausserhalb der Stadt war ich deswegen umso lieber. Jedes Wochenende war ich auf Ausflügen in die nähere oder weitere Umegbung die hier wirklich wunderschön ist.
Begleitet wurde ich von lieben Leuten die ich hier kennen gelernt hatte.
An einem verlängerten Wochenende zum Beispiel fuhr ich ins knapp 5h entfernte Salento wo Sebi mittlerweile ein zeitweiliges Heim gefunden hat! Ein anderes Wochenende waren wir wandern, wieder ein anderes in einem Nationalpark campen, mit über-dem-Feuer-kochen und Sternegucken.
Ich wohnte bei einer kolumbianischen Oberklasse-Familie. Die Wohnung hatte gute 350 qm, ich ein eigenes Zimmer, ein Hausmädchen und gelegentlich einen Chaffeur.
Mittags aß ich in der Uni in einer unsäglich schlechten aber billigen Kantine oder in einem der dutzenden Restaurants ums Spital rum.
Das kolumbianische Essen finde ich allgemein ziemlich schlecht. Zwar gibt es unglaublich viele tolle Früchte (die exotischsten gibt es bei uns gar nicht: Lulo, Chontaduro, Tomate de arbol - Baumtomate), diese werden aber fast ausschließlich als Saft verwendet. Ein Frühstück besteht meist aus Kaffee und Rührei mit Arepas, das sind dicke Maisfladen mit Käse. Ein klassiches Mittagessen ist meist eine Suppe mit Huhn, Kochbanane und Kartoffeln und ein Hauptgericht mit sehr fettigem Fleisch, Kochbanane und Reis mit Linsen oder Bohnen – also Kohlenhydrate, Kohlenhydrate und Fett. Abwechslung gibt es kaum.
Mittags aß ich in der Uni in einer unsäglich schlechten aber billigen Kantine oder in einem der dutzenden Restaurants ums Spital rum.
Das kolumbianische Essen finde ich allgemein ziemlich schlecht. Zwar gibt es unglaublich viele tolle Früchte (die exotischsten gibt es bei uns gar nicht: Lulo, Chontaduro, Tomate de arbol - Baumtomate), diese werden aber fast ausschließlich als Saft verwendet. Ein Frühstück besteht meist aus Kaffee und Rührei mit Arepas, das sind dicke Maisfladen mit Käse. Ein klassiches Mittagessen ist meist eine Suppe mit Huhn, Kochbanane und Kartoffeln und ein Hauptgericht mit sehr fettigem Fleisch, Kochbanane und Reis mit Linsen oder Bohnen – also Kohlenhydrate, Kohlenhydrate und Fett. Abwechslung gibt es kaum.
In der ersten Woche aß ich effektiv 2-3 Eier pro Tag und an 2-3 Mahlzeiten pro Tag Fleisch. Schließlich erklärte ich mich als Vegetarier und weigerte mich Eier zu essen. Die Familie war sehr verwirrt und das Hausmädchen schmuggelte mir anfangs immer wieder Huhn ins Essen (denn pollo zählt nicht als carne) aber schließlich akzeptierten sie meine exzentrischen Essgewohnheiten. Fettig war das Essen trotzdem.
Valle de Cocora in der Nähe von Salento
Lago Calima
untypisches kolumbianisches Mittagessen:
viel Salat, wenig Reis
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