Donnerstag, 9. Juni 2011

Salento - ein beschauliches Leben

Direkt am Tag nach meiner Famulatur, am 1.6. setzte ich mich in einen Bus um wiederum nach Salento zu fahren.
Dort war ich ja schon zwei Wochen zuvor gewesen um an einem verlängerten Wochenende Sebi zu besuchen.
Die ersten Tage waren wunderbar. Ich ging einmal wandern, ansonsten hing ich im und ums Hostel rum, las, lernte und arbeitete ein wenig für die AMSA. Sebi wurde derweil mehr und mehr gestresst weil sehr viele Gäste da waren und er viel zu tun hatte. Ich griff ihm also immer mal wieder unter die Arme.
Zunächst war der Plan am Dienstag, 7.6. zu fahren. Da das Hostel und die Umgebung aber einfach zu toll sind entschlossen wir uns zu bleiben. Seit Montag arbeite nun ich hier und Sebi ist nur noch "back up", arbeitet wenig und spannt aus.
Meine Aufgaben sind Check-In und -Out zwischen 17:00 und 23:00, Bar, Hilfe beim Abendessen servieren und den ganzen Tag: Fragen beantworten. Das vor allem und die Rezeption sind erstaunlich viel Arbeit. Glücklicherweise haben wir momentan kaum Gäste...
Für all das schlafe ich umsonst und bekomme Frühstück sowie unter der Woche Abendessen. Das spart mir immerhin 35.000 COP pro Tag, knapp 14€.
Fürs erste ist der Plan nun in einer Woche, am 13. oder 14. weiterzufahren. Aber man weiß ja nie... ;)

Mir gehts soweit gut. Die Arbeit macht noch Spaß und tagsüber kann ich eigentlich machen was ich will. Ich bin sehr froh, dass ich endlich meine ganzen Famulaturen hinter mich gebracht habe und nun kein Zeitdruck mehr besteht.
Tatsächlich ist es sogar umgekehrt: ich will endlich nach Hause und zähle die Tage bis ich wieder im Flieger sitze (jetzt gerade: 69 Tage, 19 Stunden, 47 Minuten - ich habe einen Countdown als Firefox-Startseite eingerichtet).
Die Reiselust hat stark abgenommen; zwar möchte ich schon noch irgendwie Machu Picchu, die Salar de Uyuni und Buenos Aires sehen, aber ich habe Hostels sooooo satt und ich habe auch keine Lust mehr Stunden oder sogar Tage im Bus zu verbringen. Ich bin ein wenig am überlegen meinen Flug vorzuverlegen aber die Internetseite des Reiseanbieters verrät nichts über die Kosten und vor denen und dem Aufwand schrecke ich noch ein wenig zurück. Tja... :(
Jetzt genieße ich erstmal noch ein wenig das ruhige Leben hier auf der Farm.

 Mein täglicher Blick aus der Haustür
 eine der Aufenthaltsecken im Hostel; hier sitzen Sebi und ich meist am PC
 schwirrte mir neulich beim Lesen draussen vor der Nase rum: mal wieder ein Kolibri
 ein beliebtes Ausflugsziel hier: der Wasserfall in der Nähe von Boquía

Sonntag, 5. Juni 2011

Cali - letzte Famulatur

Endlich habe ich alle meine Famulaturen auf dieser Reise hinter mich gebracht, bin ich frei nur noch zu reisen, mit nur noch einem großen Termin in 74 Tagen, meinem Abflug, endlich.

In Cali hatte ich alles in allem eine gute Zeit. Ich habe wieder tolle Menschen kennengelernt, Freunde gefunden, hatte Spaß. Ich habe auch viel gesehen, etwas gelernt.


Die Famulatur:
Ich famulierte am Hospital Universitario del Valle (HUV) der Universidad del Valle zunächst in der Traumatologie, später in Gastrochirurgie. Das Spital ist mit knapp 1000 Betten das größte öffentliche Spital in Kolumbien. Die Patienten verfügen über die allgemeine Basisversicherung, sind im allgemeinen aber arm.

Trauma war sehr beeindruckend und lehrreich, aber auch bedrückend. 45% der Patienten (an vielen Tagen aber 100%) kommen mit der trocken abgekürzten Diagnose HPAF - herida por arma de fuego, Schussverletzung. Diese liegen oft im Kopf- oder Halsbereich. Die Motivation für die Angriffe sind willkürliche Gewalt oder Überfälle. Die meisten Patienten kamen aus zwei berüchtigten Stadtvierteln (Aguas Blancas und Siloé).
Ich hatte die gleichen Aufgaben wie hieisge Medizinstudenten im vierten Jahr: bei neuen Patienten die Erstbegutachtung, Anamnese und Status, bei Patienten auf der Aufnahmestation "Evolution", d.h. drei mal täglich Status und alle 24h eine neue Begutachtung. 
Die Arbeit begann morgens um 5:30 und endete meist gegen 17:00.

Da ich mir endlich mal eine Famulatur für mein Curriculum anrechnen lassen wollte wechselte ich nach einer Woche in Gastro- (Bauch)chirurgie.
Anfangs verbrachte ich meine Zeit mit einem Team kolumbianischer Studenten. Das vierte Jahr ist hier klinisch und so folgte ich ihrem Stundenplan. Wir hatten täglich jeweils 1-3h Seminar und bis zu 6h Arbeit entweder im consultorio – der Ambulanz -, einer Art Aufnahmestation oder im OP. 
Hier begann der Tag um 7:00 und endete gegen 18:00 wobei wir Mittags ca. 2h Pause hatten.
Die Arbeit selber war recht fad da wir zu viele Studenten waren und dadurch der einzelne wenig machen konnte. Die Tätigkeiten beschränkten sich praktisch auf Anamnese und Status.

Nach zwei Wochen bat ich um Erlaubnis ausschließlich im OP arbeiten zu dürfen was mir ohne weiteres erlaubt wurde.
Der OP-Plan begann um 7:00, der Chirurg kam aber frühestens um 8:30 so dass wir meist erst gegen 9:00 oder sogar später anfingen. Bei den meisten durfte ich steril am Tisch stehen und als zweite oder nicht selten sogar als erste Assistenz mitarbeiten. Die Arbeit war meist recht interessant weil die Profs sich sehr über einen ausländischen Gast freuten, viel fragten und während der OP meist viel erklärten. Je nach Prof und OP-Plan hatte ich hier keine oder bis zu 1h Mittagspause, heim ging ich zwischen 15:00 und 19:00.

Alles in allem war der Monat in Cali vom akademischen Blickwinkel nett, wobei Trauma das Beste war. Chirurgie war nicht schlecht aber nichts besonderes.


Haupteingang des HUV

Einer der acht OPs im Haupt-OP
 Der "filtro" - ein Auffangbecken für alle Notfallpatienten (außer Trauma), 
bevor sie erstbegutachtet werden

Ausserhalb des Krankenhauses
... habe ich mich selten frei bewegt. Cali halte ich für eine ziemlich gefährliche Stadt weswegen ich meist mit Taxis unterwegs war. Ausserhalb der Stadt war ich deswegen umso lieber. Jedes Wochenende war ich auf Ausflügen in die nähere oder weitere Umegbung die hier wirklich wunderschön ist.
Begleitet wurde ich von lieben Leuten die ich hier kennen gelernt hatte.
An einem verlängerten Wochenende zum Beispiel fuhr ich ins knapp 5h entfernte Salento wo Sebi mittlerweile ein zeitweiliges Heim gefunden hat! Ein anderes Wochenende waren wir wandern, wieder ein anderes in einem Nationalpark campen, mit über-dem-Feuer-kochen und Sternegucken.

 Ich wohnte bei einer kolumbianischen Oberklasse-Familie. Die Wohnung hatte gute 350 qm, ich ein eigenes Zimmer, ein Hausmädchen und gelegentlich einen Chaffeur.
Mittags aß ich in der Uni in einer unsäglich schlechten aber billigen Kantine oder in einem der dutzenden Restaurants ums Spital rum.
Das kolumbianische Essen finde ich allgemein ziemlich schlecht. Zwar gibt es unglaublich viele tolle Früchte (die exotischsten gibt es bei uns gar nicht: Lulo, Chontaduro, Tomate de arbol - Baumtomate), diese werden aber fast ausschließlich als Saft verwendet. Ein Frühstück besteht meist aus Kaffee und Rührei mit Arepas, das sind dicke Maisfladen mit Käse. Ein klassiches Mittagessen ist meist eine Suppe mit Huhn, Kochbanane und Kartoffeln und ein Hauptgericht mit sehr fettigem Fleisch, Kochbanane und Reis mit Linsen oder Bohnen – also Kohlenhydrate, Kohlenhydrate und Fett. Abwechslung gibt es kaum. 
In der ersten Woche aß ich effektiv 2-3 Eier pro Tag und an 2-3 Mahlzeiten pro Tag Fleisch. Schließlich erklärte ich mich als Vegetarier und weigerte mich Eier zu essen. Die Familie war sehr verwirrt und das Hausmädchen schmuggelte mir anfangs immer wieder Huhn ins Essen (denn pollo zählt nicht als carne) aber schließlich akzeptierten sie meine exzentrischen Essgewohnheiten. Fettig war das Essen trotzdem.

 Valle de Cocora in der Nähe von Salento
Lago Calima
untypisches kolumbianisches Mittagessen:
viel Salat, wenig Reis


Montag, 9. Mai 2011

Quito - eine ganz besondere Famulatur

Den April verbrachte ich in Quito.

Die Unterkunft
Nach ein paar Tagen in einem Hostel fand eine Art WG: ein privat vermietetes Haus mit 4 Gästezimmern, geteiltem Bad, Küche, Wohn- und Esszimmer. Dort wohnte ich für 220 USD/Monat zusammen mit einem Kölner GTZ-Mitarbeiter und einer französischen Seismologin. ausserdem wohnte noch Tante Olga dort, die Tante des Besitzers die ein wenig putzte und nach dem rechten sah.
Mein Zimmer war nicht sehr groß und die Fenster lausig isoliert (zumindest im April war es sehr kalt in Quito, zwischen 10 und 15°C); aber: ich fühlte mich richtig daheim. Das lag hauptsächlich an den Leuten. Es war ein richtig heimeliges WG-feeling. Nach der Arbeit machte man sich ein Bier auf und setzte sich mit den Mitbewohnern an den Küchentisch, quatschte oder kochte zusammen. Oft setzte sich Olga dazu, eine sehr freundliche und hilsbereite Person, oder es kamen der Besitzer, ein anfang-Dreissiger der schon die halbe Welt gesehen hat oder seine Eltern dazu. Hauptsächlich wegen der Atmosphäre, aber auch wegen der praktischen Lage kann ich Casa Amaru wärmstens empfehlen.

Die Famulatur
Die Famulatur im Hospital del Sur war alles in allem nicht so toll.
Das Hospital war gut in Schuss und auch von der Versorgung oder den Ressourcen her nicht übel.
Die Arbeit aber war wenig praktisch ausgelegt. Ich arbeitete schliesslich meist von 8 bis 12, Nachtdienste hatte ich versucht, lohnten sich aber nicht. Während dieser 4 Stunden machte ich Visite zusammen mit der einzigen Ärztin die die Motivation fand wirklich "Lehre" zu betreiben. Wir besprachen alle aktuellen Fälle, untersuchten einige nach und schrieben den Plan für den Tag. Dadruch bekam ich mehr Routine in internistischen (Not)fällen. Wirklich akute Notfälle gab es irgendwie recht selten; mit traumatologischen Fällen hatte ich fast nichts zu tun. Praktisch machte ich lediglich arterielle Blutgasabnahmen.
Ich habe während meiner Zeit dort schon etwas gelernt, würde es aber nicht noch mal machen und kann es auch nicht empfehlen.

Die Stadt
Quito gilt als eine der gefährlichsten Städte in Südamerika. Mittlerweile in Cali, Kolumbien, mit 10 Toten pro Tag allein in unserer Notaufnahme (inkl. Innere Med. und Not-OP), kann ich darüber nur lachen.
Fakt ist aber: Diebstahl und Überfälle sind sehr häufig in Quito. In keiner anderen Stadt bisher habe ich von so vielen Überfällen gehört - auf Touristen und Einheimische. Sehr viele der Überfälle finden an touristischen Hot-Spots statt: Dem Mariscal - dort befinden sich fast alle Unterkünfte, Bars, Clubs und Restaurants -, der Altstadt, dem Busbahnhof. Solange man aber keinen Widerstand leistet droht in den allermeisten Fällen zumindest aber keine körperliche Gefahr. Ausserdem lässt sich mit Vorsicht und dem Befolgen der altbekannten Reiseregeln einem Überfall fast sicher vorbeugen.
Eine wirklich schöne Stadt ist Quito insgesamt nicht, auch wenn es wunderschöne Ecken un der Altstadt gibt. 
Nichtsdestotrotz ist es eine interessante, ja, faszinierende Stadt mit einem tollen Freizeitangebot und atemberaubender Umgebung. Ich habe mich in meiner Zeit dort sehr wohl gefühlt und freue mich schon auf meine Rückkehr.

... und sonst so?
... hatte ich eine tolle Zeit in Quito. Das ist meinen Mitbewohnern zu verdanken, einem netten Kollegen aus den USA den ich im Spital kennen lernte - und nicht zuletzt einer ganz besonderen Kollegin mit der ich sehr viel Zeit (eigentlich jeden Tag) verbrachte und wegen der ich im Juni auch wieder nach Quito zurück kommen werde. ;) Mit ihr machte ich auch einen kleinen Ausflug in das ecuatorianische Amazonasgebiet sowie in die Anden.

am Äquator

 Blick über den Nordteil Quitos, mit Blick Richtung Süden zum Panecillo mit der Engelsstatue
 im Amazonasgebiet

Panama - Colombia

an Bord des Schiffes "Luka S/V" unter Captain Tomek setzte ich am 23.3. von Portobelo, Panama nach Cartagena, Kolumbien über. Das ganze kostete 440 USD und dauerte 5 Tage, wobei wir 3 Tage davon im Archipel von San Blas verbrachten.
Die Überfahrt war schlicht und einfach großartig. Ich hatte das Glück nicht seekrank zu sein (inm Gegensatz zu 6 der 11 anderen Passagiere). Angekommen auf San Blas war aber auch schon wieder alles gut und wir verbrachten wunderbare Tage mit schnorcheln, schwimmen, Obst, Fisch und Hummer essen und netten Abenden an Deck.
Die anderen Passagiere waren zum Großteil sehr interessante Charaktere mit denen ich zum Teil auch jetzt noch Kontakt halte.
Captain Tomek ist eine bemerkenswerte Person. Er steht im Guiness Buch der Rekorde als letzter Einhand-Weltumsegler ohne Stop; nicht zuletzt deswegen hat er ziemlich viel Erfahrung auf den Weltmeeren.
Darüber hinaus ist er ein großer Philosoph und ich verbrachte Stunden diskutierend mit ihm auf der Brücke.

Am 27.3. kamen wir schließlich in Cartagena an. da mein Flug nach Quito erst am 30.4. ging hatte ich also noch ein paar Tage in der wunderbaren kolumbainischen Hafenstadt.

Zum Schluss noch ein paar Links meiner Freunde:
http://vnextstop.com /Diana und Zilvinas aus Litauen machen von den USA aus eine Weltreise. Mit dem Fahrrad. Beide sind hervorragende Fotografen, ihre Fotos sind sehr sehenswert.
http://globelovers.over-blog.com Blog von Jocelyn und Perrin, auch auf Weltreise. viel Text, aber ein paar nette Fotos sind auch dabei
http://www.soloaroundtheworld.com/ die Seite von Captain Tomek auf seiner Solo-Einhand-Weltumsegelung
http://social.skipthedariengap.com/ Tomeks seite mit Infos zur Passage zwischen Panama und Kolumbien



Montag, 21. März 2011

Panama city

Ich kann leider nicht viel schreiben weil ich gleich los muss.
Ich fahre gleich nach Portobelo an der Kueste; dort gehe ich morgen an Bord der S/V Luke und setze via San Blas nach Cartagena, Kolumbien ueber.
Es gibt viel zu erzaehlen, ich hoffe ich finde bald Gelegenheit dazu.

Freitag, 18. März 2011

Boquete, Panama - die ersten Tage allein

11.3.-14.3. - Isla Ometepe, Nicaragua
14.3. -> San Jose, Costa Rica
16.3. -> Boquete, Panama

Das waren so meine letzten paar Tage.
Am 14.3. trennten Sebi und ich uns; er reist jetzt nur noch herum waehrend ich noch 2 Famulaturen vor mir habe. Ich bin also alleine nach Costa Rica gefahren.
Das alleine reisen ist ungewohnt - vor allem das Kochen - aber ich komme gut damit zurecht.
San Jose schien mir recht fad. Gestern bin ich in Boquete angekommen.
Lange habe ich darauf gewartet sagen zu koennen:
"Oh wie schoen ist Panama!"
Und es ist wahr. Boquete ist wunderbar. Fuer Sebi: Ein wenig wie eine Mischung aus Creel und Juayua. ;)
Bei einem ausgedehnten Spaziergang um die Stadt habe ich just in einem kleinen Dorf namens Arco Iris einen wunderbaren Regenbogen gesehen, spaeter Kolibiris. Zauberhaft.
Ich bleibe noch einen Tag, uebermorgen gehts nach Panama.

Freitag, 11. März 2011

Guatemala: Santiago, Antigua/ El Salvador: El Zonte, Juayúa, San Salvador/ Nicaragua: León

Wow. Ist der letzte Blog schon wieder fast nen Monat her. So viel passiert...
Am 24.2. war unser letzter Arbeitstag im Hospitalito;

wir verbrachten danach noch ein paar entspannte Tage in Santiago. Regina, eine Bekannte aus Wien stiess mehr oder weniger zufaellig zu uns und wir beschlossen gemeinsam nach El Salvador zu fahren. Am Sonntag, 27.2. brachen wir auf und kamen nach einer Nacht in Antigua am 1.3. in El Zonte an der Costa de Balsamo (Balsamkueste) an.

Wir verbrachten dort eine wunderbare Woche; nach fuenf Tagen schwimmen, surfen, Capoeira und in-der-haengematte-haengen fuhren wir nach Juayúa, einem wunderbaren kleinen Staedtchen, umgeben von sanften Huegeln und Kaffeeplantagen.

Auch dort hatten wir eine tolle Zeit - das kleine Hostel "Casa Mazeta" von Alex dem Franzosen und die gemuetliche Atmosphaere motivierten Sebi eines Abends zu dem Kommentar: "ich habe mich in ganz Zentralamerika noch nie soo daheim gefuehlt!".
 Nach fast 2 Wochen mit Regina mussten wir uns am Mittwoch, 9.3. in der Frueh trennen.
Regina hat nur noch einen knappen Monat hier und wollte nach Honduras, Sebi und ich nach Nicaragua. Schweren Herzens, weil wir wirklich eine gute Zeit gemeinsam hatten, fuhren wir nach León. Nach gut 13 Stunden Fahrt kamen wir schliesslich an.
Das Hostel in dem wir nun sind gefaellt uns aber ueberhaupt nicht und die Stadt ist zwar nett, aber auch nicht viel mehr. Wir fahren also morgen weiter auf die Insel Ometepe im Nicaraguasee.


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Dienstag, 15. Februar 2011

Xela - ein aufregendes Wochenende

Am Freitag war ich wieder fit und so machte ich gleich dienstplangemaess meinen 24h-turno.
In der Frueh fragte uns José, ein Arzt im Hospitalito und mein turno-Kollege, ob wir nicht am naechsten Tag mit ihm in seine Heimatstadt Xela fahren wollten. Das war eh fuer 2 Wochen spaeter geplant. Wir sagten spontan zu.
Der Turno mit ihm verlief dann noch recht spannend.
Neben einigen anderen fuer mich sehr interessanten Praemieren die ich hier (mit Ruecksicht auf manche Leser) nicht weiter ausfuehren moechte holte ich um 23.30 "mein" erstes Kind auf die Welt! Ich hatte schon bei mehreren Kaiserschnitten assistiert (auch als 1. Assistenz), aber eine Geburt zu leiten ist dann doch noch mal was anderes.
Um 2:00 war ich dann im Bett. Um 4:00 wurde ich geweckt, es gaebe einen Patienten. In der Notaufnahme wunderte ich mich das José nicht da war - ich war als einziger geweckt worden (wieder eine Praemiere). Der Patient war recht typisch fuer das Hospitalito/ Santiago, deswegen moechte ich kurz ein wenig davon erzaehlen:

Der Patient war ein 15-jaehriges Buerschchen. Auf dem Triage-zettel stand als Konsultationsgrund "debilidad" - Schwaeche.
 Total schlaftrunken spulte ich mechanisch ein Standardprogramm ab. Was ihm denn fehle? - er fuehle sich schwach - seit wann denn? - seit 1:00 - seit 3 Stunden??? - ja - es folgte der Rest der Anamnese die praktisch nichts auffaelliges ergab, ausser, dass er sich seit 3 Stunden "schwach" fuehle, ohne das konkretisieren zu koennen. Ich erlaubte mir die Frage, warum er denn unedingt jetzt, mitten in der Nacht, in die Notaufnahme kommen muesse. Leider verstand er mit seinem wenigen Spanisch die Frage nicht und auch auf Tz'utujil uebersetzt war es ihm noch nicht klar, was ich meinte. Schade.
In meiner Schlaftrunkenheit glaubte ich tatsaechlich die ganze Zeit noch, "da muss doch was sein, der hat doch irgendwas...".
Ich machte also einen kompletten (!) Status inklusive kompletten (!!) Neurostatus. Natuerlich vollkommen ergebnislos. Etwas frustriert fragte ich schliesslich, was er sich denn von mir erwarte. "nur ein paar Vitamine, Herr Doktor...".
Grossartig.
Ich suchte ihm ein paar Zucker-Vitamintabletten aus der Apotheke zusammen, schrieb ihm ein ganz wichtig aussehendes Rezept wie er denn die Zuckerl einzunehmen habe und kam mir dabei ein wenig vor wie ein Teddydoc. (Anm.: Das Teddybaerkrankenhaus ist ein Projekt der AMSA in dem wir jaehrlich mehrere hundert Kuscheltiere verarzten um Kindern das Mysterium Krankenhaus zu erklaeren).
Beim bezahlen der Rechnung (2,10€ fuer Vitamintabletten, 5,00€ fuer die Konsultation) quatschte der Pfleger noch ein wenig mit dem Patienten auf Tz'utujil. Ich stand daneben und starrte Loecher in die Luft. Ploetzlich meinte der Pfleger: "Ich glaube er hat gekrampft". Mein erster Gedanke war "Neeeeein, das darf doch nicht wahr sein! Bitte lass es nicht wahr sein, sonst muss ich José wecken, wir muessen ihn aufnehmen und das bedeutet mehr Arbeit und weniger schlafen!" - Hups...
Waehrend Anamnese und Untersuchung hatte der Patient wohl gemerkt kein! Wort in die Richtung angedeutet, noch hatte ich Anzeichen dafuer gefunden.
Auf genauere Nachfrage stellte sich allerdins heraus, dass er wohl lediglich aus dem Bett gefallen war, sich den Kopf angehauen hatte, einen Brummschaedel hatte, danach wachlag und sich Sorgen gemacht hatte.
Puh....

Danach konnte ich leider nicht mehr einschlafen; ich stieg also morgens um 10:00 mit 2 Stunden Schlaf in die Lancha (Motorboot) nach Panajachel.
Die Lancha war total vollgestopft, mit 17 Mann an Bord war sie mehr als voll besetzt. Sobald wir auf offenem Wasser waren stellte sich der Lago Atitlán als sehr unruhig heraus. Dummerweise fuhren wir auch noch gegen Windrichtung, so dass wir ganz schoen ueber die Wellen huepften. Die Wellen wurden auf offenem Wasser bis zu 1,5m hoch und nach jedem Wellenberg tauchten wir fast mit dem Bug in die naechste Welle ein. Die Leute wurden unruhig, der Steuermann verteilte das Gewicht um. Aenderte nichts. José neben mir, ein ehemaliger Nationalkaderschwimmer, zog sich schon mal die Schuhe aus damit er nachher leichter schwimmen konnte. Endlich entschloss sich der Steuermann zu wenden und zurueck nach Santiago zu fahren. Grosses Aufatmen. Wir landeten dann aber schliesslich an einem Steg ausserhalb von Santiago.
Nach einem laengeren Spaziergang wurden wir dann schliesslich auf der Ladeflaeche eines Pickups stehend nach San Lucas gebracht, von dort ging es mit einem Chickenbus nach Los Encuentros, von dort mit einem weiteren Bus kurz vor Xela und dann mit einem weiteren Bus ins Zentrum von Xela. Nach 3 oder 4 Microbussen waren wir dann schon bei José daheim und wurden von seinen Eltern sehr sehr freundlich aufgenommen.
Wir schauten uns die Stadt an, schliefen ein Stuendchen und gingen Abends mit José und einigen Freunden fort. Fortgehen in Xela ist nicht ganz so spektakulaer, da alle Lokale um 24:00 schliessen muessen.
Zum Glueck gibt es da "du weisst schon, diese Bar..", deren Besitzer einen Deal mit der Polizei gemacht hat und so rund um die Uhr offen hat und Alkohol verkauft. Ausserdem darf man bei ihm rauchen, was man sonst im ganzen Land nicht darf. Klingt alles ein wenig dubios? Ist es auch. Unsicher ist es trotzdem nicht, weil 3 fruendliche Gentlemen mit Pumpguns an der Tuer stehen und aufpassen, dass alle brav bleiben.

Nachdem wir bis 11:00 am Sonntag geschlafen hatten standen wir auf, fruehstuckten und wollten unseren Plan umsetzen, die Laguna Chicabal zu besuchen, einen Wassergefuellten Vulkankrater ausserhalb von Xela.
Nach einigem hin und her und wieder zurueck hatten wir uns schliesslich ein Auto ausgeliehen und fuhren zur Laguna. Um nicht so weit laufen zu muessen fuhren wir so weit wie moeglich mit dem Auto. D.h.: José fuhr, wir liefen hinterher, weil das Auto die wahnsinnige Steigung sonst nicht geschafft haette. Mit kochendem Motor liessen wir das Auto dann schliesslich stehen und wanderten noch eine knappe Stunde zur Laguna.
Diese ist uebrigens ein heiliger Ort fuer die Maya. (Das absurdestes an der Wanerung war, dass es ziemlich steil war, sowohl bergauf als auch bergab und ich die ganze Zeit ein Stueck Torte auf der Hand balancierte das wir uns als Nachtisch mitgenommen hatten. Das stelle man sich bitte bildlich vor)
Am Ufer angekommen picknickten wir. Es gab ein ganzes Grillhendl mit Tortillas. Leider hatten wir kein Besteck, so dass das Picknick am heiligen See der Maya eine sehr urige Erfahrung war.
Zurueck beim Auto war es schon dunkel. Bergab starb staendig der Motor ab was angesicht der Steigung wiederum recht ... aufregend war. Wir schafften es aber sicher nach Xela. Heute, am Montag, fuhren wir dann allein wieder zurueck nach Santiago. Diesmal war der Weg ein Klacks. ;)
Erwaehenswert ist uebrigens das "oeffentliche Verkehrssystem" in Xela: hunderte kleine asiatische Minibusse (Toyota, Kia...) mit 12 Sitzplaetzen, die regelmaessig mit bis zu 2 Personen vollgestopft werden (ich habe sie gezaehlt! Nicht uebertrieben!). Jeder Platz wird doppelt besetzt und ein paar stehen dann noch... die kleinen Maya muessen sich auch nur ein bisschen ducken. Sebi stand total verkruemmt da....
auf dem Pickup
 im Chickenbus
 in Xela
am See

Donnerstag, 10. Februar 2011

Santiago Atitlán - Zwischenstand

Wir sind jetzt seit knapp 3 Wochen hier.
Die Arbeit macht nach wie vor viel Spass, wir koennen sehr selbststaendig arbeiten und es kommen immer mehr tolle Aerzte aus den Staaten von denen wir lernen koennen.

Das Spital an sich andererseits frustriert mich immer mehr. Ich habe nicht (mehr) den Eindruck, dass es ein Spital ist um den "aermsten der Armen zu helfen" (Mission Statement); vielmehr habe ich den Eindruck, dass sie versuchen ein Spital nach westlichen Massstaeben aufzur bauen.
Die Arbeitsablaeufe an sich sind langsam und ineffizient, was die Arbeit oft sehr frustrierend macht.
Zuletzt scheint kein Interesse vorhanden zu sein, Gesundheits- Bildungs- odeEntwicklungszusammenarbeitsprojekte wirklich zum laufen zu bekommen. Ideen und Potential gibt es zuhauf (und das seit Jahren), nur fehlt der Wille mal damit anzufangen (oder das Interesse?).
Das ist sehr sehr traurig und fuehrt zu meiner Conclusio das Projekt nicht weiter (zB von AMSA-Seite) zu unterstuetzen.

Jenseits des Spitals entdecken wir erst langsam, dass es auch schoene Seiten von Santiago gibt. Die Stadt selber sehe ich nach wie vor als graues, staubiges Loch. Sobald man aber ein wenig ausserhalb geht oder einen der "Gringo-Orte" besucht, zB die Posada Santiago oder das Hotel Bamboo, zwei Hotels hier die uns Volunteers sehr freundlich gegenueber stehen, so lernt man die Schoenheit dieses Ortes bewundern. Auch die Tatsache, dass es dort exzellentes Essen, fantastischen Kaffee und Kuchen gibt und nicht zuletzt nette Gespraeche mit Leuten aus unserem Kulturkreis macht beide Orte willkommene Ausflugsziele.

Seit Dienstag habe ich eine Streptokokkenangina; dank Antibiotikum und Novalgin geht e mir ganz gut und ich kann mal ein paar freie Tage geniessen - die letzten Wochen mit jew. 72h Arbeit waren doch recht anstrengend.


auf dem Weg zur Posada - Abenddaemmerung
bei der Posada tagsueber
ein Kolibri!!!
auf dem Weg zur Posada - Abenddaemmerung
auf dem Steg des Hotel Bamboo

 auf dem Steg des Hotel Bamboo
 auf dem Steg des Hotel Bamboo - Blick Richtung Santiago
 auf dem Steg des Hotel Bamboo
auf dem Steg des Hotel Bamboo bei Angeln

Freitag, 4. Februar 2011

Santiago Atitlán - die ersten 2 Wochen

ouf, jetzt sind wir schon seit 2 Wochem hier (heute auf den Tag genau) und ich habe noch keinen einzigen Eintrag geschrieben. Das spricht doch fuer sich!
Also zunaechst einmal: uns gehts gut und wir sind gesund.

Wir sind in einer 12-koepfigen Familie untergebracht, jeder hat zum Glueck ein eigenes Zimmer. Seit gestern wohnt hier auch noch eine hollaendische Krankenschwester was das ganze deutlich angenehmer macht weil der Grossteil der Familie nur Tz'utujil spricht so dass wir so nebeneinander her leben.
Zu Essen gibts Eier (Ruehrei oder Omelett), Frijoles (Bohnen als Suppe, mit Sosse oder pueriert), Reis mit Fleisch oder Nudeln mit Fleisch, alles in jeder erdenklichen Kombiantion, auch zum Fruehstueck (heute zB: Eierreis). Dazu gibts immer (immer, immer, immer...) kleine guatemaltekische Tortillas die die Frauen des Hauses den ganzen Tag selbst machen. Das Essen ist nicht schlecht, nur immer das gleiche, und enorm Kohlenhydrat-haltig.

Santiago ist eine recht grosse Stadt (50.000 Einwohner), allerdings sehr sehr konservativ und traditionell.
Man sieht kaum eine Frau die nicht in Tracht rumlaeuft. Die Maenner tragen meist westliche Kleidung.
Santiago hat vor allem zwei Probleme: es ist arm und die Bildungsstand ist nicht sonderlich hoch.
Selbst die oeffentliche Schule kostet etwas so dass sich viele Familien keine Schulbildung leisten koennen.
Da in den Familien Tz'utujil gesprochen wird und die Kinder erst in der Schule Spanisch lernen (dort wird dann allerdings nur Spanisch gesprochen, Tz'utujil-Unterricht gibt es nicht...) sprechen viele Leute also wenig bis kein Spanisch. Spanisch wiederum ist aber Amtssprache und alle oeffentlichen Geschaefte werden darin abgewickelt; das fuehrt dazu, dass ein Grossteil der Bevoelkerung (60% nur Tz'utujil-sprachige in Santiago) von wesentlichen Alltagsgeschaeften ausgegrenzt sind.

Die andere Kultur ist ein ganz wesentlicher Anteil unserer Alltagsarbeit neben der eigentlichen Behandlung selbst.
So muss frischen Eltern erst erklaert werden, dass man nicht das Gesicht des Neugeborenen abdecken sollte (der Schutz gegen boese Geister).
Wenn wir Ernaehrungsempfehlungen geben werden wir stets gefragt ob die Speisen kalt oder warm eingenommen werden sollen. Wenn wir nicht darauf eingehen oder es nicht von uns selbst aus erwaehnen werden wir fuer ungebildet gehalten. Schliesslich weiss doch jeder gute Maya, dass die warme Nahrung einer Schwangeren das Kind schaedigt.
Wenn wir einem Diabetiker erklaeren, dass er auf Cola verzichten sollte kommt fast obligatorisch die Frage: "aber Fanta geht schon, oder?"; wenn wir auch das negieren wird nach Sprite gefragt usw.
Das ganze geschieht selbstverstaendlich durch Pflegekraefte als Uebersetzer.

An Krankheiten begegnet hier uns sehr oft COPD (chron. Lungenerkrankung, in unseren Breiten als "Raucherlunge" bekannt), allerdings meist nur bei Frauen - sie kochen meist an Holzoefen ohne Abzug, so dass sie schon ab 30 Husten wie bei uns nur die Teerlungen.
Diabetes und Bluthochdruck sind wegen des praktisch nicht-existenten Gesundheitsbewusstseins (zumindest so wie wir es verstehen) sehr weit verbreitet und oft ist die Behandlungsbereitschaft der Patienten gering. Die Medikamente sind teuer und laestig und beides sind Krankheiten die man unmittelbar erst an ihren Spaetfolgen merkt.
Haeufig sind auch Kraetze, Giardiasis und Amoeben-Ruhr.

Das Hospitalito Atitlan ist seit Ende November 2010 in einem grossartigen Neubau untergebracht der immer noch im Bau begriffen ist. Fuer ambulante Patienen verfuegen wir momentan ueber drei Sprechzimmer, zweimal die Woche Akupunktursprechstunde in einem vierten Sprechzimmer sowie eine fast fertige Zahnarztpraxis (aber noch keinen Zahnarzt). Fuer Notfallpatienten bieten wir eine 24/7-Notaufnahme mit vier Betten, einem EKG (das bei jedem Patienten markante Hebungen inV1-V3 anzeigt - Herzinfarkt), Moeglichkeit zur Intuabtion (aber keine zur Beatmung) sowie diverses chirurgisches Material. Auch die Kreiszzimmer mit vier Betten sind rund um die Uhr bereit. Die kleine Krankenstation bietet momentan fuenf Betten von denen meist 2-3 belegt sind. Schliesslich verfuegen wir ueber einen einen OP fuer kleinere Eingriffe und Kaiserschnitte inkl. eingener Sterilisation.
Das aerztliche Personal setzt sich aus insges. 5 guatemaltekischen Aerzten, 2 Langzeit-Volunteers aus den USA und einer staendig wechselnden Menge aus Studenten und Fachaerzten aus aller Welt zusammen, momentan: Sebi und ich, Silivia aus Spanien, Erin und Scott aus den USA, Guy, Internist aus den USA und Kathleen, Gynaekologin, USA.
Das Pflegepersonal ist guatemaltekisch, momentan unterstuetzt von Megan aus den USA und Sandra aus Holland.
Waehrend eines Tages arbeiten in der Notaufnahme ein Arzt und ein Student sowie 1-2 Pfleger; auf der Station sind 2 weitere Pfleger. In den consultorios arbeiten 3 Aerzte (davon ein Gynaekologe) und 2 Studenten sowie 2 Pfleger.
In der Notaufnahme sehen wir 6-12 Patienten pro Tag, in den consultorios sieht jeder Arzt etwa 8 Patienten.
Da wir das einzige Spital mit Notaufnahme und ernstzunehmender Sprechstunde im Umkreis von mind. 3h sind bekommen wir von Gynaekologie, Paediatrie und Geriatrie ueber Trauma und Ortho bis zu Derma, HNO und natuerlich Innere wirklich alles zu sehen.
Das macht die Arbeit natuerlich sehr reizvoll.

Was machen wir eigentlich so?
Als Studenten sind wir immer einem Arzt zugeteilt; meistens arbeiten wir allein (oft ganz allein, manchmal unter Supervision) manchmal unter Drauf-sicht; hin und wieder schauen wir auch nur zu (meist bei Gyn).
IdR erheben wir also unsere Anamnese, untersuchen, ordnen Tests an (sehr begrenzt, da jeder Test fuer die Patienten viel Geld kostet), praesentieren das dann unserem Kollegen und besprechen die Therapie. Wenn viel los ist machen wir aber auch das oft schon alleine.
Etwas gruselig war es am Anfang schon wenn man unter ein Rezept seinen eigenen Namen setzt, unterschreibt und zum Schluss dem Patienten einen Termin zur Wiedervorstellung mit dem eigenen Namen drunter in die Hand drueckt, aber man gewoehnt sich dran.

Insgesamt ist die Arbeit also sehr interessant und macht Spass, die Aerzte (v.a. die Amerikaner) sind grossartig, nett und man lernt viel.
Die Freizeitgestaltung ist hier ein wenig eingeschraenkt und Santiago ist auch keine wirklich schoene Stadt, aber es geht schon.

Eine Abschiedsanekdote habe ich in dem Sinne gerade nicht zur Hand, aber zu berichten, dass ich unter all den Mayapatienten auch ein paar Gringos hatte und tatsaechlich: eine Duesseldorferin und eine Dame aus Bad Oeynhausen. War nett auch mal wieder ein Patientengespraech auf Deutsch zu haben.

 mein Zimmer

Blick von der Terrasse unseres Hauses auf dem Vulkan San Pedro
Blick auf Santiago

Hospitalito Notaufnahme

Hospitalito Notaufnahme


Sonntag, 16. Januar 2011

Chichén Itzá, Palenque, Tikal

Nach Cuba haben wir einen guten Sprint quer durch die Peninsula Yucatan rueber nach Guatemala hingelegt.
Dabei hatten wir eine super Zeit.
In Chichén Itzá schliefen wir eine Nacht in der Hanegematte; in Campeche trafen wir die tollsten Leute der ganzen bisherigen Reise und verbrachten einen super Tag. In Palenque verbrachten wir 2 Naechte mitten in Dschungel und sahen grossartige Mayabauwerke.
Gestern brachen wir um 6:00 in einem kleinen Minivan zur guatemaltekischen Grenze auf. An der mexikanischen Grenze stiegen wir in ein Motorboot um das uns eine Stunde nach Bethel transportierte, nach Guatemala. Dort wurde ich am Grenzposten mit einem "Bienvenidos a Guatemala, Benedict" begruesst. Ein Bus wartete schon auf uns, nicht vergleichbar mit den mexikanischen Luxuslinern, abe rnoch kein Chickenbus. 4h Fahrt, davon ein Grossteil ueber Schotterpisten. Ein grossartiger Guide hiess uns nochmals willkommen und organisierte neben der Unterkunft fuer alle im Bus die jeweilige Weiterfahrt per Telefon und verkaufte auch gleich die Bustickets. In Flores angekommen suchten wir uns ein Hotel mit Seeblick aus (Flores liegt auf einer Insel) und stolperten gleich in DIE Fiesta des Jahres, die Fiesta de Cristo negro, des schwarzen Jesus. Alle waren fein herausgeputzt und mit viel Geboeller und schiefem Gesang wurde ein schwarzer Christus einmal um die Insel getragen. Am Hauptplatz liessen wir uns lecker Grillfleisch schmecken - wie bei einem Pfarrfest bei uns! Dazu gab es Tortilla. Wie koennten wir ohne sie auskommen. Waehrend wir so dasassen und das verbrannte Fleisch mit einer roten Fanta runterspuelten hoerten wir, wie gerade zwei mit einem australischen Akzent verzweifelt versuchten etwas zu Essen zu bestellen. Als wir genauer hinsahen erkannten wir Jodi und Vanessa, die zwei Maedels die wir vor ueber einem Monat in Mexico City kennen glernt hatten!
Leider fuhr ihr Bus nach Antigua bereits eine Stunde speater so dass wir nur schnell bei einem Drink Neuigkeiten austauschten und uns dann fuer "Monday, 8pm, in Antigua on the main plaza" verabredeten. Heute in der Frueh waren wir dann um 6:00 im nahenTikal um die Ruinen zu erkunden; jetzt warten wir auf unseren Bus der uns durch die Nacht nach Antigua bringen wird. Ja, durch die Nacht. Wir hatten auch bedenken, aber unser Guide (der fuer die Busgesellschaft arbeitet) versicherte uns, dass 1.Klasse-Busse sicher seien. Nur die 2.Klasse-Busse wuerden ueberfallen werden. WIr kommen also morgen frueh um 7:00 in Antigua an und werden dort bis zum 20. bleiben. Dann gehts zu unserer naechsten Praktikumsstelle nach Santiago Atitlán.
Auf den ersten Blick wirkt Guatemala schon aermer als Mexico; es wirkt aber sehr aehnlich. Die Leute sehen aehnlich aus wie inidgena in Mexico, sind aber huebscher. Sprachlich kein Problem. Flores ist enorm aufgeraeumt. So weit so gut, wir hatten einen super Start hier, sind sehr gespannt was uns erwartet und freuen uns auf die naechsten Stationen! :)

Cuba - Nachtrag

Ich moechte noch kurz etwas hinzufuegen zu unserer Feststellung, wir haetten uns nicht so super wohl gefuehlt in Cuba und es sei kein "wirklich nettes Reiseland fuer Backpacker".
Ich hatte aufgefuehrt, in Cuba sei die Diskrepanz zwischen arm und reich so arg und die Lebensumstaende der armen Bevoelkerung so erschreckend.
Natuerlich gilt das fuer ganz Lateinamerika.
Der Unterschied ist allerdings: Waehrend in Lateinamerika die Armutsquote bei ca 40-50% liegt (lt. Sebi) ist sie in Cuba deutlich hoeher, gefuehlt 80-90%. Sprich: Es geht wirklich allen schlecht.
Dazu kommt, dass, waehrend man in Mexiko auch Mittel- und Oberschicht sieht, die "Reichen" in Cuba praktisch ausschliesslich die Auslaender darstellen. Der breiten Bevoelkerung geht es also schlecht, nur die Touristen stellen dijenigen dar, die an einem Tag gut und gerne mal ein Jahreseinkommen ausgeben.
Deswegen wird man verstaendlicherweise als wandelnde Geldtasche angesehen und entsprechend behandelt. Das ist in Ordnung, aber sorgt nicht dafuer, dass man sich besonders wohl fuehlt.
Ausserdem moechte ich mich fuer mein fuerchterliches Deutsch entschuldigen. Ich hoffe. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich besser Spanisch spreche als Deutsch: im Deutschen mache ich mittlerweile oft Satzbau- oder Geschlechtsfehler... ist halt schon verwirrend wenn man sich die ganze Zeit abwechselnd auf Deutsch, Spanisch und Englisch unterhaelt.
Hier noch ein paar Fotos:





Samstag, 15. Januar 2011

Cuba - Résumé

Cuba... ouf. Vom 27.12.-10.1. waren wir in Cuba. Es war schon schoen, aber auch sehr bedrueckend; wir haben uns selten wirklich wohl gefuehlt und waren sehr froh als wir das Land wieder verlassen konnten.
Warum? Ich moechte mal ein wenig unsere Erfahrungen schildern und ein paar Tips zum Reisen geben.

Land                                                                                                   
Cuba per se ist ein schoenes Land, und sehr vielfaeltig auf kleinem Raum.
Die Staedte muessen mal sehr schoen gewesen sein - es gibt grossartige Kolonialstaedte wie Cien Fuegos, Trinidad oder Camagüey- aber sie sind jetzt vollkommen verfallen.
In Habana sind vor allem die Stadtteile Vieja, Centro und Vedado interessant.
Vieja ist die Altstadt; viele Strassen sind einigermassen in Schuss bzw ein kleiner Teil - die am staerksten von Touristen frequentierten - ist sogar super hergerichtet. Grosse Teile - in die der weniger neugierige Tourist nicht vordringt - sind aber sehr armselig.
Centro ist ein grosser Wohnbezirk und bietet wenig interessantes fuer Touristen, er ist daher ziemlich heruntergekommen.
Vedado ist ebenfalls ein Wohnbezirk, allerdings liegen hier viele Hotels und Bars, Teile sind daher recht nett.
Wir wohnten in Centro da es dort viele Casas Particulares gibt.
Abgesehen von Habana waren wir nur in Trinidad; das ist eine nette kleine Stadt; auch hier ist das historische Zentrum zum Teil gut hergerichtet, der Teil der Einwohner ist ebenfalls recht heruntergekommen.
Mit einem Bus kann man fuer 2 CUC an den 30-60min entfernten Strand fahren.
Auch Cien Fuegos und Camagüey sollen lohnenswerte Ziele sein; Santiago soll weniger  interessant sein. Baracoa ist weit entfernt von Habana an der Ostküste, aber auch davon wurde uns vorgeschwaermt. Viñales ist ein Dorf 2h westlich von Habana; von dort aus kann man viele Tagestouren unternehmen und wandern gehen.
in Santa Clara steht das Ché-Memorial, eine Anlaufstelle fuer viele Touris. Sonst soll die Stadt aber wenig zu bieten haben.

Leute                                                                                                   
Wie kann man Kubaner beschreiben? Entsprechen sie den Klischees, die man ihnen auferlegt hat? Eins ist sicher, Kubaner rauchen gerne und trinken gerne Rum. Dadurch unterscheiden sie sich aber noch nicht von einem, sagen wir mal Oesterreicher. Was man an den Kubanern irgendwie bewundern muss, ist diese unerschuetterliche Ruhe und Geduld. Noch nie habe ich soviele Leute so geduldig Schlange stehen sehen. Wahrscheinlich haben sich die Kubaner irgendwie mit ihrem Schicksal abgefunden.


Reisen                                                                                                   
In Cuba gibt es im wesentlichen 2 Arten von Unterkuenften: Hotels und Casas Particulares. Hotels sind natuerlich ausschliesslich staatlich gefuehrt und kosten 25CUC aufwaerts por Nacht.
Casas sind ein Zimmer mit eigenem Bad in einem cubanischen Haushalt. Sie kosten pro Raum 25 CUC (manchmal 20) pro Nacht; es duerfen bis zu 2 Personen darin schlafen (mehr ist verboten) - wenn man also zu zweit reist spart man hier. Casas bieten oft Mahlzeiten an, ausserdem "Waschservice".
[hier kommen noch die Adressen unserer Gastgeber rein]
In Habana kann man Tanzunterricht nehmen. In unseren Fuehrern standen 2 Optionen: Einmal im Museo del Ron - das ist ueberholt, das ist dort nicht mehr moeglich; und einmal im Teatro America - dort waren wir.
Wir stolperten dort mitten in eine Tanz-Probe des Ensembles dieses grossen Tanztheaters hinein. In der ersten Reihe sassen die Leiterin und ihre Assistentin - unsere Tanzlehrerinnen.
Neben den Proben und Auffuehrungen geben sie auch Unterricht fuer Laien. Eine Stunde kostet 10 CUC. Dafuer bekommt man Privatunterricht mit einer eigenen Lehrerin; bei 2h/d sind die ersten 45-60min. nur Grundschritt und Bewegungsschule - jeden Tag! Dabei wird auf jede Kleinigkeit geachtet, die Lehrerinnen sind sehr streng. Die 10 CUC gehen komplett ans Theater (und damit an den Staat). Ein Trinkgeld/ Dankeschoen waere angemessen.


Geld                                                                                                   
Am Flughafen Cancún, Mexico kauften wir ein Touristenvisum fuer 300 MxPesos, das entspricht etwa 18 Euro.
Unser Flugzeug war eine Yakovlev Yak-42, geschaetzt 20-30 Jahre alt, Beschriftungen auf kyrillisch.
Vom Flughafen in die Stadt gibt es keine direkten Busse, als "Anfaenger" nimmt man also am Besten ein Taxi. Die Preise sind fix (und das seit Jahren, und sie werden auch gleich bleiben!): 20 CUC. Wer es nicht besser weiss zahlt 25.
1 CUC entspricht mehr oder weniger einem Dollar bzw. etwa 1,17 Euro.
CUC (Pesos convertibles) sind die Touristenwaehrung; damit werden Unterkunft, Busse, Eintritte und die meisten Restaurants bezahlt.
Die einheimische Waehrung sind die "moneda nacional"; 1 CUC = 25 MN.
Damit werden billige Essensstaende am Strassenrand bezahlt. Es lohnt sich MN mitzufuehren - man zahlt dann meist nur einen Bruchteil von dem, was man in CUC wahlen muesste.
Im Restaurant essen kostet 5 CUC aufwaerts; Cocktails kosten 2-4 CUC. Ein Bier kostet 18 MN bis 1CUC auf der Strasse, in der Bar 2 CUC.
Strassenpizza kosten 10-25 MN, Semmeln sind fuer 10 MN zu haben; ein Espresso auf der Strasse kostet 1 MN, im Cafe 2 CUC (50 MN)!
1,5l wasser kosten 2 CUC; Refrescos (ca 0,25-0,33l) meist 10 MN.
Man kann also recht guenstig essen wenn man sich "auf der Strasse" ernaehrt. Es ist aber weder lecker noch qualitativ hochwertig (der Reisefuehrer schreibt so nett von "im schlimmsten Fall rohem Teig mit ein paar Kaeseschnipseln und einem Klecks Tomatensosse" und trifft es damit ganz gut).
Um eine Vergleichsbasis zu haben: Ich habe im Schnitt 6,62CUC/d fuer Essen ausgegeben - wir haben jeden 2. Tag im Casa gegessen.
Ueberlandbusse sind in Cuba verhaeltnismaessig teuer. Von Habana nach Trinidad (4-5h) haben wir 25 CUC gezahlt, von Habana nach Viñales waeren es 12CUC.
Man tut gut daran viel Bargeld mitzunehmen! Am Besten mex. Pesos, ggf. Euro oder Pfund (auf keinen Fall Dollar) - wg. Wechselkursen und Gebuehren. Man kann natuerlich auch Geld abheben (am Schalter in der Bank), aber da beteiligt sich der Staat mit guten Gebuehren. Wechseln in einer Cadeca ist sehr viel guenstiger.

Zigarren und Rum                                                                                                   
Beides bekommt man an allen Ecken. Rum gibt es von verschiedenen Herstellern; der bekannteste ist natuerlich Havana Club. Es gibt ihn als weissen Rum (jung und billig) oder añejo (gereift, braun). Ein dreijaehriger Añejo kostet meist ca 5CUC.
Zigarren scheinen deutlich billiger zu sein als bei uns. Cohibas gibt es ab 12CUC.

Die Sache mit dem Sozialismus                                                                                                   
Ich kam mit einer wohl recht romantischen Einstellung von Sozialismus nach Cuba (ist doch gut wenn alle gleich viel haben?) - und wer tut das nicht. Dass Ché nicht ganz der Held war der er auf allen T-Shirts ist war mir schon vorher klar. Jedenfalls merkt man schon am ersten Tag in Cuba: Die Sache mit dem Sozialismus... die funktioniert einfach nicht.
Haeuser mitten in der Innenstadt gleichen Ruinen. Die Schaufenster sind praktisch leer, es liegen ein paar einzelne Gegenstaende drin. Morgens gibt es an den Strassenstaenden noch Semmeln oder was eben gerade verkauft wird, wenn das verkauft ist gibt es nichts mehr (ab Mittags leere Auslagen). Abends/ nachts ist es mitten in Habana fast stockdunkel, es gibt wenig Strassenlaternen und davon brennen die wenigsten. Warum? Strom wird in Cuba aus aus Venezuela importiertem Erdoel erzeugt. (das erklaert auch die Benzinpreise von 1,4CUC im Vergleich zu wenigen Pesos in Mexiko). Anfang der 80er wurde zwar mal begonnen ein Atomkraftwerk zu bauen - mit Plaenen aus der Ukraine. '86 wurde dieses Bauvorhaben abgebrochen. Kohle gibt es in Cuba nicht, und zur Verwertung von anderen Ressourcen fehlt das Geld. Weniger als 20% der Cubaner haben ein Auto. Es ist Cubanern verboten Autos zu kaufen. Die "tollen alten Amischlitten" die ueberall rumfahren wurden in den 40ern/50ern importiert und muessen seitdem am Leben erhalten werden; sie werden weitervererbt. Der Besitz eines Autos kommt dem Besitz einer Taxilizenz gleich (eine Lizenz um Cubaner zu transportieren! Fuer Touristen braucht man eine separate Lizenz die teuer und streng reglementiert ist). Wer also ein Auto hat kann sich noch ein wenig Geld dazuverdienen. Unser Gastgeber in Trinidad war eigentlich Ingenieur; weil er als Ingenieur aber nicht mehr gebraucht wurde wurde ihm ein Platz als Chauffeur  gegeben. Als Ingenieur verdiente er 17 CUC im Monat, als Chaffeur 13 CUC. Seine Frau verdient als Informatikerin 17 CUC. Da der Strom so teuer ist reicht ihr Einkommen gerade so um die Stromkosten zu bezahlen. Gas fuer den Herd kostet 70 CUC pro Flasche; eine Flasche reicht 4 Monate. Es gibt zwar staatliche Essenskarten die jeden Monat ausgegeben werden, aber die reichen gerade mal eine Woche. Das Casa in Trinidad war ein kleines Haeuschen mit 2 Zimmern und Kueche. 1 Zimmer davon ist fuer die Gaeste - bleibt nur eines fuer die Familie mit ihrem Sohn, der momentan noch 10 ist. Sie wuerden zwar gerne bauen (noch ein Stockwerk draufsetzen, Platz waere da) - aber das ist verboten. Cubaner duerfen nicht bauen; mieten und kaufen sind unerschwinglich. Folglich werden Haeuser und Wohnungen vererbt - und dementsprechend klein sind die meisten Familien. Die Lizenz ein Casa Particular zu betreiben kostet 200CUC pro Zimmer pro Monat (mehr als das Jahresgehalt des Chaffeurs!). In Cuba ist aber im wesentlichen nur 6 Monate Saison - 3 Monate im Weihnachten und Neujahr, wenn es in anderen Laendern kalt ist und Touristen fuer den Winterurlaub kommen, 3 Monate im Sommer fuer den Sommerurlaub. 6 Monate ist keine Saison, d.h. wenig Touristen fuer - relativ dann - zu viele Casas. Die Lizenz kauft man aber fuer ein Jahr, d.h. man muss in der Saison immer seine Zimmer voll haben. Neben den tollen Amischlitten (nur die wenigsten sehen so toll aus wie auf den Fotos!) gibt es noch Ladas und ominoese Neuwagen. Amischlitten haben gelbe Kennzeichen - sie gehoeren einer Privatperson. Ladas haben blaue Nummernschilder. Sie gehoeren dem Staat und wurden nach der Revolution an Funktionaere verteilt die sie jetzt wiederum vererben duerfen. Neuwagen haben ebenfalls blaue Nummernschilder (Firmenautos) oder rote Nummernschilder - dann sind es Mietautos fuer Touristen. Cuba wirbt oft damit, dass die medizinische Versorgung fuer Cubaner kostenlos ist; das stimmt. Allerdings nicht zuletzt deswegen, weil sie einfach Unmengen an Aerzten ausbilden (einfach, wenn die Ausbildung staatlich gelenkt ist) die kaum etwas verdienen und in Krankenhaeusern ohne Arbeitsmaterial oder Medikamente stehen.

Wir in Cuba                                                                                     
Wir waren erst 4d in Habana wo wir Salsaunterricht nahmen. Dort verbrachten wir auch Silvester. Am 1. ging es nach Trinidad, wo wir 5 Tage Strandurlaub verbrachten und im Casa lecker zu Essen bekamen. Am 7. ging es fuer ein paar weitere Stunden Salsa nach Habana.
 
Fazit                                                                                                   
Cuba war eine unglaublich intensive Erfahrung. Als wirklich nettes Reiseland fuer Backpacker kann man es aber nicht bezeichnen. Nur wenn man genuegend Geld hat und einen auch die Tatsache nicht stoert, dass man in Cuba als Tourist in einer Parallelgesellschaft lebt, in der man fuer ein Abendessen mehr ausgibt als ein Cubaner im Monat verdient. Ja, das perverse ist vor allem diese direkt nebeneinander laufende und ineinander verwobene Parallelgesellschaft.
Es bleibt abzuwarten wie es wird, wenn der alte Fidel tot ist.