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Montag, 6. Dezember 2010

Nachtrag Creel

auch wenn wir uns unseren Aufenthalt in der Kupferschlucht etwas anders vorgestellt hatten bot er doch alles, was man sich von einem zuenftigen Outdoor-trip erwartet:
Wandern durch Schluchten, ueber Ebenen und durch Waelder, mit Karte und Kompass zu einem vereisten Wasserfall. 44 km mit dem Mountainbike. Feuermachen am Holzofen. Bunt gekleidete Rarámuri-Eingeborene. Und nicht zuletzt einen Abend im nettesten Café ganz Mexicos, wenn nicht sogar ueberhaupt, deren herzliche Besitzerin einen fuer einige Stunden die Minusgrade draussen vergessen laesst. Wo wird man schon mit einem Busserl begruesst und einem "Hallo, ich bin Ana; ich habe gerade Suppe gekocht wenn du welche magst. Oder ich mach euch noch schnell was frisch (natuerlich 100% bio [in Mexiko!!!!!!!!]) und danach sing ich fuer euch (zusammen mit meinem Mann der grad in der Ecke Gitarre spielt)"; und waehrend des Essens und ueberhaupt des ganzen Abends wurde gescherzt und gelacht. Auf unserer Seite fielen Saetze wie "das ist glaube ich das erste Restaurant in Mexiko wo man den Eindruck hat, dass die Besitzerin sich bei der Einrichtung was gedacht hat", "wie hiess dieses daenische Wort nochmal? hyggelig? Das hier ist richtig hyggelig", "ich glaube das ist das netteste Restaurant in dem ich jemals gewesen bin", "hier fuehlt man sich echt willkommen und nicht nur sein Geld"... und Ana hatte eine Stimme... wow. ein wunderbarer Abend.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Creel - ein paar Bilder

mit dem Zug durch die Barranca

die Barranca de Cobre im Hintergrund

zu Beginn der Wanderung


Gruppenbild mit Italien

Creel - Wandern

Oh - mein - Gott. Es ist so kalt hier!
Nachts ging der Ofen aus (vll eh ganz gut, der Abzug war so undicht, dass ich bedenken hatte wegen des Kohlenmonoxid...) und ploetzlich war es so erbaermlich kalt, dass ich in meinem Daunenschlafsack mit Komfortbereich bis 5ºC und unter 2 Wolldecken noch fror! Zum Wandern am naechsten Morgen hatte dann jeder 5-6 Schichten an (untenrum 4, und 2 paar Socken!), aber in der Sonne ging es dann einigermassen.
Auf der Suche nach Wanderungen durch bzw. v.a. IN die Barranca hoerten wir immer das selbe: nur mit Fuehrer, Wege zu schwer zu finden, nur mit Nissan, nur mit Pferd, nur mit Tour, nur mit mehr Leuten etc etc..... :-( Deswegen machten wir heute nur einen "kleinen" 6-stuendigen Ausflug; der allerdings war sehr angenehm. Die Landschaft sah definitiv nicht aus nach Mexico, eher Canada oder aehnliches.
Auf dem Rueckweg trafen wir eine Italienerin die zufaellig im selben Hostel ist wie wir, dort trafen wir dann noch 2 Tschechen. Sehr angenehm mit Europaeern und nicht immer mit den Gringos oder Aussis, en serio!

Etwas erschuetternd war die Begegnung mit den Einheimischen. Dass einem in Mexico immer und ueberall etwas angedreht werden will sind wir schon gewohnt. aber heute kam uns eine Frau mit kleinem Kind entgegen, ca 5 Jahre alt. Sah sehr drollig aus, ganz dick eingepackt, ganz bunte Kleidung... als es bei uns ankam hielt es handgemachten Schmuck hoch und sagte nur "Compra" - "Kauf!". Das selbe wiederholte sich noch ein paar Mal... man wird schon sehr nachdenklich.

Jedenfalls werden wir morgen nochmal ein wenig wandern und Donnerstag nach Chihuahua aufbrechen. Freitag abend geht es ueber Nacht nach Zacatecas.

Dienstag, 30. November 2010

Creel - Resumee der letzten Woche(n)

Ouf. da waeren wir also wieder auf Reisen.
Was fuer eine intensive Zeit in Culiacán, was fuer ein intensiver Abschluss.
In unserer letzten WOche haben wir noch jeder 2 guardias absolviert in denen wir endlich voll mitarbeiten konnten: Patienten befragen, untersuchen, Aufnahmeblatt schreiben... es gab noch einige sehr interessante Faelle. Am Donnerstag habe ich endlich meinen Vortrag halten koennen; im Anschluss daran haben wir ein Interview fuer die Bundesstaat-weite Uni-Zeitung gegeben. Am Freitag wollten wir gerade gehen als eine Patientin nach Autounfall kam; im Verlauf verschlechterte sie sich so rapide, dass sie schliesslich wiederbelebt werden musste (der Statistik entsprechend erfolglos und wiederum fachlich mehr als stuemperhaft).
Im Anschluss gab es einen Abschiedskuchen fuer uns und Pizza. Makaber. Danach waren wir auch noch mit unserem Spanischlehrer essen (Seafood); schliesslich mit Juan nach Mazatlan, einer Strand- und Partystadt (und seine Heimat). Dort das beste Sushi gegessen das ich jemals probiert hab, und das heisst was.
Samstag Stadtfuehrung, Barbecue, Baseballspiel schauen, wieder Sushi und fortgehen.
Am Sonntag verabschiedeten wir uns schliesslich von Juan und fuhren nach Los Mochis, 6h noerdlich, am Rande der Sierra. Uebernachtung im zweit-heruntergekommensten Hotel bisher (nach Uruapan); morgens um 5 aufgestanden, um 7:00 gings erst mit einem Bus und dann mit dem Ferrocarril Barranca de Cobre durch gleichnamige Schlucht, durch immer wildere, imposantere Landschaften (erinnerten mich teilweise an Norwegen, den Harvanger-Fjord und die Flams-bahn! ;) ).
Nun sind wir schliesslich in Creel, auf 2338m; es ist schweinekalt (ich habe Shirt, Hemd und Fleece und friere), ein kleines Kaff mit 5000 Einwohnern (das groesste weit und breit), grossteils "Ureinwohner" (Rarámuri); unsere Unterkunft ist super: ein Blockhaus, Holzofengeheizt, jeder hat ein eigenes (!) super Bett und es gibt heisses (!) Wasser, das ganze fuer 125 Pesos pP (ca 8€ - eher oberer Durchschnitt, aber das Geld allemal wert).
Von hier aus wollen wir 2-3Tage wandern (wobei die Infrastruktur nicht so toll ist wie erhofft) und dann weiter nach Chihuahua; von dort Richtung Mexico DF mit Halt in Guanajuato und Nachbarstaedten. Aber wie immer: Plaene hauen eh nie hin.
Wie immer die kleine Anekdote zum Schluss:
Witzig war, als wir beim Zwischenstopp in Divisadero ausstiegen, etwas zu essen kauften und die SChlucht bewunderten. Wir hatten fleischgefuellte Tacos auf der Hand und prompt liefen uns alle Strassenkoeter der Gegend hinterher....
mehr faellt mir grad nicht ein. :-/