Wir sind jetzt seit knapp 3 Wochen hier.
Die Arbeit macht nach wie vor viel Spass, wir koennen sehr selbststaendig arbeiten und es kommen immer mehr tolle Aerzte aus den Staaten von denen wir lernen koennen.
Das Spital an sich andererseits frustriert mich immer mehr. Ich habe nicht (mehr) den Eindruck, dass es ein Spital ist um den "aermsten der Armen zu helfen" (Mission Statement); vielmehr habe ich den Eindruck, dass sie versuchen ein Spital nach westlichen Massstaeben aufzur bauen.
Die Arbeitsablaeufe an sich sind langsam und ineffizient, was die Arbeit oft sehr frustrierend macht.
Zuletzt scheint kein Interesse vorhanden zu sein, Gesundheits- Bildungs- odeEntwicklungszusammenarbeitsprojekte wirklich zum laufen zu bekommen. Ideen und Potential gibt es zuhauf (und das seit Jahren), nur fehlt der Wille mal damit anzufangen (oder das Interesse?).
Das ist sehr sehr traurig und fuehrt zu meiner Conclusio das Projekt nicht weiter (zB von AMSA-Seite) zu unterstuetzen.
Jenseits des Spitals entdecken wir erst langsam, dass es auch schoene Seiten von Santiago gibt. Die Stadt selber sehe ich nach wie vor als graues, staubiges Loch. Sobald man aber ein wenig ausserhalb geht oder einen der "Gringo-Orte" besucht, zB die Posada Santiago oder das Hotel Bamboo, zwei Hotels hier die uns Volunteers sehr freundlich gegenueber stehen, so lernt man die Schoenheit dieses Ortes bewundern. Auch die Tatsache, dass es dort exzellentes Essen, fantastischen Kaffee und Kuchen gibt und nicht zuletzt nette Gespraeche mit Leuten aus unserem Kulturkreis macht beide Orte willkommene Ausflugsziele.
Seit Dienstag habe ich eine Streptokokkenangina; dank Antibiotikum und Novalgin geht e mir ganz gut und ich kann mal ein paar freie Tage geniessen - die letzten Wochen mit jew. 72h Arbeit waren doch recht anstrengend.
auf dem Weg zur Posada - Abenddaemmerung
bei der Posada tagsueber
ein Kolibri!!!
auf dem Weg zur Posada - Abenddaemmerung
auf dem Steg des Hotel Bamboo
auf dem Steg des Hotel Bamboo
auf dem Steg des Hotel Bamboo - Blick Richtung Santiago
auf dem Steg des Hotel Bamboo
auf dem Steg des Hotel Bamboo bei Angeln
Donnerstag, 10. Februar 2011
Freitag, 4. Februar 2011
Santiago Atitlán - die ersten 2 Wochen
ouf, jetzt sind wir schon seit 2 Wochem hier (heute auf den Tag genau) und ich habe noch keinen einzigen Eintrag geschrieben. Das spricht doch fuer sich!
Also zunaechst einmal: uns gehts gut und wir sind gesund.
Wir sind in einer 12-koepfigen Familie untergebracht, jeder hat zum Glueck ein eigenes Zimmer. Seit gestern wohnt hier auch noch eine hollaendische Krankenschwester was das ganze deutlich angenehmer macht weil der Grossteil der Familie nur Tz'utujil spricht so dass wir so nebeneinander her leben.
Zu Essen gibts Eier (Ruehrei oder Omelett), Frijoles (Bohnen als Suppe, mit Sosse oder pueriert), Reis mit Fleisch oder Nudeln mit Fleisch, alles in jeder erdenklichen Kombiantion, auch zum Fruehstueck (heute zB: Eierreis). Dazu gibts immer (immer, immer, immer...) kleine guatemaltekische Tortillas die die Frauen des Hauses den ganzen Tag selbst machen. Das Essen ist nicht schlecht, nur immer das gleiche, und enorm Kohlenhydrat-haltig.
Santiago ist eine recht grosse Stadt (50.000 Einwohner), allerdings sehr sehr konservativ und traditionell.
Man sieht kaum eine Frau die nicht in Tracht rumlaeuft. Die Maenner tragen meist westliche Kleidung.
Santiago hat vor allem zwei Probleme: es ist arm und die Bildungsstand ist nicht sonderlich hoch.
Selbst die oeffentliche Schule kostet etwas so dass sich viele Familien keine Schulbildung leisten koennen.
Da in den Familien Tz'utujil gesprochen wird und die Kinder erst in der Schule Spanisch lernen (dort wird dann allerdings nur Spanisch gesprochen, Tz'utujil-Unterricht gibt es nicht...) sprechen viele Leute also wenig bis kein Spanisch. Spanisch wiederum ist aber Amtssprache und alle oeffentlichen Geschaefte werden darin abgewickelt; das fuehrt dazu, dass ein Grossteil der Bevoelkerung (60% nur Tz'utujil-sprachige in Santiago) von wesentlichen Alltagsgeschaeften ausgegrenzt sind.
Die andere Kultur ist ein ganz wesentlicher Anteil unserer Alltagsarbeit neben der eigentlichen Behandlung selbst.
So muss frischen Eltern erst erklaert werden, dass man nicht das Gesicht des Neugeborenen abdecken sollte (der Schutz gegen boese Geister).
Wenn wir Ernaehrungsempfehlungen geben werden wir stets gefragt ob die Speisen kalt oder warm eingenommen werden sollen. Wenn wir nicht darauf eingehen oder es nicht von uns selbst aus erwaehnen werden wir fuer ungebildet gehalten. Schliesslich weiss doch jeder gute Maya, dass die warme Nahrung einer Schwangeren das Kind schaedigt.
Wenn wir einem Diabetiker erklaeren, dass er auf Cola verzichten sollte kommt fast obligatorisch die Frage: "aber Fanta geht schon, oder?"; wenn wir auch das negieren wird nach Sprite gefragt usw.
Das ganze geschieht selbstverstaendlich durch Pflegekraefte als Uebersetzer.
An Krankheiten begegnet hier uns sehr oft COPD (chron. Lungenerkrankung, in unseren Breiten als "Raucherlunge" bekannt), allerdings meist nur bei Frauen - sie kochen meist an Holzoefen ohne Abzug, so dass sie schon ab 30 Husten wie bei uns nur die Teerlungen.
Diabetes und Bluthochdruck sind wegen des praktisch nicht-existenten Gesundheitsbewusstseins (zumindest so wie wir es verstehen) sehr weit verbreitet und oft ist die Behandlungsbereitschaft der Patienten gering. Die Medikamente sind teuer und laestig und beides sind Krankheiten die man unmittelbar erst an ihren Spaetfolgen merkt.
Haeufig sind auch Kraetze, Giardiasis und Amoeben-Ruhr.
Das Hospitalito Atitlan ist seit Ende November 2010 in einem grossartigen Neubau untergebracht der immer noch im Bau begriffen ist. Fuer ambulante Patienen verfuegen wir momentan ueber drei Sprechzimmer, zweimal die Woche Akupunktursprechstunde in einem vierten Sprechzimmer sowie eine fast fertige Zahnarztpraxis (aber noch keinen Zahnarzt). Fuer Notfallpatienten bieten wir eine 24/7-Notaufnahme mit vier Betten, einem EKG (das bei jedem Patienten markante Hebungen inV1-V3 anzeigt - Herzinfarkt), Moeglichkeit zur Intuabtion (aber keine zur Beatmung) sowie diverses chirurgisches Material. Auch die Kreiszzimmer mit vier Betten sind rund um die Uhr bereit. Die kleine Krankenstation bietet momentan fuenf Betten von denen meist 2-3 belegt sind. Schliesslich verfuegen wir ueber einen einen OP fuer kleinere Eingriffe und Kaiserschnitte inkl. eingener Sterilisation.
Das aerztliche Personal setzt sich aus insges. 5 guatemaltekischen Aerzten, 2 Langzeit-Volunteers aus den USA und einer staendig wechselnden Menge aus Studenten und Fachaerzten aus aller Welt zusammen, momentan: Sebi und ich, Silivia aus Spanien, Erin und Scott aus den USA, Guy, Internist aus den USA und Kathleen, Gynaekologin, USA.
Das Pflegepersonal ist guatemaltekisch, momentan unterstuetzt von Megan aus den USA und Sandra aus Holland.
Waehrend eines Tages arbeiten in der Notaufnahme ein Arzt und ein Student sowie 1-2 Pfleger; auf der Station sind 2 weitere Pfleger. In den consultorios arbeiten 3 Aerzte (davon ein Gynaekologe) und 2 Studenten sowie 2 Pfleger.
In der Notaufnahme sehen wir 6-12 Patienten pro Tag, in den consultorios sieht jeder Arzt etwa 8 Patienten.
Da wir das einzige Spital mit Notaufnahme und ernstzunehmender Sprechstunde im Umkreis von mind. 3h sind bekommen wir von Gynaekologie, Paediatrie und Geriatrie ueber Trauma und Ortho bis zu Derma, HNO und natuerlich Innere wirklich alles zu sehen.
Das macht die Arbeit natuerlich sehr reizvoll.
Was machen wir eigentlich so?
Als Studenten sind wir immer einem Arzt zugeteilt; meistens arbeiten wir allein (oft ganz allein, manchmal unter Supervision) manchmal unter Drauf-sicht; hin und wieder schauen wir auch nur zu (meist bei Gyn).
IdR erheben wir also unsere Anamnese, untersuchen, ordnen Tests an (sehr begrenzt, da jeder Test fuer die Patienten viel Geld kostet), praesentieren das dann unserem Kollegen und besprechen die Therapie. Wenn viel los ist machen wir aber auch das oft schon alleine.
Etwas gruselig war es am Anfang schon wenn man unter ein Rezept seinen eigenen Namen setzt, unterschreibt und zum Schluss dem Patienten einen Termin zur Wiedervorstellung mit dem eigenen Namen drunter in die Hand drueckt, aber man gewoehnt sich dran.
Insgesamt ist die Arbeit also sehr interessant und macht Spass, die Aerzte (v.a. die Amerikaner) sind grossartig, nett und man lernt viel.
Die Freizeitgestaltung ist hier ein wenig eingeschraenkt und Santiago ist auch keine wirklich schoene Stadt, aber es geht schon.
Eine Abschiedsanekdote habe ich in dem Sinne gerade nicht zur Hand, aber zu berichten, dass ich unter all den Mayapatienten auch ein paar Gringos hatte und tatsaechlich: eine Duesseldorferin und eine Dame aus Bad Oeynhausen. War nett auch mal wieder ein Patientengespraech auf Deutsch zu haben.
mein Zimmer
Blick von der Terrasse unseres Hauses auf dem Vulkan San Pedro
Blick auf Santiago
Hospitalito Notaufnahme
Hospitalito Notaufnahme
Also zunaechst einmal: uns gehts gut und wir sind gesund.
Wir sind in einer 12-koepfigen Familie untergebracht, jeder hat zum Glueck ein eigenes Zimmer. Seit gestern wohnt hier auch noch eine hollaendische Krankenschwester was das ganze deutlich angenehmer macht weil der Grossteil der Familie nur Tz'utujil spricht so dass wir so nebeneinander her leben.
Zu Essen gibts Eier (Ruehrei oder Omelett), Frijoles (Bohnen als Suppe, mit Sosse oder pueriert), Reis mit Fleisch oder Nudeln mit Fleisch, alles in jeder erdenklichen Kombiantion, auch zum Fruehstueck (heute zB: Eierreis). Dazu gibts immer (immer, immer, immer...) kleine guatemaltekische Tortillas die die Frauen des Hauses den ganzen Tag selbst machen. Das Essen ist nicht schlecht, nur immer das gleiche, und enorm Kohlenhydrat-haltig.
Santiago ist eine recht grosse Stadt (50.000 Einwohner), allerdings sehr sehr konservativ und traditionell.
Man sieht kaum eine Frau die nicht in Tracht rumlaeuft. Die Maenner tragen meist westliche Kleidung.
Santiago hat vor allem zwei Probleme: es ist arm und die Bildungsstand ist nicht sonderlich hoch.
Selbst die oeffentliche Schule kostet etwas so dass sich viele Familien keine Schulbildung leisten koennen.
Da in den Familien Tz'utujil gesprochen wird und die Kinder erst in der Schule Spanisch lernen (dort wird dann allerdings nur Spanisch gesprochen, Tz'utujil-Unterricht gibt es nicht...) sprechen viele Leute also wenig bis kein Spanisch. Spanisch wiederum ist aber Amtssprache und alle oeffentlichen Geschaefte werden darin abgewickelt; das fuehrt dazu, dass ein Grossteil der Bevoelkerung (60% nur Tz'utujil-sprachige in Santiago) von wesentlichen Alltagsgeschaeften ausgegrenzt sind.
Die andere Kultur ist ein ganz wesentlicher Anteil unserer Alltagsarbeit neben der eigentlichen Behandlung selbst.
So muss frischen Eltern erst erklaert werden, dass man nicht das Gesicht des Neugeborenen abdecken sollte (der Schutz gegen boese Geister).
Wenn wir Ernaehrungsempfehlungen geben werden wir stets gefragt ob die Speisen kalt oder warm eingenommen werden sollen. Wenn wir nicht darauf eingehen oder es nicht von uns selbst aus erwaehnen werden wir fuer ungebildet gehalten. Schliesslich weiss doch jeder gute Maya, dass die warme Nahrung einer Schwangeren das Kind schaedigt.
Wenn wir einem Diabetiker erklaeren, dass er auf Cola verzichten sollte kommt fast obligatorisch die Frage: "aber Fanta geht schon, oder?"; wenn wir auch das negieren wird nach Sprite gefragt usw.
Das ganze geschieht selbstverstaendlich durch Pflegekraefte als Uebersetzer.
An Krankheiten begegnet hier uns sehr oft COPD (chron. Lungenerkrankung, in unseren Breiten als "Raucherlunge" bekannt), allerdings meist nur bei Frauen - sie kochen meist an Holzoefen ohne Abzug, so dass sie schon ab 30 Husten wie bei uns nur die Teerlungen.
Diabetes und Bluthochdruck sind wegen des praktisch nicht-existenten Gesundheitsbewusstseins (zumindest so wie wir es verstehen) sehr weit verbreitet und oft ist die Behandlungsbereitschaft der Patienten gering. Die Medikamente sind teuer und laestig und beides sind Krankheiten die man unmittelbar erst an ihren Spaetfolgen merkt.
Haeufig sind auch Kraetze, Giardiasis und Amoeben-Ruhr.
Das Hospitalito Atitlan ist seit Ende November 2010 in einem grossartigen Neubau untergebracht der immer noch im Bau begriffen ist. Fuer ambulante Patienen verfuegen wir momentan ueber drei Sprechzimmer, zweimal die Woche Akupunktursprechstunde in einem vierten Sprechzimmer sowie eine fast fertige Zahnarztpraxis (aber noch keinen Zahnarzt). Fuer Notfallpatienten bieten wir eine 24/7-Notaufnahme mit vier Betten, einem EKG (das bei jedem Patienten markante Hebungen inV1-V3 anzeigt - Herzinfarkt), Moeglichkeit zur Intuabtion (aber keine zur Beatmung) sowie diverses chirurgisches Material. Auch die Kreiszzimmer mit vier Betten sind rund um die Uhr bereit. Die kleine Krankenstation bietet momentan fuenf Betten von denen meist 2-3 belegt sind. Schliesslich verfuegen wir ueber einen einen OP fuer kleinere Eingriffe und Kaiserschnitte inkl. eingener Sterilisation.
Das aerztliche Personal setzt sich aus insges. 5 guatemaltekischen Aerzten, 2 Langzeit-Volunteers aus den USA und einer staendig wechselnden Menge aus Studenten und Fachaerzten aus aller Welt zusammen, momentan: Sebi und ich, Silivia aus Spanien, Erin und Scott aus den USA, Guy, Internist aus den USA und Kathleen, Gynaekologin, USA.
Das Pflegepersonal ist guatemaltekisch, momentan unterstuetzt von Megan aus den USA und Sandra aus Holland.
Waehrend eines Tages arbeiten in der Notaufnahme ein Arzt und ein Student sowie 1-2 Pfleger; auf der Station sind 2 weitere Pfleger. In den consultorios arbeiten 3 Aerzte (davon ein Gynaekologe) und 2 Studenten sowie 2 Pfleger.
In der Notaufnahme sehen wir 6-12 Patienten pro Tag, in den consultorios sieht jeder Arzt etwa 8 Patienten.
Da wir das einzige Spital mit Notaufnahme und ernstzunehmender Sprechstunde im Umkreis von mind. 3h sind bekommen wir von Gynaekologie, Paediatrie und Geriatrie ueber Trauma und Ortho bis zu Derma, HNO und natuerlich Innere wirklich alles zu sehen.
Das macht die Arbeit natuerlich sehr reizvoll.
Was machen wir eigentlich so?
Als Studenten sind wir immer einem Arzt zugeteilt; meistens arbeiten wir allein (oft ganz allein, manchmal unter Supervision) manchmal unter Drauf-sicht; hin und wieder schauen wir auch nur zu (meist bei Gyn).
IdR erheben wir also unsere Anamnese, untersuchen, ordnen Tests an (sehr begrenzt, da jeder Test fuer die Patienten viel Geld kostet), praesentieren das dann unserem Kollegen und besprechen die Therapie. Wenn viel los ist machen wir aber auch das oft schon alleine.
Etwas gruselig war es am Anfang schon wenn man unter ein Rezept seinen eigenen Namen setzt, unterschreibt und zum Schluss dem Patienten einen Termin zur Wiedervorstellung mit dem eigenen Namen drunter in die Hand drueckt, aber man gewoehnt sich dran.
Insgesamt ist die Arbeit also sehr interessant und macht Spass, die Aerzte (v.a. die Amerikaner) sind grossartig, nett und man lernt viel.
Die Freizeitgestaltung ist hier ein wenig eingeschraenkt und Santiago ist auch keine wirklich schoene Stadt, aber es geht schon.
Eine Abschiedsanekdote habe ich in dem Sinne gerade nicht zur Hand, aber zu berichten, dass ich unter all den Mayapatienten auch ein paar Gringos hatte und tatsaechlich: eine Duesseldorferin und eine Dame aus Bad Oeynhausen. War nett auch mal wieder ein Patientengespraech auf Deutsch zu haben.
mein Zimmer
Blick von der Terrasse unseres Hauses auf dem Vulkan San Pedro
Blick auf Santiago
Hospitalito Notaufnahme
Hospitalito Notaufnahme
Sonntag, 16. Januar 2011
Chichén Itzá, Palenque, Tikal
Nach Cuba haben wir einen guten Sprint quer durch die Peninsula Yucatan rueber nach Guatemala hingelegt.
Dabei hatten wir eine super Zeit.
In Chichén Itzá schliefen wir eine Nacht in der Hanegematte; in Campeche trafen wir die tollsten Leute der ganzen bisherigen Reise und verbrachten einen super Tag. In Palenque verbrachten wir 2 Naechte mitten in Dschungel und sahen grossartige Mayabauwerke.
Gestern brachen wir um 6:00 in einem kleinen Minivan zur guatemaltekischen Grenze auf. An der mexikanischen Grenze stiegen wir in ein Motorboot um das uns eine Stunde nach Bethel transportierte, nach Guatemala. Dort wurde ich am Grenzposten mit einem "Bienvenidos a Guatemala, Benedict" begruesst. Ein Bus wartete schon auf uns, nicht vergleichbar mit den mexikanischen Luxuslinern, abe rnoch kein Chickenbus. 4h Fahrt, davon ein Grossteil ueber Schotterpisten. Ein grossartiger Guide hiess uns nochmals willkommen und organisierte neben der Unterkunft fuer alle im Bus die jeweilige Weiterfahrt per Telefon und verkaufte auch gleich die Bustickets. In Flores angekommen suchten wir uns ein Hotel mit Seeblick aus (Flores liegt auf einer Insel) und stolperten gleich in DIE Fiesta des Jahres, die Fiesta de Cristo negro, des schwarzen Jesus. Alle waren fein herausgeputzt und mit viel Geboeller und schiefem Gesang wurde ein schwarzer Christus einmal um die Insel getragen. Am Hauptplatz liessen wir uns lecker Grillfleisch schmecken - wie bei einem Pfarrfest bei uns! Dazu gab es Tortilla. Wie koennten wir ohne sie auskommen. Waehrend wir so dasassen und das verbrannte Fleisch mit einer roten Fanta runterspuelten hoerten wir, wie gerade zwei mit einem australischen Akzent verzweifelt versuchten etwas zu Essen zu bestellen. Als wir genauer hinsahen erkannten wir Jodi und Vanessa, die zwei Maedels die wir vor ueber einem Monat in Mexico City kennen glernt hatten!
Leider fuhr ihr Bus nach Antigua bereits eine Stunde speater so dass wir nur schnell bei einem Drink Neuigkeiten austauschten und uns dann fuer "Monday, 8pm, in Antigua on the main plaza" verabredeten. Heute in der Frueh waren wir dann um 6:00 im nahenTikal um die Ruinen zu erkunden; jetzt warten wir auf unseren Bus der uns durch die Nacht nach Antigua bringen wird. Ja, durch die Nacht. Wir hatten auch bedenken, aber unser Guide (der fuer die Busgesellschaft arbeitet) versicherte uns, dass 1.Klasse-Busse sicher seien. Nur die 2.Klasse-Busse wuerden ueberfallen werden. WIr kommen also morgen frueh um 7:00 in Antigua an und werden dort bis zum 20. bleiben. Dann gehts zu unserer naechsten Praktikumsstelle nach Santiago Atitlán.
Auf den ersten Blick wirkt Guatemala schon aermer als Mexico; es wirkt aber sehr aehnlich. Die Leute sehen aehnlich aus wie inidgena in Mexico, sind aber huebscher. Sprachlich kein Problem. Flores ist enorm aufgeraeumt. So weit so gut, wir hatten einen super Start hier, sind sehr gespannt was uns erwartet und freuen uns auf die naechsten Stationen! :)
Dabei hatten wir eine super Zeit.
In Chichén Itzá schliefen wir eine Nacht in der Hanegematte; in Campeche trafen wir die tollsten Leute der ganzen bisherigen Reise und verbrachten einen super Tag. In Palenque verbrachten wir 2 Naechte mitten in Dschungel und sahen grossartige Mayabauwerke.
Gestern brachen wir um 6:00 in einem kleinen Minivan zur guatemaltekischen Grenze auf. An der mexikanischen Grenze stiegen wir in ein Motorboot um das uns eine Stunde nach Bethel transportierte, nach Guatemala. Dort wurde ich am Grenzposten mit einem "Bienvenidos a Guatemala, Benedict" begruesst. Ein Bus wartete schon auf uns, nicht vergleichbar mit den mexikanischen Luxuslinern, abe rnoch kein Chickenbus. 4h Fahrt, davon ein Grossteil ueber Schotterpisten. Ein grossartiger Guide hiess uns nochmals willkommen und organisierte neben der Unterkunft fuer alle im Bus die jeweilige Weiterfahrt per Telefon und verkaufte auch gleich die Bustickets. In Flores angekommen suchten wir uns ein Hotel mit Seeblick aus (Flores liegt auf einer Insel) und stolperten gleich in DIE Fiesta des Jahres, die Fiesta de Cristo negro, des schwarzen Jesus. Alle waren fein herausgeputzt und mit viel Geboeller und schiefem Gesang wurde ein schwarzer Christus einmal um die Insel getragen. Am Hauptplatz liessen wir uns lecker Grillfleisch schmecken - wie bei einem Pfarrfest bei uns! Dazu gab es Tortilla. Wie koennten wir ohne sie auskommen. Waehrend wir so dasassen und das verbrannte Fleisch mit einer roten Fanta runterspuelten hoerten wir, wie gerade zwei mit einem australischen Akzent verzweifelt versuchten etwas zu Essen zu bestellen. Als wir genauer hinsahen erkannten wir Jodi und Vanessa, die zwei Maedels die wir vor ueber einem Monat in Mexico City kennen glernt hatten!
Leider fuhr ihr Bus nach Antigua bereits eine Stunde speater so dass wir nur schnell bei einem Drink Neuigkeiten austauschten und uns dann fuer "Monday, 8pm, in Antigua on the main plaza" verabredeten. Heute in der Frueh waren wir dann um 6:00 im nahenTikal um die Ruinen zu erkunden; jetzt warten wir auf unseren Bus der uns durch die Nacht nach Antigua bringen wird. Ja, durch die Nacht. Wir hatten auch bedenken, aber unser Guide (der fuer die Busgesellschaft arbeitet) versicherte uns, dass 1.Klasse-Busse sicher seien. Nur die 2.Klasse-Busse wuerden ueberfallen werden. WIr kommen also morgen frueh um 7:00 in Antigua an und werden dort bis zum 20. bleiben. Dann gehts zu unserer naechsten Praktikumsstelle nach Santiago Atitlán.
Auf den ersten Blick wirkt Guatemala schon aermer als Mexico; es wirkt aber sehr aehnlich. Die Leute sehen aehnlich aus wie inidgena in Mexico, sind aber huebscher. Sprachlich kein Problem. Flores ist enorm aufgeraeumt. So weit so gut, wir hatten einen super Start hier, sind sehr gespannt was uns erwartet und freuen uns auf die naechsten Stationen! :)
Cuba - Nachtrag
Ich moechte noch kurz etwas hinzufuegen zu unserer Feststellung, wir haetten uns nicht so super wohl gefuehlt in Cuba und es sei kein "wirklich nettes Reiseland fuer Backpacker".
Ich hatte aufgefuehrt, in Cuba sei die Diskrepanz zwischen arm und reich so arg und die Lebensumstaende der armen Bevoelkerung so erschreckend.
Natuerlich gilt das fuer ganz Lateinamerika.
Der Unterschied ist allerdings: Waehrend in Lateinamerika die Armutsquote bei ca 40-50% liegt (lt. Sebi) ist sie in Cuba deutlich hoeher, gefuehlt 80-90%. Sprich: Es geht wirklich allen schlecht.
Dazu kommt, dass, waehrend man in Mexiko auch Mittel- und Oberschicht sieht, die "Reichen" in Cuba praktisch ausschliesslich die Auslaender darstellen. Der breiten Bevoelkerung geht es also schlecht, nur die Touristen stellen dijenigen dar, die an einem Tag gut und gerne mal ein Jahreseinkommen ausgeben.
Deswegen wird man verstaendlicherweise als wandelnde Geldtasche angesehen und entsprechend behandelt. Das ist in Ordnung, aber sorgt nicht dafuer, dass man sich besonders wohl fuehlt.
Ausserdem moechte ich mich fuer mein fuerchterliches Deutsch entschuldigen. Ich hoffe. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich besser Spanisch spreche als Deutsch: im Deutschen mache ich mittlerweile oft Satzbau- oder Geschlechtsfehler... ist halt schon verwirrend wenn man sich die ganze Zeit abwechselnd auf Deutsch, Spanisch und Englisch unterhaelt.
Hier noch ein paar Fotos:
Ich hatte aufgefuehrt, in Cuba sei die Diskrepanz zwischen arm und reich so arg und die Lebensumstaende der armen Bevoelkerung so erschreckend.
Natuerlich gilt das fuer ganz Lateinamerika.
Der Unterschied ist allerdings: Waehrend in Lateinamerika die Armutsquote bei ca 40-50% liegt (lt. Sebi) ist sie in Cuba deutlich hoeher, gefuehlt 80-90%. Sprich: Es geht wirklich allen schlecht.
Dazu kommt, dass, waehrend man in Mexiko auch Mittel- und Oberschicht sieht, die "Reichen" in Cuba praktisch ausschliesslich die Auslaender darstellen. Der breiten Bevoelkerung geht es also schlecht, nur die Touristen stellen dijenigen dar, die an einem Tag gut und gerne mal ein Jahreseinkommen ausgeben.
Deswegen wird man verstaendlicherweise als wandelnde Geldtasche angesehen und entsprechend behandelt. Das ist in Ordnung, aber sorgt nicht dafuer, dass man sich besonders wohl fuehlt.
Ausserdem moechte ich mich fuer mein fuerchterliches Deutsch entschuldigen. Ich hoffe. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich besser Spanisch spreche als Deutsch: im Deutschen mache ich mittlerweile oft Satzbau- oder Geschlechtsfehler... ist halt schon verwirrend wenn man sich die ganze Zeit abwechselnd auf Deutsch, Spanisch und Englisch unterhaelt.
Hier noch ein paar Fotos:
Samstag, 15. Januar 2011
Cuba - Résumé
Cuba... ouf. Vom 27.12.-10.1. waren wir in Cuba. Es war schon schoen, aber auch sehr bedrueckend; wir haben uns selten wirklich wohl gefuehlt und waren sehr froh als wir das Land wieder verlassen konnten.
Warum? Ich moechte mal ein wenig unsere Erfahrungen schildern und ein paar Tips zum Reisen geben.
Land
Cuba per se ist ein schoenes Land, und sehr vielfaeltig auf kleinem Raum.
Die Staedte muessen mal sehr schoen gewesen sein - es gibt grossartige Kolonialstaedte wie Cien Fuegos, Trinidad oder Camagüey- aber sie sind jetzt vollkommen verfallen.
In Habana sind vor allem die Stadtteile Vieja, Centro und Vedado interessant.
Vieja ist die Altstadt; viele Strassen sind einigermassen in Schuss bzw ein kleiner Teil - die am staerksten von Touristen frequentierten - ist sogar super hergerichtet. Grosse Teile - in die der weniger neugierige Tourist nicht vordringt - sind aber sehr armselig.
Centro ist ein grosser Wohnbezirk und bietet wenig interessantes fuer Touristen, er ist daher ziemlich heruntergekommen.
Vedado ist ebenfalls ein Wohnbezirk, allerdings liegen hier viele Hotels und Bars, Teile sind daher recht nett.
Wir wohnten in Centro da es dort viele Casas Particulares gibt.
Abgesehen von Habana waren wir nur in Trinidad; das ist eine nette kleine Stadt; auch hier ist das historische Zentrum zum Teil gut hergerichtet, der Teil der Einwohner ist ebenfalls recht heruntergekommen.
Mit einem Bus kann man fuer 2 CUC an den 30-60min entfernten Strand fahren.
Auch Cien Fuegos und Camagüey sollen lohnenswerte Ziele sein; Santiago soll weniger interessant sein. Baracoa ist weit entfernt von Habana an der Ostküste, aber auch davon wurde uns vorgeschwaermt. Viñales ist ein Dorf 2h westlich von Habana; von dort aus kann man viele Tagestouren unternehmen und wandern gehen.
in Santa Clara steht das Ché-Memorial, eine Anlaufstelle fuer viele Touris. Sonst soll die Stadt aber wenig zu bieten haben.
Leute
Wie kann man Kubaner beschreiben? Entsprechen sie den Klischees, die man ihnen auferlegt hat? Eins ist sicher, Kubaner rauchen gerne und trinken gerne Rum. Dadurch unterscheiden sie sich aber noch nicht von einem, sagen wir mal Oesterreicher. Was man an den Kubanern irgendwie bewundern muss, ist diese unerschuetterliche Ruhe und Geduld. Noch nie habe ich soviele Leute so geduldig Schlange stehen sehen. Wahrscheinlich haben sich die Kubaner irgendwie mit ihrem Schicksal abgefunden.
Reisen
In Cuba gibt es im wesentlichen 2 Arten von Unterkuenften: Hotels und Casas Particulares. Hotels sind natuerlich ausschliesslich staatlich gefuehrt und kosten 25CUC aufwaerts por Nacht.
Casas sind ein Zimmer mit eigenem Bad in einem cubanischen Haushalt. Sie kosten pro Raum 25 CUC (manchmal 20) pro Nacht; es duerfen bis zu 2 Personen darin schlafen (mehr ist verboten) - wenn man also zu zweit reist spart man hier. Casas bieten oft Mahlzeiten an, ausserdem "Waschservice".
[hier kommen noch die Adressen unserer Gastgeber rein]
In Habana kann man Tanzunterricht nehmen. In unseren Fuehrern standen 2 Optionen: Einmal im Museo del Ron - das ist ueberholt, das ist dort nicht mehr moeglich; und einmal im Teatro America - dort waren wir.
Wir stolperten dort mitten in eine Tanz-Probe des Ensembles dieses grossen Tanztheaters hinein. In der ersten Reihe sassen die Leiterin und ihre Assistentin - unsere Tanzlehrerinnen.
Neben den Proben und Auffuehrungen geben sie auch Unterricht fuer Laien. Eine Stunde kostet 10 CUC. Dafuer bekommt man Privatunterricht mit einer eigenen Lehrerin; bei 2h/d sind die ersten 45-60min. nur Grundschritt und Bewegungsschule - jeden Tag! Dabei wird auf jede Kleinigkeit geachtet, die Lehrerinnen sind sehr streng. Die 10 CUC gehen komplett ans Theater (und damit an den Staat). Ein Trinkgeld/ Dankeschoen waere angemessen.
Geld
Am Flughafen Cancún, Mexico kauften wir ein Touristenvisum fuer 300 MxPesos, das entspricht etwa 18 Euro.
Unser Flugzeug war eine Yakovlev Yak-42, geschaetzt 20-30 Jahre alt, Beschriftungen auf kyrillisch.
Vom Flughafen in die Stadt gibt es keine direkten Busse, als "Anfaenger" nimmt man also am Besten ein Taxi. Die Preise sind fix (und das seit Jahren, und sie werden auch gleich bleiben!): 20 CUC. Wer es nicht besser weiss zahlt 25.
1 CUC entspricht mehr oder weniger einem Dollar bzw. etwa 1,17 Euro.
CUC (Pesos convertibles) sind die Touristenwaehrung; damit werden Unterkunft, Busse, Eintritte und die meisten Restaurants bezahlt.
Die einheimische Waehrung sind die "moneda nacional"; 1 CUC = 25 MN.
Damit werden billige Essensstaende am Strassenrand bezahlt. Es lohnt sich MN mitzufuehren - man zahlt dann meist nur einen Bruchteil von dem, was man in CUC wahlen muesste.
Im Restaurant essen kostet 5 CUC aufwaerts; Cocktails kosten 2-4 CUC. Ein Bier kostet 18 MN bis 1CUC auf der Strasse, in der Bar 2 CUC.
Strassenpizza kosten 10-25 MN, Semmeln sind fuer 10 MN zu haben; ein Espresso auf der Strasse kostet 1 MN, im Cafe 2 CUC (50 MN)!
1,5l wasser kosten 2 CUC; Refrescos (ca 0,25-0,33l) meist 10 MN.
Man kann also recht guenstig essen wenn man sich "auf der Strasse" ernaehrt. Es ist aber weder lecker noch qualitativ hochwertig (der Reisefuehrer schreibt so nett von "im schlimmsten Fall rohem Teig mit ein paar Kaeseschnipseln und einem Klecks Tomatensosse" und trifft es damit ganz gut).
Um eine Vergleichsbasis zu haben: Ich habe im Schnitt 6,62CUC/d fuer Essen ausgegeben - wir haben jeden 2. Tag im Casa gegessen.
Ueberlandbusse sind in Cuba verhaeltnismaessig teuer. Von Habana nach Trinidad (4-5h) haben wir 25 CUC gezahlt, von Habana nach Viñales waeren es 12CUC.
Man tut gut daran viel Bargeld mitzunehmen! Am Besten mex. Pesos, ggf. Euro oder Pfund (auf keinen Fall Dollar) - wg. Wechselkursen und Gebuehren. Man kann natuerlich auch Geld abheben (am Schalter in der Bank), aber da beteiligt sich der Staat mit guten Gebuehren. Wechseln in einer Cadeca ist sehr viel guenstiger.
Zigarren und Rum
Beides bekommt man an allen Ecken. Rum gibt es von verschiedenen Herstellern; der bekannteste ist natuerlich Havana Club. Es gibt ihn als weissen Rum (jung und billig) oder añejo (gereift, braun). Ein dreijaehriger Añejo kostet meist ca 5CUC.
Zigarren scheinen deutlich billiger zu sein als bei uns. Cohibas gibt es ab 12CUC.
Die Sache mit dem Sozialismus
Ich kam mit einer wohl recht romantischen Einstellung von Sozialismus nach Cuba (ist doch gut wenn alle gleich viel haben?) - und wer tut das nicht. Dass Ché nicht ganz der Held war der er auf allen T-Shirts ist war mir schon vorher klar. Jedenfalls merkt man schon am ersten Tag in Cuba: Die Sache mit dem Sozialismus... die funktioniert einfach nicht.
Haeuser mitten in der Innenstadt gleichen Ruinen. Die Schaufenster sind praktisch leer, es liegen ein paar einzelne Gegenstaende drin. Morgens gibt es an den Strassenstaenden noch Semmeln oder was eben gerade verkauft wird, wenn das verkauft ist gibt es nichts mehr (ab Mittags leere Auslagen). Abends/ nachts ist es mitten in Habana fast stockdunkel, es gibt wenig Strassenlaternen und davon brennen die wenigsten. Warum? Strom wird in Cuba aus aus Venezuela importiertem Erdoel erzeugt. (das erklaert auch die Benzinpreise von 1,4CUC im Vergleich zu wenigen Pesos in Mexiko). Anfang der 80er wurde zwar mal begonnen ein Atomkraftwerk zu bauen - mit Plaenen aus der Ukraine. '86 wurde dieses Bauvorhaben abgebrochen. Kohle gibt es in Cuba nicht, und zur Verwertung von anderen Ressourcen fehlt das Geld. Weniger als 20% der Cubaner haben ein Auto. Es ist Cubanern verboten Autos zu kaufen. Die "tollen alten Amischlitten" die ueberall rumfahren wurden in den 40ern/50ern importiert und muessen seitdem am Leben erhalten werden; sie werden weitervererbt. Der Besitz eines Autos kommt dem Besitz einer Taxilizenz gleich (eine Lizenz um Cubaner zu transportieren! Fuer Touristen braucht man eine separate Lizenz die teuer und streng reglementiert ist). Wer also ein Auto hat kann sich noch ein wenig Geld dazuverdienen. Unser Gastgeber in Trinidad war eigentlich Ingenieur; weil er als Ingenieur aber nicht mehr gebraucht wurde wurde ihm ein Platz als Chauffeur gegeben. Als Ingenieur verdiente er 17 CUC im Monat, als Chaffeur 13 CUC. Seine Frau verdient als Informatikerin 17 CUC. Da der Strom so teuer ist reicht ihr Einkommen gerade so um die Stromkosten zu bezahlen. Gas fuer den Herd kostet 70 CUC pro Flasche; eine Flasche reicht 4 Monate. Es gibt zwar staatliche Essenskarten die jeden Monat ausgegeben werden, aber die reichen gerade mal eine Woche. Das Casa in Trinidad war ein kleines Haeuschen mit 2 Zimmern und Kueche. 1 Zimmer davon ist fuer die Gaeste - bleibt nur eines fuer die Familie mit ihrem Sohn, der momentan noch 10 ist. Sie wuerden zwar gerne bauen (noch ein Stockwerk draufsetzen, Platz waere da) - aber das ist verboten. Cubaner duerfen nicht bauen; mieten und kaufen sind unerschwinglich. Folglich werden Haeuser und Wohnungen vererbt - und dementsprechend klein sind die meisten Familien. Die Lizenz ein Casa Particular zu betreiben kostet 200CUC pro Zimmer pro Monat (mehr als das Jahresgehalt des Chaffeurs!). In Cuba ist aber im wesentlichen nur 6 Monate Saison - 3 Monate im Weihnachten und Neujahr, wenn es in anderen Laendern kalt ist und Touristen fuer den Winterurlaub kommen, 3 Monate im Sommer fuer den Sommerurlaub. 6 Monate ist keine Saison, d.h. wenig Touristen fuer - relativ dann - zu viele Casas. Die Lizenz kauft man aber fuer ein Jahr, d.h. man muss in der Saison immer seine Zimmer voll haben. Neben den tollen Amischlitten (nur die wenigsten sehen so toll aus wie auf den Fotos!) gibt es noch Ladas und ominoese Neuwagen. Amischlitten haben gelbe Kennzeichen - sie gehoeren einer Privatperson. Ladas haben blaue Nummernschilder. Sie gehoeren dem Staat und wurden nach der Revolution an Funktionaere verteilt die sie jetzt wiederum vererben duerfen. Neuwagen haben ebenfalls blaue Nummernschilder (Firmenautos) oder rote Nummernschilder - dann sind es Mietautos fuer Touristen. Cuba wirbt oft damit, dass die medizinische Versorgung fuer Cubaner kostenlos ist; das stimmt. Allerdings nicht zuletzt deswegen, weil sie einfach Unmengen an Aerzten ausbilden (einfach, wenn die Ausbildung staatlich gelenkt ist) die kaum etwas verdienen und in Krankenhaeusern ohne Arbeitsmaterial oder Medikamente stehen.
Wir in Cuba
Wir waren erst 4d in Habana wo wir Salsaunterricht nahmen. Dort verbrachten wir auch Silvester. Am 1. ging es nach Trinidad, wo wir 5 Tage Strandurlaub verbrachten und im Casa lecker zu Essen bekamen. Am 7. ging es fuer ein paar weitere Stunden Salsa nach Habana.
Fazit
Cuba war eine unglaublich intensive Erfahrung. Als wirklich nettes Reiseland fuer Backpacker kann man es aber nicht bezeichnen. Nur wenn man genuegend Geld hat und einen auch die Tatsache nicht stoert, dass man in Cuba als Tourist in einer Parallelgesellschaft lebt, in der man fuer ein Abendessen mehr ausgibt als ein Cubaner im Monat verdient. Ja, das perverse ist vor allem diese direkt nebeneinander laufende und ineinander verwobene Parallelgesellschaft.
Es bleibt abzuwarten wie es wird, wenn der alte Fidel tot ist.
Warum? Ich moechte mal ein wenig unsere Erfahrungen schildern und ein paar Tips zum Reisen geben.
Land
Cuba per se ist ein schoenes Land, und sehr vielfaeltig auf kleinem Raum.
Die Staedte muessen mal sehr schoen gewesen sein - es gibt grossartige Kolonialstaedte wie Cien Fuegos, Trinidad oder Camagüey- aber sie sind jetzt vollkommen verfallen.
In Habana sind vor allem die Stadtteile Vieja, Centro und Vedado interessant.
Vieja ist die Altstadt; viele Strassen sind einigermassen in Schuss bzw ein kleiner Teil - die am staerksten von Touristen frequentierten - ist sogar super hergerichtet. Grosse Teile - in die der weniger neugierige Tourist nicht vordringt - sind aber sehr armselig.
Centro ist ein grosser Wohnbezirk und bietet wenig interessantes fuer Touristen, er ist daher ziemlich heruntergekommen.
Vedado ist ebenfalls ein Wohnbezirk, allerdings liegen hier viele Hotels und Bars, Teile sind daher recht nett.
Wir wohnten in Centro da es dort viele Casas Particulares gibt.
Abgesehen von Habana waren wir nur in Trinidad; das ist eine nette kleine Stadt; auch hier ist das historische Zentrum zum Teil gut hergerichtet, der Teil der Einwohner ist ebenfalls recht heruntergekommen.
Mit einem Bus kann man fuer 2 CUC an den 30-60min entfernten Strand fahren.
Auch Cien Fuegos und Camagüey sollen lohnenswerte Ziele sein; Santiago soll weniger interessant sein. Baracoa ist weit entfernt von Habana an der Ostküste, aber auch davon wurde uns vorgeschwaermt. Viñales ist ein Dorf 2h westlich von Habana; von dort aus kann man viele Tagestouren unternehmen und wandern gehen.
in Santa Clara steht das Ché-Memorial, eine Anlaufstelle fuer viele Touris. Sonst soll die Stadt aber wenig zu bieten haben.
Leute
Wie kann man Kubaner beschreiben? Entsprechen sie den Klischees, die man ihnen auferlegt hat? Eins ist sicher, Kubaner rauchen gerne und trinken gerne Rum. Dadurch unterscheiden sie sich aber noch nicht von einem, sagen wir mal Oesterreicher. Was man an den Kubanern irgendwie bewundern muss, ist diese unerschuetterliche Ruhe und Geduld. Noch nie habe ich soviele Leute so geduldig Schlange stehen sehen. Wahrscheinlich haben sich die Kubaner irgendwie mit ihrem Schicksal abgefunden.
Reisen
In Cuba gibt es im wesentlichen 2 Arten von Unterkuenften: Hotels und Casas Particulares. Hotels sind natuerlich ausschliesslich staatlich gefuehrt und kosten 25CUC aufwaerts por Nacht.
Casas sind ein Zimmer mit eigenem Bad in einem cubanischen Haushalt. Sie kosten pro Raum 25 CUC (manchmal 20) pro Nacht; es duerfen bis zu 2 Personen darin schlafen (mehr ist verboten) - wenn man also zu zweit reist spart man hier. Casas bieten oft Mahlzeiten an, ausserdem "Waschservice".
[hier kommen noch die Adressen unserer Gastgeber rein]
In Habana kann man Tanzunterricht nehmen. In unseren Fuehrern standen 2 Optionen: Einmal im Museo del Ron - das ist ueberholt, das ist dort nicht mehr moeglich; und einmal im Teatro America - dort waren wir.
Wir stolperten dort mitten in eine Tanz-Probe des Ensembles dieses grossen Tanztheaters hinein. In der ersten Reihe sassen die Leiterin und ihre Assistentin - unsere Tanzlehrerinnen.
Neben den Proben und Auffuehrungen geben sie auch Unterricht fuer Laien. Eine Stunde kostet 10 CUC. Dafuer bekommt man Privatunterricht mit einer eigenen Lehrerin; bei 2h/d sind die ersten 45-60min. nur Grundschritt und Bewegungsschule - jeden Tag! Dabei wird auf jede Kleinigkeit geachtet, die Lehrerinnen sind sehr streng. Die 10 CUC gehen komplett ans Theater (und damit an den Staat). Ein Trinkgeld/ Dankeschoen waere angemessen.
Geld
Am Flughafen Cancún, Mexico kauften wir ein Touristenvisum fuer 300 MxPesos, das entspricht etwa 18 Euro.
Unser Flugzeug war eine Yakovlev Yak-42, geschaetzt 20-30 Jahre alt, Beschriftungen auf kyrillisch.
Vom Flughafen in die Stadt gibt es keine direkten Busse, als "Anfaenger" nimmt man also am Besten ein Taxi. Die Preise sind fix (und das seit Jahren, und sie werden auch gleich bleiben!): 20 CUC. Wer es nicht besser weiss zahlt 25.
1 CUC entspricht mehr oder weniger einem Dollar bzw. etwa 1,17 Euro.
CUC (Pesos convertibles) sind die Touristenwaehrung; damit werden Unterkunft, Busse, Eintritte und die meisten Restaurants bezahlt.
Die einheimische Waehrung sind die "moneda nacional"; 1 CUC = 25 MN.
Damit werden billige Essensstaende am Strassenrand bezahlt. Es lohnt sich MN mitzufuehren - man zahlt dann meist nur einen Bruchteil von dem, was man in CUC wahlen muesste.
Im Restaurant essen kostet 5 CUC aufwaerts; Cocktails kosten 2-4 CUC. Ein Bier kostet 18 MN bis 1CUC auf der Strasse, in der Bar 2 CUC.
Strassenpizza kosten 10-25 MN, Semmeln sind fuer 10 MN zu haben; ein Espresso auf der Strasse kostet 1 MN, im Cafe 2 CUC (50 MN)!
1,5l wasser kosten 2 CUC; Refrescos (ca 0,25-0,33l) meist 10 MN.
Man kann also recht guenstig essen wenn man sich "auf der Strasse" ernaehrt. Es ist aber weder lecker noch qualitativ hochwertig (der Reisefuehrer schreibt so nett von "im schlimmsten Fall rohem Teig mit ein paar Kaeseschnipseln und einem Klecks Tomatensosse" und trifft es damit ganz gut).
Um eine Vergleichsbasis zu haben: Ich habe im Schnitt 6,62CUC/d fuer Essen ausgegeben - wir haben jeden 2. Tag im Casa gegessen.
Ueberlandbusse sind in Cuba verhaeltnismaessig teuer. Von Habana nach Trinidad (4-5h) haben wir 25 CUC gezahlt, von Habana nach Viñales waeren es 12CUC.
Man tut gut daran viel Bargeld mitzunehmen! Am Besten mex. Pesos, ggf. Euro oder Pfund (auf keinen Fall Dollar) - wg. Wechselkursen und Gebuehren. Man kann natuerlich auch Geld abheben (am Schalter in der Bank), aber da beteiligt sich der Staat mit guten Gebuehren. Wechseln in einer Cadeca ist sehr viel guenstiger.
Zigarren und Rum
Beides bekommt man an allen Ecken. Rum gibt es von verschiedenen Herstellern; der bekannteste ist natuerlich Havana Club. Es gibt ihn als weissen Rum (jung und billig) oder añejo (gereift, braun). Ein dreijaehriger Añejo kostet meist ca 5CUC.
Zigarren scheinen deutlich billiger zu sein als bei uns. Cohibas gibt es ab 12CUC.
Die Sache mit dem Sozialismus
Ich kam mit einer wohl recht romantischen Einstellung von Sozialismus nach Cuba (ist doch gut wenn alle gleich viel haben?) - und wer tut das nicht. Dass Ché nicht ganz der Held war der er auf allen T-Shirts ist war mir schon vorher klar. Jedenfalls merkt man schon am ersten Tag in Cuba: Die Sache mit dem Sozialismus... die funktioniert einfach nicht.
Haeuser mitten in der Innenstadt gleichen Ruinen. Die Schaufenster sind praktisch leer, es liegen ein paar einzelne Gegenstaende drin. Morgens gibt es an den Strassenstaenden noch Semmeln oder was eben gerade verkauft wird, wenn das verkauft ist gibt es nichts mehr (ab Mittags leere Auslagen). Abends/ nachts ist es mitten in Habana fast stockdunkel, es gibt wenig Strassenlaternen und davon brennen die wenigsten. Warum? Strom wird in Cuba aus aus Venezuela importiertem Erdoel erzeugt. (das erklaert auch die Benzinpreise von 1,4CUC im Vergleich zu wenigen Pesos in Mexiko). Anfang der 80er wurde zwar mal begonnen ein Atomkraftwerk zu bauen - mit Plaenen aus der Ukraine. '86 wurde dieses Bauvorhaben abgebrochen. Kohle gibt es in Cuba nicht, und zur Verwertung von anderen Ressourcen fehlt das Geld. Weniger als 20% der Cubaner haben ein Auto. Es ist Cubanern verboten Autos zu kaufen. Die "tollen alten Amischlitten" die ueberall rumfahren wurden in den 40ern/50ern importiert und muessen seitdem am Leben erhalten werden; sie werden weitervererbt. Der Besitz eines Autos kommt dem Besitz einer Taxilizenz gleich (eine Lizenz um Cubaner zu transportieren! Fuer Touristen braucht man eine separate Lizenz die teuer und streng reglementiert ist). Wer also ein Auto hat kann sich noch ein wenig Geld dazuverdienen. Unser Gastgeber in Trinidad war eigentlich Ingenieur; weil er als Ingenieur aber nicht mehr gebraucht wurde wurde ihm ein Platz als Chauffeur gegeben. Als Ingenieur verdiente er 17 CUC im Monat, als Chaffeur 13 CUC. Seine Frau verdient als Informatikerin 17 CUC. Da der Strom so teuer ist reicht ihr Einkommen gerade so um die Stromkosten zu bezahlen. Gas fuer den Herd kostet 70 CUC pro Flasche; eine Flasche reicht 4 Monate. Es gibt zwar staatliche Essenskarten die jeden Monat ausgegeben werden, aber die reichen gerade mal eine Woche. Das Casa in Trinidad war ein kleines Haeuschen mit 2 Zimmern und Kueche. 1 Zimmer davon ist fuer die Gaeste - bleibt nur eines fuer die Familie mit ihrem Sohn, der momentan noch 10 ist. Sie wuerden zwar gerne bauen (noch ein Stockwerk draufsetzen, Platz waere da) - aber das ist verboten. Cubaner duerfen nicht bauen; mieten und kaufen sind unerschwinglich. Folglich werden Haeuser und Wohnungen vererbt - und dementsprechend klein sind die meisten Familien. Die Lizenz ein Casa Particular zu betreiben kostet 200CUC pro Zimmer pro Monat (mehr als das Jahresgehalt des Chaffeurs!). In Cuba ist aber im wesentlichen nur 6 Monate Saison - 3 Monate im Weihnachten und Neujahr, wenn es in anderen Laendern kalt ist und Touristen fuer den Winterurlaub kommen, 3 Monate im Sommer fuer den Sommerurlaub. 6 Monate ist keine Saison, d.h. wenig Touristen fuer - relativ dann - zu viele Casas. Die Lizenz kauft man aber fuer ein Jahr, d.h. man muss in der Saison immer seine Zimmer voll haben. Neben den tollen Amischlitten (nur die wenigsten sehen so toll aus wie auf den Fotos!) gibt es noch Ladas und ominoese Neuwagen. Amischlitten haben gelbe Kennzeichen - sie gehoeren einer Privatperson. Ladas haben blaue Nummernschilder. Sie gehoeren dem Staat und wurden nach der Revolution an Funktionaere verteilt die sie jetzt wiederum vererben duerfen. Neuwagen haben ebenfalls blaue Nummernschilder (Firmenautos) oder rote Nummernschilder - dann sind es Mietautos fuer Touristen. Cuba wirbt oft damit, dass die medizinische Versorgung fuer Cubaner kostenlos ist; das stimmt. Allerdings nicht zuletzt deswegen, weil sie einfach Unmengen an Aerzten ausbilden (einfach, wenn die Ausbildung staatlich gelenkt ist) die kaum etwas verdienen und in Krankenhaeusern ohne Arbeitsmaterial oder Medikamente stehen.
Wir in Cuba
Wir waren erst 4d in Habana wo wir Salsaunterricht nahmen. Dort verbrachten wir auch Silvester. Am 1. ging es nach Trinidad, wo wir 5 Tage Strandurlaub verbrachten und im Casa lecker zu Essen bekamen. Am 7. ging es fuer ein paar weitere Stunden Salsa nach Habana.
Fazit
Cuba war eine unglaublich intensive Erfahrung. Als wirklich nettes Reiseland fuer Backpacker kann man es aber nicht bezeichnen. Nur wenn man genuegend Geld hat und einen auch die Tatsache nicht stoert, dass man in Cuba als Tourist in einer Parallelgesellschaft lebt, in der man fuer ein Abendessen mehr ausgibt als ein Cubaner im Monat verdient. Ja, das perverse ist vor allem diese direkt nebeneinander laufende und ineinander verwobene Parallelgesellschaft.
Es bleibt abzuwarten wie es wird, wenn der alte Fidel tot ist.
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Freitag, 24. Dezember 2010
Tulum - oh Tannenbaum
Gestern war ein sehr merkwuerdiger Tag. Erst regnete kurz in Stroemen, dann fiel der Strom aus und alles wurde mit Kerzen beleuchtet.
Weihnachtswunder?
Frohe Weihnachten euch allen!
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Tulum - el paraiso
Nach 4 Tagen auf der Isla mujeres sind wir seit gestern in Tulum.
Die Isla war traumhaft, aber enorm touristisch. Unser Hostal war (fuer ein Hostal) riesig, anonym und wie ein kleiner Club Med: Plastikarmband, Massageservice, Restaurant, abends Konzerte und Magier-show. Klingt nett, waeren da nicht die ganzen betrunkenen amerikanischen Freshmen ("yeah, cheap booze!"). In einer Haengematte am Strand (ja, Hostal direkt am Strand!) konnte man das aber getrost ausblenden.
In Tulum ist der Strand noch schoener, allerdings leider 4km vom Hostal entfernt. Zum Glueck gibts 2x tgl. einen Shuttle. Auf der Plus-Seite gibts ausserdem eine toll eingerichtete Kueche (ja, sowas ist wichtig!); ausserdem haben wir uns diesmal ein Doppelzimmer (mit eigenen Betten!) gegoennt.
Wir lassen es uns gutgehen, lernen, lesen, Spielen Capoeira, Gitarre und Karten.
Viel gibt es nicht zu erzaehlen, was als Schlussanekdote dienen koennte. Vielleicht, dass wir in Tulum sowohl einen Wiener (einen echten!) als auch 2 Muenchnerinnen in unserem Hostal haben?
Oder vielleicht die merkwuerdige Tatsache, dass es von der Isla nach Puerto Juarez am Festland 2 Faehren gibt: Einen top-modernen Jet fuer Touristen (natuerlich mit Musik-show) und einen Seelenverkaeufer fuer Einheimische (mit mehr Sitzplaetzen als Schwimmwesten) - beide kosten aber das selbe.
Die Isla war traumhaft, aber enorm touristisch. Unser Hostal war (fuer ein Hostal) riesig, anonym und wie ein kleiner Club Med: Plastikarmband, Massageservice, Restaurant, abends Konzerte und Magier-show. Klingt nett, waeren da nicht die ganzen betrunkenen amerikanischen Freshmen ("yeah, cheap booze!"). In einer Haengematte am Strand (ja, Hostal direkt am Strand!) konnte man das aber getrost ausblenden.
In Tulum ist der Strand noch schoener, allerdings leider 4km vom Hostal entfernt. Zum Glueck gibts 2x tgl. einen Shuttle. Auf der Plus-Seite gibts ausserdem eine toll eingerichtete Kueche (ja, sowas ist wichtig!); ausserdem haben wir uns diesmal ein Doppelzimmer (mit eigenen Betten!) gegoennt.
Wir lassen es uns gutgehen, lernen, lesen, Spielen Capoeira, Gitarre und Karten.
Viel gibt es nicht zu erzaehlen, was als Schlussanekdote dienen koennte. Vielleicht, dass wir in Tulum sowohl einen Wiener (einen echten!) als auch 2 Muenchnerinnen in unserem Hostal haben?
Oder vielleicht die merkwuerdige Tatsache, dass es von der Isla nach Puerto Juarez am Festland 2 Faehren gibt: Einen top-modernen Jet fuer Touristen (natuerlich mit Musik-show) und einen Seelenverkaeufer fuer Einheimische (mit mehr Sitzplaetzen als Schwimmwesten) - beide kosten aber das selbe.
Im tollen Hostel in Mérida, dem "Nómadas"
Bettenburgen der Isla mujeres
Weihnachten auf mexikanisch
Isla mujeres
Tulum, Playa paraiso
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Merida - das Paradies
wir sind seit 2 Tagen in Merida. Die Stadt wirkt kleiner als sie ist und wirkt ganz nett, hat aber wenig "aufregendes" zu bieten. Dafuer ist das Hostel einfach super: Fruehstueck inkl., ueberall Haengematten, riesige Gaerten, ein Pool und abends gratis Salsa-unterricht. Die letzten zwei Tage war der Himmel recht bewoelkt und es war frisch (!) (auf der Fahrt hat es sogar geregnet! Der erste Regen seit zwei Monaten!!!), heute schien zum ersten Mal die Sonne und wir lagen den ganzen Tag am Pool.
Morgen gehts auf die Isla de mujeres wo wir drei (oder vier oder fuenf) Tage bleiben werden; endlich wieder Meer!
Viel haben wir also nicht zu berichten, dafuer haeufen sich die Anekdoten.
Auch in Mexiko weihnachtet es ja sehr, und verbunden mit der mex. Vorliebe fuer Kitsch und knallige Farben ist das oft bizarr.
Witzig war der Supermarktbesuch eben: In den Supermaerkten hier stehen an der Kasse immer Leute die deine Sachen einpacken. Jahreszeitgemaess tragen sie momentan alle Zipfelmuetzen - und da die Mexikaner hier recht klein sind wuselte der Kassenbereich vor Weihnachtselfen.
Danach waren wir in einem Bekleidungsgeschaeft auf der Suche nach Hemden (wenn wir demnaechst in Cuba Salsa tanzen gehen will man ja entsprechend gekleidet sein).
Sebi war sichtbar verzweifelt ob der kurzen Aermel - und ein mex. Paerchen, das seine Suche beobachtete brach irgendwann in schallendes Gelaechter aus.
(auch ich habe uebrigens nix gefunden - in alle Hemden haette ich zwei mal reingepasst. Ganz so fuellig wie die Mexikaner bin ich also noch nicht)
Morgen gehts auf die Isla de mujeres wo wir drei (oder vier oder fuenf) Tage bleiben werden; endlich wieder Meer!
Viel haben wir also nicht zu berichten, dafuer haeufen sich die Anekdoten.
Auch in Mexiko weihnachtet es ja sehr, und verbunden mit der mex. Vorliebe fuer Kitsch und knallige Farben ist das oft bizarr.
Witzig war der Supermarktbesuch eben: In den Supermaerkten hier stehen an der Kasse immer Leute die deine Sachen einpacken. Jahreszeitgemaess tragen sie momentan alle Zipfelmuetzen - und da die Mexikaner hier recht klein sind wuselte der Kassenbereich vor Weihnachtselfen.
Danach waren wir in einem Bekleidungsgeschaeft auf der Suche nach Hemden (wenn wir demnaechst in Cuba Salsa tanzen gehen will man ja entsprechend gekleidet sein).
Sebi war sichtbar verzweifelt ob der kurzen Aermel - und ein mex. Paerchen, das seine Suche beobachtete brach irgendwann in schallendes Gelaechter aus.
(auch ich habe uebrigens nix gefunden - in alle Hemden haette ich zwei mal reingepasst. Ganz so fuellig wie die Mexikaner bin ich also noch nicht)
Sonntag, 12. Dezember 2010
Mexico ciudad - Tenochtitlán, der Mittelpunkt der Welt
Auf dem Weg von Zacatecas nach Guanajuato waren wir fuer ein paar Stunden in León, dem landesweit groessten Lederproduzenten. Total absurd - praktisch jedes Geschaeft in jeder Strasse verkauft Schuhe, Jacken, Taschen, Guertel, Huete, Saettel, Stiefel!
In Guanajuato waren wir dann 2 Tage. Ebenfalls eine wunderbare Stadt mit einem interessanten Mumienmuseum: Der oertliche Friedhof war gegen 1910 voll und so wurden viele Leichen exhumiert. Zu Tage kamen perfekt konservierte Koerper - dank des kalkhaltigen Bodens.
Am 9. abends kamen wir dann in Mexico DF an.
Ouf. Die Stadt ist unglaublich lebendig, unglaublich laut, stinkig, stickig... die Smog-Glocke ist schon der Wahnsinn. Wirklich blau wird der Himmel nie, und am Horizont sieht man ein schmutziges braun.
Das Zentrum an sich ist sehr schoen, irgendwie wirkt es wie eine Mischung aus spanischer Architektur mit franzoesischer Eleganz. Nur - alles ist vollgestopft mit Menschen, und alles flankiert von lauthals schreienden fliegenden Haendlern.
Wir haben nur 3 Tage fuer DF reserviert - 3 zu viel oder viel zu wenig.
Ich wuerde die Stadt gerne naeher kennenlernen da ich glaube, dass sie sehr spannend waere, aber in 3 Tagen ist sie einfach nur stressig. Morgen gehts nach Teotihuacan in der Naehe, beruehmte Pyramiden anschauen; abends geht es mit dem Bus 20h nach Mérida. Endlich, die Halbinsel Yucatán...
ich freue mich schon sehr.
Die Schlussanekdote ist ein geschichtlicher Ausflug:
Wie manche vielleicht wissen ist das Wappen Mexicos ein Adler auf einem Kaktus, der eine Schlange frisst. Es wird berichtet, dass den Azteken, aus dem Norden kommend auf der Suche nach einem neuen Lagerplatz, geweissagt wurde, dass sich an einem Ort, wo ein Adler, auf einem Kaktus sitzend eine Schlange fressend, das Zentrum der Welt, Tenochtitlán, befaende. Dort sollten sie ihre Stadt bauen. Und so kam es dann natuerlich auch...
Ein Guide auf einer Tour gestern meinte aber, das alles sei eine Erfindung der Spanier. Der elegante Adler staende fuer die Spanier, auf dem Kaktus Mexico thronend und die minderen Mexikaner fressend. Das eigentliche Symbol Tenochtitláns sei ein Adler mit einer Feuer- und einer Wasserzunge, dem Symbol fuer die goettliche Macht.
Sei es wie es sei, beides nette Geschichten.
In Guanajuato waren wir dann 2 Tage. Ebenfalls eine wunderbare Stadt mit einem interessanten Mumienmuseum: Der oertliche Friedhof war gegen 1910 voll und so wurden viele Leichen exhumiert. Zu Tage kamen perfekt konservierte Koerper - dank des kalkhaltigen Bodens.
Am 9. abends kamen wir dann in Mexico DF an.
Ouf. Die Stadt ist unglaublich lebendig, unglaublich laut, stinkig, stickig... die Smog-Glocke ist schon der Wahnsinn. Wirklich blau wird der Himmel nie, und am Horizont sieht man ein schmutziges braun.
Das Zentrum an sich ist sehr schoen, irgendwie wirkt es wie eine Mischung aus spanischer Architektur mit franzoesischer Eleganz. Nur - alles ist vollgestopft mit Menschen, und alles flankiert von lauthals schreienden fliegenden Haendlern.
Wir haben nur 3 Tage fuer DF reserviert - 3 zu viel oder viel zu wenig.
Ich wuerde die Stadt gerne naeher kennenlernen da ich glaube, dass sie sehr spannend waere, aber in 3 Tagen ist sie einfach nur stressig. Morgen gehts nach Teotihuacan in der Naehe, beruehmte Pyramiden anschauen; abends geht es mit dem Bus 20h nach Mérida. Endlich, die Halbinsel Yucatán...
ich freue mich schon sehr.
Die Schlussanekdote ist ein geschichtlicher Ausflug:
Wie manche vielleicht wissen ist das Wappen Mexicos ein Adler auf einem Kaktus, der eine Schlange frisst. Es wird berichtet, dass den Azteken, aus dem Norden kommend auf der Suche nach einem neuen Lagerplatz, geweissagt wurde, dass sich an einem Ort, wo ein Adler, auf einem Kaktus sitzend eine Schlange fressend, das Zentrum der Welt, Tenochtitlán, befaende. Dort sollten sie ihre Stadt bauen. Und so kam es dann natuerlich auch...
Ein Guide auf einer Tour gestern meinte aber, das alles sei eine Erfindung der Spanier. Der elegante Adler staende fuer die Spanier, auf dem Kaktus Mexico thronend und die minderen Mexikaner fressend. Das eigentliche Symbol Tenochtitláns sei ein Adler mit einer Feuer- und einer Wasserzunge, dem Symbol fuer die goettliche Macht.
Sei es wie es sei, beides nette Geschichten.
Montag, 6. Dezember 2010
Zacatecas - solche und solche Staedte
Es gibt Staedte deren erster Eindruck genau so schlecht ist wie die weiteren Erfahrungen.
Es gibt Staedte, die scheinen furchtbar aber man gibt ihnen mal noch eine Chance - und man wird belohnt(Wien Westeinfahrt vs. restliche Stadt).
Es gibt Staedte, da faehrt man rein und denkt sich "hmm, wir koennten Freunde werden" aber man wird enttaeuscht (Guadalajara).
Es gibt Staedte die so furchtbar wirken, dass man sie gar nicht erst kennenlernen will (Chihuahua).
Und dann gibt es noch die, da kommt man an, wird von Busfahrer mit einem Laecheln begruesst, die Sonne geht gerade auf und man sieht eine kleine, aber saubere und sympathische Stadt in einem Tal liegen und denkt sich "oha, das sieht nett aus". Man faehrt mit dem Bus wahnwitzig steile Gaesschen entlang und erhascht immer wieder super Ausblicke ueber die Stadt.
Dann steigt man aus und denkt sich "huch, wo bin ich denn hier gelandet?": Weil die Strassen blitzblank sauber sind. Weil die Gehsteige durchgaengig sind (klingt albern, lernt man aber in Mexiko zu schaetzen) und sogar behindertengerecht. Weil die Strassen gepflastert sind. Vor allem aber:
Weil die Stadt in der aufgehenden Sonne einfach wunderbar aussieht, eigentlich gar nicht mexikanisch, eher italienisch oder spanisch. Und weil die Stadt nach ausgiebigen Erkundungsspaziergaengen und Tagen Aufenthalt immer noch einladend, freundlich und einfach sympathisch ist.
Wir sind in Zacatecas, auf 2440m, UNESCO-Weltkulturerbe, und das zurecht.
Unser Hostel ist wie die Stadt - einfach super. Wir verbringen viel Zeit auf der tollen Dachterrasse oder im kleinen gemuetlichen Aufenthaltsraum, haben hier tolle Leute kennengelernt und irre Geschichten gehoert, waren in der reichsten Silbermine Mexikos (dem Quell des Reichtums der Spanier) und dem Club "Eden", 300m unter der Oberflaeche und... wollen hier eigentlich nicht weg. :)
Es gibt Staedte, die scheinen furchtbar aber man gibt ihnen mal noch eine Chance - und man wird belohnt(Wien Westeinfahrt vs. restliche Stadt).
Es gibt Staedte, da faehrt man rein und denkt sich "hmm, wir koennten Freunde werden" aber man wird enttaeuscht (Guadalajara).
Es gibt Staedte die so furchtbar wirken, dass man sie gar nicht erst kennenlernen will (Chihuahua).
Und dann gibt es noch die, da kommt man an, wird von Busfahrer mit einem Laecheln begruesst, die Sonne geht gerade auf und man sieht eine kleine, aber saubere und sympathische Stadt in einem Tal liegen und denkt sich "oha, das sieht nett aus". Man faehrt mit dem Bus wahnwitzig steile Gaesschen entlang und erhascht immer wieder super Ausblicke ueber die Stadt.
Dann steigt man aus und denkt sich "huch, wo bin ich denn hier gelandet?": Weil die Strassen blitzblank sauber sind. Weil die Gehsteige durchgaengig sind (klingt albern, lernt man aber in Mexiko zu schaetzen) und sogar behindertengerecht. Weil die Strassen gepflastert sind. Vor allem aber:
Weil die Stadt in der aufgehenden Sonne einfach wunderbar aussieht, eigentlich gar nicht mexikanisch, eher italienisch oder spanisch. Und weil die Stadt nach ausgiebigen Erkundungsspaziergaengen und Tagen Aufenthalt immer noch einladend, freundlich und einfach sympathisch ist.
Wir sind in Zacatecas, auf 2440m, UNESCO-Weltkulturerbe, und das zurecht.
Unser Hostel ist wie die Stadt - einfach super. Wir verbringen viel Zeit auf der tollen Dachterrasse oder im kleinen gemuetlichen Aufenthaltsraum, haben hier tolle Leute kennengelernt und irre Geschichten gehoert, waren in der reichsten Silbermine Mexikos (dem Quell des Reichtums der Spanier) und dem Club "Eden", 300m unter der Oberflaeche und... wollen hier eigentlich nicht weg. :)
Nachtrag Creel
auch wenn wir uns unseren Aufenthalt in der Kupferschlucht etwas anders vorgestellt hatten bot er doch alles, was man sich von einem zuenftigen Outdoor-trip erwartet:
Wandern durch Schluchten, ueber Ebenen und durch Waelder, mit Karte und Kompass zu einem vereisten Wasserfall. 44 km mit dem Mountainbike. Feuermachen am Holzofen. Bunt gekleidete Rarámuri-Eingeborene. Und nicht zuletzt einen Abend im nettesten Café ganz Mexicos, wenn nicht sogar ueberhaupt, deren herzliche Besitzerin einen fuer einige Stunden die Minusgrade draussen vergessen laesst. Wo wird man schon mit einem Busserl begruesst und einem "Hallo, ich bin Ana; ich habe gerade Suppe gekocht wenn du welche magst. Oder ich mach euch noch schnell was frisch (natuerlich 100% bio [in Mexiko!!!!!!!!]) und danach sing ich fuer euch (zusammen mit meinem Mann der grad in der Ecke Gitarre spielt)"; und waehrend des Essens und ueberhaupt des ganzen Abends wurde gescherzt und gelacht. Auf unserer Seite fielen Saetze wie "das ist glaube ich das erste Restaurant in Mexiko wo man den Eindruck hat, dass die Besitzerin sich bei der Einrichtung was gedacht hat", "wie hiess dieses daenische Wort nochmal? hyggelig? Das hier ist richtig hyggelig", "ich glaube das ist das netteste Restaurant in dem ich jemals gewesen bin", "hier fuehlt man sich echt willkommen und nicht nur sein Geld"... und Ana hatte eine Stimme... wow. ein wunderbarer Abend.
Wandern durch Schluchten, ueber Ebenen und durch Waelder, mit Karte und Kompass zu einem vereisten Wasserfall. 44 km mit dem Mountainbike. Feuermachen am Holzofen. Bunt gekleidete Rarámuri-Eingeborene. Und nicht zuletzt einen Abend im nettesten Café ganz Mexicos, wenn nicht sogar ueberhaupt, deren herzliche Besitzerin einen fuer einige Stunden die Minusgrade draussen vergessen laesst. Wo wird man schon mit einem Busserl begruesst und einem "Hallo, ich bin Ana; ich habe gerade Suppe gekocht wenn du welche magst. Oder ich mach euch noch schnell was frisch (natuerlich 100% bio [in Mexiko!!!!!!!!]) und danach sing ich fuer euch (zusammen mit meinem Mann der grad in der Ecke Gitarre spielt)"; und waehrend des Essens und ueberhaupt des ganzen Abends wurde gescherzt und gelacht. Auf unserer Seite fielen Saetze wie "das ist glaube ich das erste Restaurant in Mexiko wo man den Eindruck hat, dass die Besitzerin sich bei der Einrichtung was gedacht hat", "wie hiess dieses daenische Wort nochmal? hyggelig? Das hier ist richtig hyggelig", "ich glaube das ist das netteste Restaurant in dem ich jemals gewesen bin", "hier fuehlt man sich echt willkommen und nicht nur sein Geld"... und Ana hatte eine Stimme... wow. ein wunderbarer Abend.
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Nachtrag Culiacán - Abschiedsfotos
Weil der Abschied so nett war doch noch ein paar Fotos von unserem letzten Tag im HCC:
Gruppenbild aerztliches Personal
unser Abschiedskuchen:
"Felicidades, Doctores de Austria" -
"Glueckwuensche fuer die Doktoren aus Oesterreich"
Abschiedsfoto mit allen
Creel - ein paar Bilder
mit dem Zug durch die Barranca
die Barranca de Cobre im Hintergrund
zu Beginn der Wanderung
Gruppenbild mit Italien
Creel - Wandern
Oh - mein - Gott. Es ist so kalt hier!
Nachts ging der Ofen aus (vll eh ganz gut, der Abzug war so undicht, dass ich bedenken hatte wegen des Kohlenmonoxid...) und ploetzlich war es so erbaermlich kalt, dass ich in meinem Daunenschlafsack mit Komfortbereich bis 5ºC und unter 2 Wolldecken noch fror! Zum Wandern am naechsten Morgen hatte dann jeder 5-6 Schichten an (untenrum 4, und 2 paar Socken!), aber in der Sonne ging es dann einigermassen.
Auf der Suche nach Wanderungen durch bzw. v.a. IN die Barranca hoerten wir immer das selbe: nur mit Fuehrer, Wege zu schwer zu finden, nur mit Nissan, nur mit Pferd, nur mit Tour, nur mit mehr Leuten etc etc..... :-( Deswegen machten wir heute nur einen "kleinen" 6-stuendigen Ausflug; der allerdings war sehr angenehm. Die Landschaft sah definitiv nicht aus nach Mexico, eher Canada oder aehnliches.
Auf dem Rueckweg trafen wir eine Italienerin die zufaellig im selben Hostel ist wie wir, dort trafen wir dann noch 2 Tschechen. Sehr angenehm mit Europaeern und nicht immer mit den Gringos oder Aussis, en serio!
Etwas erschuetternd war die Begegnung mit den Einheimischen. Dass einem in Mexico immer und ueberall etwas angedreht werden will sind wir schon gewohnt. aber heute kam uns eine Frau mit kleinem Kind entgegen, ca 5 Jahre alt. Sah sehr drollig aus, ganz dick eingepackt, ganz bunte Kleidung... als es bei uns ankam hielt es handgemachten Schmuck hoch und sagte nur "Compra" - "Kauf!". Das selbe wiederholte sich noch ein paar Mal... man wird schon sehr nachdenklich.
Jedenfalls werden wir morgen nochmal ein wenig wandern und Donnerstag nach Chihuahua aufbrechen. Freitag abend geht es ueber Nacht nach Zacatecas.
Nachts ging der Ofen aus (vll eh ganz gut, der Abzug war so undicht, dass ich bedenken hatte wegen des Kohlenmonoxid...) und ploetzlich war es so erbaermlich kalt, dass ich in meinem Daunenschlafsack mit Komfortbereich bis 5ºC und unter 2 Wolldecken noch fror! Zum Wandern am naechsten Morgen hatte dann jeder 5-6 Schichten an (untenrum 4, und 2 paar Socken!), aber in der Sonne ging es dann einigermassen.
Auf der Suche nach Wanderungen durch bzw. v.a. IN die Barranca hoerten wir immer das selbe: nur mit Fuehrer, Wege zu schwer zu finden, nur mit Nissan, nur mit Pferd, nur mit Tour, nur mit mehr Leuten etc etc..... :-( Deswegen machten wir heute nur einen "kleinen" 6-stuendigen Ausflug; der allerdings war sehr angenehm. Die Landschaft sah definitiv nicht aus nach Mexico, eher Canada oder aehnliches.
Auf dem Rueckweg trafen wir eine Italienerin die zufaellig im selben Hostel ist wie wir, dort trafen wir dann noch 2 Tschechen. Sehr angenehm mit Europaeern und nicht immer mit den Gringos oder Aussis, en serio!
Etwas erschuetternd war die Begegnung mit den Einheimischen. Dass einem in Mexico immer und ueberall etwas angedreht werden will sind wir schon gewohnt. aber heute kam uns eine Frau mit kleinem Kind entgegen, ca 5 Jahre alt. Sah sehr drollig aus, ganz dick eingepackt, ganz bunte Kleidung... als es bei uns ankam hielt es handgemachten Schmuck hoch und sagte nur "Compra" - "Kauf!". Das selbe wiederholte sich noch ein paar Mal... man wird schon sehr nachdenklich.
Jedenfalls werden wir morgen nochmal ein wenig wandern und Donnerstag nach Chihuahua aufbrechen. Freitag abend geht es ueber Nacht nach Zacatecas.
Dienstag, 30. November 2010
Creel - Resumee der letzten Woche(n)
Ouf. da waeren wir also wieder auf Reisen.
Was fuer eine intensive Zeit in Culiacán, was fuer ein intensiver Abschluss.
In unserer letzten WOche haben wir noch jeder 2 guardias absolviert in denen wir endlich voll mitarbeiten konnten: Patienten befragen, untersuchen, Aufnahmeblatt schreiben... es gab noch einige sehr interessante Faelle. Am Donnerstag habe ich endlich meinen Vortrag halten koennen; im Anschluss daran haben wir ein Interview fuer die Bundesstaat-weite Uni-Zeitung gegeben. Am Freitag wollten wir gerade gehen als eine Patientin nach Autounfall kam; im Verlauf verschlechterte sie sich so rapide, dass sie schliesslich wiederbelebt werden musste (der Statistik entsprechend erfolglos und wiederum fachlich mehr als stuemperhaft).
Im Anschluss gab es einen Abschiedskuchen fuer uns und Pizza. Makaber. Danach waren wir auch noch mit unserem Spanischlehrer essen (Seafood); schliesslich mit Juan nach Mazatlan, einer Strand- und Partystadt (und seine Heimat). Dort das beste Sushi gegessen das ich jemals probiert hab, und das heisst was.
Samstag Stadtfuehrung, Barbecue, Baseballspiel schauen, wieder Sushi und fortgehen.
Am Sonntag verabschiedeten wir uns schliesslich von Juan und fuhren nach Los Mochis, 6h noerdlich, am Rande der Sierra. Uebernachtung im zweit-heruntergekommensten Hotel bisher (nach Uruapan); morgens um 5 aufgestanden, um 7:00 gings erst mit einem Bus und dann mit dem Ferrocarril Barranca de Cobre durch gleichnamige Schlucht, durch immer wildere, imposantere Landschaften (erinnerten mich teilweise an Norwegen, den Harvanger-Fjord und die Flams-bahn! ;) ).
Nun sind wir schliesslich in Creel, auf 2338m; es ist schweinekalt (ich habe Shirt, Hemd und Fleece und friere), ein kleines Kaff mit 5000 Einwohnern (das groesste weit und breit), grossteils "Ureinwohner" (Rarámuri); unsere Unterkunft ist super: ein Blockhaus, Holzofengeheizt, jeder hat ein eigenes (!) super Bett und es gibt heisses (!) Wasser, das ganze fuer 125 Pesos pP (ca 8€ - eher oberer Durchschnitt, aber das Geld allemal wert).
Von hier aus wollen wir 2-3Tage wandern (wobei die Infrastruktur nicht so toll ist wie erhofft) und dann weiter nach Chihuahua; von dort Richtung Mexico DF mit Halt in Guanajuato und Nachbarstaedten. Aber wie immer: Plaene hauen eh nie hin.
Wie immer die kleine Anekdote zum Schluss:
Witzig war, als wir beim Zwischenstopp in Divisadero ausstiegen, etwas zu essen kauften und die SChlucht bewunderten. Wir hatten fleischgefuellte Tacos auf der Hand und prompt liefen uns alle Strassenkoeter der Gegend hinterher....
mehr faellt mir grad nicht ein. :-/
Was fuer eine intensive Zeit in Culiacán, was fuer ein intensiver Abschluss.
In unserer letzten WOche haben wir noch jeder 2 guardias absolviert in denen wir endlich voll mitarbeiten konnten: Patienten befragen, untersuchen, Aufnahmeblatt schreiben... es gab noch einige sehr interessante Faelle. Am Donnerstag habe ich endlich meinen Vortrag halten koennen; im Anschluss daran haben wir ein Interview fuer die Bundesstaat-weite Uni-Zeitung gegeben. Am Freitag wollten wir gerade gehen als eine Patientin nach Autounfall kam; im Verlauf verschlechterte sie sich so rapide, dass sie schliesslich wiederbelebt werden musste (der Statistik entsprechend erfolglos und wiederum fachlich mehr als stuemperhaft).
Im Anschluss gab es einen Abschiedskuchen fuer uns und Pizza. Makaber. Danach waren wir auch noch mit unserem Spanischlehrer essen (Seafood); schliesslich mit Juan nach Mazatlan, einer Strand- und Partystadt (und seine Heimat). Dort das beste Sushi gegessen das ich jemals probiert hab, und das heisst was.
Samstag Stadtfuehrung, Barbecue, Baseballspiel schauen, wieder Sushi und fortgehen.
Am Sonntag verabschiedeten wir uns schliesslich von Juan und fuhren nach Los Mochis, 6h noerdlich, am Rande der Sierra. Uebernachtung im zweit-heruntergekommensten Hotel bisher (nach Uruapan); morgens um 5 aufgestanden, um 7:00 gings erst mit einem Bus und dann mit dem Ferrocarril Barranca de Cobre durch gleichnamige Schlucht, durch immer wildere, imposantere Landschaften (erinnerten mich teilweise an Norwegen, den Harvanger-Fjord und die Flams-bahn! ;) ).
Nun sind wir schliesslich in Creel, auf 2338m; es ist schweinekalt (ich habe Shirt, Hemd und Fleece und friere), ein kleines Kaff mit 5000 Einwohnern (das groesste weit und breit), grossteils "Ureinwohner" (Rarámuri); unsere Unterkunft ist super: ein Blockhaus, Holzofengeheizt, jeder hat ein eigenes (!) super Bett und es gibt heisses (!) Wasser, das ganze fuer 125 Pesos pP (ca 8€ - eher oberer Durchschnitt, aber das Geld allemal wert).
Von hier aus wollen wir 2-3Tage wandern (wobei die Infrastruktur nicht so toll ist wie erhofft) und dann weiter nach Chihuahua; von dort Richtung Mexico DF mit Halt in Guanajuato und Nachbarstaedten. Aber wie immer: Plaene hauen eh nie hin.
Wie immer die kleine Anekdote zum Schluss:
Witzig war, als wir beim Zwischenstopp in Divisadero ausstiegen, etwas zu essen kauften und die SChlucht bewunderten. Wir hatten fleischgefuellte Tacos auf der Hand und prompt liefen uns alle Strassenkoeter der Gegend hinterher....
mehr faellt mir grad nicht ein. :-/
Freitag, 19. November 2010
Culiacán - ein paar Fotos aus dem HCC
HCC Haupteinfahrt
Der OA beim Unterricht waehrend einer Visite. Ja, es gibt hier Bedside Teaching!
Der Innenhof bei Daemmerung
Ein residente (Ass.Arzt) und 3 internos (Studenten im 6. Jahr wie PJ bzw. Turnus)
Die Notaufnahme bei Nacht. In den Betten hinter den Vorhaengen liegen Patienten... oder schlafendes Personal
Dienstag, 9. November 2010
Culiacán - 4 Wochen Mexiko
puenktlich zu meinem Jubilaeum hier ein paar Neuigkeiten.
Donnerstag auf Freitag hatten wir ja guardia, d.h. Donnerstag 7:00 bis Freitag 15:00.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt auch wenn nicht gaanz so viel los war wie erwartet.
Wir hatten auf die Schusswunden gewettet (Sebi: 3; ich: 4); es war aber dann nur 1. und die noch nicht mal so tragisch, er hat sich ganz gut gehalten.
kurz darauf dann eine Reanimation; die war deutlich schockierender: es war unglaublich chaotisch, fuerchterlich unprofessionell und von vornherein aussichtslos.
Das Cruz Roja brachte eine etwas ueber 70-Jaehrige herein die schon ziemlich scheps von der Trage hing. nach dem Umlagern fiel auf, dass sie keinen Puls mehr hatte (und das wohl schon laenger). darauf wurde eine Herzdruckmassage mit einer Frequenz von ca. 200/min begonnen (normal: 100; warum? das Herz wird in der Entspannungsphases mit Blut versorgt; je schneller man pumpt umso kuerzer ist dabei jede einzelne Phase -> kaum Blutversorgung des Herzens; und div. andere Gruende); die Intubation erfolgte blind ohne Kontrolle der Lage (evtl. in der Speiseroehre?), die Ventilation folgte mit einer Frequenz von 60/min (normal = Atemfrequenz = 12-15/ min); fuer die Fachidioten: die Patientin hatte initial eine PEA, darauf bekam sie 2 Adrenalin und 3 Atropin. Nach 15 min wurde abgebrochen.
Anfangs arbeitete ich noch mit, im Verlauf standen wir beide etwas verstoert daneben. Als wir Aerzte und Pflege spaeter fragten "wie es denn so lief"/"was sie denken"... der Grundtenor "na, war eh alles ok".
Auch sonst gab es noch das eine oder andere zu sehen, v.a. durfte ich endlich was machen. als besonderes Schmankerl gabs eine Augenbraue zu naehen, fordernd, da kosmetisch anspruchsvoll und schwierige Stelle.
Spaeter konnten wir 2-3h schlafen.
nachmittags shcliefen wir noch 3h, danach ging's auf Achse mit unserern Gastgebern.
Um noch mehr Leute zusammenzutrommeln machten wir eine Tour mit dem Auto (man faehrt hier grundsaetzlich jede Distanz mit dem Auto); erstaundlich war nur, dass wir, um Leute abzuholen schon zu 5. in den kleinen 2-Tuerer-Sportwagen stiegen. Es kamen dann noch 2 dazu: 4 hinten, Fahrer, 2 auf dem Beifahrersitz. Nach der anfaenglichen Verwunderung kurze Ueberlegung: "einer wuerde eh noch reingehen..."; Antwort Sebi: "nah, dann waers unbequem".
Es ging dann zu einer Art Garagenparty wo wir bis 4 blieben. Zum Fruehstueck noch schnell ein paar Tacos.
Samstag und Sonntag wurden sehr faul verbracht.
Heut nachmittag haben wir fuer die naechsten Wochen noch einen Sprachkurs fixiert (100Pesos/h/Person - 6€, 3x1,5h/ woche). Der Lehrer ist der Leiter des Uni-Sprachinstituts und macht einen sehr netten Eindruck.
Uebrigens, weil es immer heisst "wir hier in dem heissen Land" - es ist schon spuerbar Herbst hier. Die Blaetter fallen auch hier (wenn auch nicht viele), es wird um 6 dunkel (sehr laestig fuer Biorhythmus und Aktivitaeten) und nachts hat's auch schon mal so 15ºC! (tagsueber bis 37º aber das spuert man dank Klimaanlage meist nicht).
Und um das naechste klarzustellen: im Grunde gehts in der NFA gar nicht so her. es kommen zwar immer mal wieder ein paar Faelle und die sind dann meist schwerer als bei uns aber Vormittags ist es meist fuerchterlich langweilig. deswegen werden wir jetzt vermehrt Nachtdienste machen.
Toll ist, das unser equipo jeden Tag reihum ein Thema zu lernen hat und einer das jew. Thema kurz praesentiert. Ich mache naechsten Montag Pankreatitis und Ende des Monats sind wir beide nochmal mit Drogennotfaellen dran :-) auf Spanisch natuerlich.
Donnerstag auf Freitag hatten wir ja guardia, d.h. Donnerstag 7:00 bis Freitag 15:00.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt auch wenn nicht gaanz so viel los war wie erwartet.
Wir hatten auf die Schusswunden gewettet (Sebi: 3; ich: 4); es war aber dann nur 1. und die noch nicht mal so tragisch, er hat sich ganz gut gehalten.
kurz darauf dann eine Reanimation; die war deutlich schockierender: es war unglaublich chaotisch, fuerchterlich unprofessionell und von vornherein aussichtslos.
Das Cruz Roja brachte eine etwas ueber 70-Jaehrige herein die schon ziemlich scheps von der Trage hing. nach dem Umlagern fiel auf, dass sie keinen Puls mehr hatte (und das wohl schon laenger). darauf wurde eine Herzdruckmassage mit einer Frequenz von ca. 200/min begonnen (normal: 100; warum? das Herz wird in der Entspannungsphases mit Blut versorgt; je schneller man pumpt umso kuerzer ist dabei jede einzelne Phase -> kaum Blutversorgung des Herzens; und div. andere Gruende); die Intubation erfolgte blind ohne Kontrolle der Lage (evtl. in der Speiseroehre?), die Ventilation folgte mit einer Frequenz von 60/min (normal = Atemfrequenz = 12-15/ min); fuer die Fachidioten: die Patientin hatte initial eine PEA, darauf bekam sie 2 Adrenalin und 3 Atropin. Nach 15 min wurde abgebrochen.
Anfangs arbeitete ich noch mit, im Verlauf standen wir beide etwas verstoert daneben. Als wir Aerzte und Pflege spaeter fragten "wie es denn so lief"/"was sie denken"... der Grundtenor "na, war eh alles ok".
Auch sonst gab es noch das eine oder andere zu sehen, v.a. durfte ich endlich was machen. als besonderes Schmankerl gabs eine Augenbraue zu naehen, fordernd, da kosmetisch anspruchsvoll und schwierige Stelle.
Spaeter konnten wir 2-3h schlafen.
nachmittags shcliefen wir noch 3h, danach ging's auf Achse mit unserern Gastgebern.
Um noch mehr Leute zusammenzutrommeln machten wir eine Tour mit dem Auto (man faehrt hier grundsaetzlich jede Distanz mit dem Auto); erstaundlich war nur, dass wir, um Leute abzuholen schon zu 5. in den kleinen 2-Tuerer-Sportwagen stiegen. Es kamen dann noch 2 dazu: 4 hinten, Fahrer, 2 auf dem Beifahrersitz. Nach der anfaenglichen Verwunderung kurze Ueberlegung: "einer wuerde eh noch reingehen..."; Antwort Sebi: "nah, dann waers unbequem".
Es ging dann zu einer Art Garagenparty wo wir bis 4 blieben. Zum Fruehstueck noch schnell ein paar Tacos.
Samstag und Sonntag wurden sehr faul verbracht.
Heut nachmittag haben wir fuer die naechsten Wochen noch einen Sprachkurs fixiert (100Pesos/h/Person - 6€, 3x1,5h/ woche). Der Lehrer ist der Leiter des Uni-Sprachinstituts und macht einen sehr netten Eindruck.
Uebrigens, weil es immer heisst "wir hier in dem heissen Land" - es ist schon spuerbar Herbst hier. Die Blaetter fallen auch hier (wenn auch nicht viele), es wird um 6 dunkel (sehr laestig fuer Biorhythmus und Aktivitaeten) und nachts hat's auch schon mal so 15ºC! (tagsueber bis 37º aber das spuert man dank Klimaanlage meist nicht).
Und um das naechste klarzustellen: im Grunde gehts in der NFA gar nicht so her. es kommen zwar immer mal wieder ein paar Faelle und die sind dann meist schwerer als bei uns aber Vormittags ist es meist fuerchterlich langweilig. deswegen werden wir jetzt vermehrt Nachtdienste machen.
Toll ist, das unser equipo jeden Tag reihum ein Thema zu lernen hat und einer das jew. Thema kurz praesentiert. Ich mache naechsten Montag Pankreatitis und Ende des Monats sind wir beide nochmal mit Drogennotfaellen dran :-) auf Spanisch natuerlich.
Donnerstag, 4. November 2010
Culiacán - Tag 3 Famulatur
yay, Feiertage ueberstanden und ein Internetcafé ("ciber") gefunden!
wir wissen jetzt ei wenig genauer wie das hier mit Unterkunft und Betreuung funktioniert.
wenn wir in Oesterreich eine IFMSA-Famulatur machen wollen bewerben wir uns, zahlen einen Betrag an die AMSA (der im wesntlichen in unseren Etat einfliesst sowie fuer einen auslaendischen Studenten - Incoming - verwendet wird) und das wars.
Wenn Mexikaner ein Praktikum im Ausland machen wollen muessen sie vorher einen Studenten aus dem Ausland beherbergen, versorgen und betreuen. Danach erst koennen sie fort.
Deswegen wohnen wir jetzt in Juans Wohnung, deswegen kommen taeglich abwechselnd einer (oder mehrere) von 5 Studenten, fragen wie's uns geht, ob wir was brauchen, fahren fuer uns oder mit uns einkaufen und zahlen dann natuerlich.
Juan selber ist ein ganz netter Kerl. Bei den anderen weiss ich nicht ganz woran man ist. Allgemein ist die Situation fuer uns ein wenig unangenehm weil wir staendig irgendwie beobachtet werden, wenn wir einkaufen nicht selbststaendig einkaufen... besonders witzig, als wir Kleidung fuers Spital gekauft haben: einer der 5, nennen wir ihn Rodrigo (aber ich habe seinen Namen vergessen) ist mit uns durch ein Bekleidungsgeschaeft und Schuhladen gedackelt, hat fuer uns Hemden ausgesucht ud uns sogar an die Umkleide gebracht...
am Schluss haben wir dann noch nicht einmal was gefunden.
Entgegen der Berichte von Vorgaengern reichen unsere Scrubs naemlich nicht aus (die traegt man hier ausschliesslich im OP); die Aerzte und Studenten tragen entweder komplett weiss + Mantel inkl. weisse Schuhe, Residentes (Assistenzaerzte) zT auch Hemd, feine Hose, Krawatte und den Kittel drueber.
Ich habe mir jetzt Hemd und Hose gekauft, Schuhe und Mantel leihe ich mir von Juan. Insgesamt haetten wir sonst gute 100€ ausgegeben, so sind es immerhin 30.
Zur Famulatur:
Wir muessen von 7:00-13:00 bleiben, bislang sind wir aber meist bis 17:00 geblieben.
Gestern war aber gar nichts los, den ganzen Tag nur 6 Patienten, davon 2 schon seit MOntag.
Nachtdienste sind freiwillig, werden wir aber auf jeden Fall machen. evtl wechseln wir au7ch auf eine Nachmittags-schicht. bislang sind wir auf Zuschauen und fragen beschraenkt; wenn nichts los ist lesen wir im winzigen Aufenthaltsraum oder unterhalten uns mit dem Personal. hoffentlich duerfen wir demnaechst ein wenig mehr mitmachen; das Problem ist, dass in Culiacán ein sehr starker Dialekt gesprochen wird, sie verschlucken Konsonanten oder ganze SIlben und sprechen ausserdem enorm schnell. Das Verstaendnis wir dvon Tag zu Tag besser und unser medizinisches Spanisch ebenfalls, fuers erste warten wir aber noch ein wenig.
Zum Spital und Notaufnahme:
Wir arbeiten im Hospital Civil Culiacán; hier werden Leute behandelt die keine eigene Versicherung haben. Das heisst zwar nicht ausschliesslich, dass sie ganz arm sind; es kann auch sein, dass die Leute zB einen kleinen Laden oder Stand haben, also selbststaendig; sie haben dann aber eben keine Versicherung und muessen Arbeitsmaterial, UNtersuchungen und Behandlung selber zahlen. Viele Patienten sind aber auch wirklich arm und ohne Versicherung.
Ich weiss nicht wie viele Betten das SPial hat, ich schaetze 300-400.
Es stehen Ultraschall, CT und sogar ein MR zur Verfuegung, ausserdem ein 24h Labor, OPs und eine Intensiv.
Die NFA hat 12 Betten, davon ein "Schockraumbett" mit Beatmungsplatz; 1 EKG (waere bei uns vor ca 10 Jahren im Einsatz gewesen: kein Bildschirm, nur ein Streifen, Saugglocken, keine Filter...) und 2 oder 3 mobile Monitore.
Das Pesonal:
Vormitags sind 1 "equipo" "internos" anwesend, das ist eine Gruppe von 4 Studenten im 6. Jahr die VOllzeit im Spital arbeiten. Sie sind Turnusaerzten vergleichbar, verdienen aber nichts (also wie Turnusaerzte ^^).
Ausserdem 1-2 Residentes, das sind Assistenzaerzte; meist ein erfahrener im 3-4. Jahr (es sind bis zu 4 Jahre fuer ein Fach) und ein juengerer. Ausserdem 3 Pflegekraefte.
Nachmittags gehen 1 residente und das equipo, ein residente und ein interno bleiben fuer den Nachmittag und die Nacht, bis 8:00 morgens oder wie die anderen dann jew. bis nachmittags.
die internos wecheln alle 2 Monate das Fach; leider hat das alte equipo gestern aufgehoert, sie waren unglaublich nett und haben viel erklaert; das neue equipo scheint nicht so nett zu sein. :(
das ist der Grund warum wir nachmittags arbeiten wollen: dann stehen wir ihnen nicht im WEg und duerfen evtl. mehr machen.
Die Medizin:
generelle Unterschiede: der klinische Eindruck hat einen deutlich groesseren Stellenwert als bei uns, er zaehlt fast alles. Bildgebung wird nur in Sonderfaellen gemacht aber nur mit konkreter Fragestellung (nicht wie bei uns: Ultraschall nach dem Motto "schaun wir mal"). Labor wird schon oefters gemacht, seltsamerweise aber v.a. Chemie und kleines (oder grosses) Blutbild. CRP hab ich bislang nur einmal gesehen, BSG machen sie gar nicht.
Ausserdem arbeiten sie nicht sonderlich (nicht) steril. Sie versuchen es zT zwar, aber eher nach dem Motto "is doch eh immerhin ein bisschen steril"; Handschuhe werden eher selten verwendet (es gibt sie aber). Haende werden gewaschen und nicht desinfiziert. auch der Patient wird nur bei groesseren Eingriffen desinfiziert. abdecktuecher werden kaum bis nicht eingesetzt.
Ansonsten ist es aber erstaunlich wie gruendlich und effizient sie trotz der Situation der Patienten (schwere Erkrankungen + keine Versicherung) arbeiten.
Was wir bislang oft gesehen haben: akuter Bauch, Lungenentzuendung/ respiratorische Infekte, Diabetes (als Grunderkranknung mit allen seinen Folgen: Amputationen von mehreren Zehen, Neuropathie, Augenerkrankungen, kaputte Niere...), Steinleiden der ableitenden Harnwege; auch Schusswunden kamen nicht zu kurz: die erste war ein schuss (bei vorgebeugtem Oberkoerper) von seitl. Brustkorb, Niere, Zwerchfell, Milz, Projektil irgendwo in Blasengegend; die zweite 4 Einschuesse Arm, Hals, Brustkorb, Bauch.
Trotz hoher Inzidenz ist die Traumaversorgung ueberraschend chaotisch und schlecht (wenn auch recht zuegig - die Patienten kamen bislang innerhalb von 30 min in den OP).
ich glaube man bekommt hier schon eine ziemlich dicke Haut. die menschlichkeit bleibt bei den meisten Aerzten auf der Strecke.
Als wir bemerkten, dass bei einem beatmeten Patienten die BEatmungsmaschine deskonnektiert war und der Patient zo ueber mehrere Minuten nicht beatmet war, wir das schnell behoben und das Personal darauf hinwiesen wurde das nur mit einem Schulterzucken und einem "Hoppla" kommentiert.
Zur Sicherheitslage:
Klar, Culiacán ist sicher nicht als "sichere Stadt" zu bezeichnen. Aber ich habe den EIndruck, dass die exzessive Gewalt ein Motiv hat und sich nicht wahllos gegen Unschuldig richtet. Das Motiv scheint meist eine Fehde zu sein, sei es familiaerer Art oder der Konflikt der Drogenbanden. Insofern ist ein Risiko fuer uns als unbeteiligte zumindest kalkulierbar. Eben wie immer und ueberall: Cuidado, Augen offen halten, Vorsichtig sein.
Ouf, so, das wars dann mal fuers erste.
Wenn du es bis hier geschafft hast und wirklich alles gelesen hast: Vielen Dank, ich freu mich, herzlichen Glueckwunsch! ;)
ich hoffe es war auch fuer nicht-Mediziner ueberwiegend verstaendlich. fuer Fragen bin ich jederzeit offen.
zum Schluss noch eine kleine Anekdote:
wir wurden gestern zum Essen ausgefuehrt, eine Spezialitaet der Region.
man nehme einen Plastikbecher und fuelle ihn mit: Nic-Nacs, Chips, Wurst, Kaese, Kaubonbons, fuele mit Sojasauce, Worcestersauce und Chililsauce auf und loeffele das ganze an einem Strassenstand. Mahlzeit!
Auf unserer Seite fiel auf Spanisch ein hoefliches "interessant" und auf deutsch "Puh, Oida... das schmeckt, wie wenn einer nach dem Filmabend seiner Kinder unterm Sofa wischt und das ganze dann mit Sauce wuerzt..."
wir wissen jetzt ei wenig genauer wie das hier mit Unterkunft und Betreuung funktioniert.
wenn wir in Oesterreich eine IFMSA-Famulatur machen wollen bewerben wir uns, zahlen einen Betrag an die AMSA (der im wesntlichen in unseren Etat einfliesst sowie fuer einen auslaendischen Studenten - Incoming - verwendet wird) und das wars.
Wenn Mexikaner ein Praktikum im Ausland machen wollen muessen sie vorher einen Studenten aus dem Ausland beherbergen, versorgen und betreuen. Danach erst koennen sie fort.
Deswegen wohnen wir jetzt in Juans Wohnung, deswegen kommen taeglich abwechselnd einer (oder mehrere) von 5 Studenten, fragen wie's uns geht, ob wir was brauchen, fahren fuer uns oder mit uns einkaufen und zahlen dann natuerlich.
Juan selber ist ein ganz netter Kerl. Bei den anderen weiss ich nicht ganz woran man ist. Allgemein ist die Situation fuer uns ein wenig unangenehm weil wir staendig irgendwie beobachtet werden, wenn wir einkaufen nicht selbststaendig einkaufen... besonders witzig, als wir Kleidung fuers Spital gekauft haben: einer der 5, nennen wir ihn Rodrigo (aber ich habe seinen Namen vergessen) ist mit uns durch ein Bekleidungsgeschaeft und Schuhladen gedackelt, hat fuer uns Hemden ausgesucht ud uns sogar an die Umkleide gebracht...
am Schluss haben wir dann noch nicht einmal was gefunden.
Entgegen der Berichte von Vorgaengern reichen unsere Scrubs naemlich nicht aus (die traegt man hier ausschliesslich im OP); die Aerzte und Studenten tragen entweder komplett weiss + Mantel inkl. weisse Schuhe, Residentes (Assistenzaerzte) zT auch Hemd, feine Hose, Krawatte und den Kittel drueber.
Ich habe mir jetzt Hemd und Hose gekauft, Schuhe und Mantel leihe ich mir von Juan. Insgesamt haetten wir sonst gute 100€ ausgegeben, so sind es immerhin 30.
Zur Famulatur:
Wir muessen von 7:00-13:00 bleiben, bislang sind wir aber meist bis 17:00 geblieben.
Gestern war aber gar nichts los, den ganzen Tag nur 6 Patienten, davon 2 schon seit MOntag.
Nachtdienste sind freiwillig, werden wir aber auf jeden Fall machen. evtl wechseln wir au7ch auf eine Nachmittags-schicht. bislang sind wir auf Zuschauen und fragen beschraenkt; wenn nichts los ist lesen wir im winzigen Aufenthaltsraum oder unterhalten uns mit dem Personal. hoffentlich duerfen wir demnaechst ein wenig mehr mitmachen; das Problem ist, dass in Culiacán ein sehr starker Dialekt gesprochen wird, sie verschlucken Konsonanten oder ganze SIlben und sprechen ausserdem enorm schnell. Das Verstaendnis wir dvon Tag zu Tag besser und unser medizinisches Spanisch ebenfalls, fuers erste warten wir aber noch ein wenig.
Zum Spital und Notaufnahme:
Wir arbeiten im Hospital Civil Culiacán; hier werden Leute behandelt die keine eigene Versicherung haben. Das heisst zwar nicht ausschliesslich, dass sie ganz arm sind; es kann auch sein, dass die Leute zB einen kleinen Laden oder Stand haben, also selbststaendig; sie haben dann aber eben keine Versicherung und muessen Arbeitsmaterial, UNtersuchungen und Behandlung selber zahlen. Viele Patienten sind aber auch wirklich arm und ohne Versicherung.
Ich weiss nicht wie viele Betten das SPial hat, ich schaetze 300-400.
Es stehen Ultraschall, CT und sogar ein MR zur Verfuegung, ausserdem ein 24h Labor, OPs und eine Intensiv.
Die NFA hat 12 Betten, davon ein "Schockraumbett" mit Beatmungsplatz; 1 EKG (waere bei uns vor ca 10 Jahren im Einsatz gewesen: kein Bildschirm, nur ein Streifen, Saugglocken, keine Filter...) und 2 oder 3 mobile Monitore.
Das Pesonal:
Vormitags sind 1 "equipo" "internos" anwesend, das ist eine Gruppe von 4 Studenten im 6. Jahr die VOllzeit im Spital arbeiten. Sie sind Turnusaerzten vergleichbar, verdienen aber nichts (also wie Turnusaerzte ^^).
Ausserdem 1-2 Residentes, das sind Assistenzaerzte; meist ein erfahrener im 3-4. Jahr (es sind bis zu 4 Jahre fuer ein Fach) und ein juengerer. Ausserdem 3 Pflegekraefte.
Nachmittags gehen 1 residente und das equipo, ein residente und ein interno bleiben fuer den Nachmittag und die Nacht, bis 8:00 morgens oder wie die anderen dann jew. bis nachmittags.
die internos wecheln alle 2 Monate das Fach; leider hat das alte equipo gestern aufgehoert, sie waren unglaublich nett und haben viel erklaert; das neue equipo scheint nicht so nett zu sein. :(
das ist der Grund warum wir nachmittags arbeiten wollen: dann stehen wir ihnen nicht im WEg und duerfen evtl. mehr machen.
Die Medizin:
generelle Unterschiede: der klinische Eindruck hat einen deutlich groesseren Stellenwert als bei uns, er zaehlt fast alles. Bildgebung wird nur in Sonderfaellen gemacht aber nur mit konkreter Fragestellung (nicht wie bei uns: Ultraschall nach dem Motto "schaun wir mal"). Labor wird schon oefters gemacht, seltsamerweise aber v.a. Chemie und kleines (oder grosses) Blutbild. CRP hab ich bislang nur einmal gesehen, BSG machen sie gar nicht.
Ausserdem arbeiten sie nicht sonderlich (nicht) steril. Sie versuchen es zT zwar, aber eher nach dem Motto "is doch eh immerhin ein bisschen steril"; Handschuhe werden eher selten verwendet (es gibt sie aber). Haende werden gewaschen und nicht desinfiziert. auch der Patient wird nur bei groesseren Eingriffen desinfiziert. abdecktuecher werden kaum bis nicht eingesetzt.
Ansonsten ist es aber erstaunlich wie gruendlich und effizient sie trotz der Situation der Patienten (schwere Erkrankungen + keine Versicherung) arbeiten.
Was wir bislang oft gesehen haben: akuter Bauch, Lungenentzuendung/ respiratorische Infekte, Diabetes (als Grunderkranknung mit allen seinen Folgen: Amputationen von mehreren Zehen, Neuropathie, Augenerkrankungen, kaputte Niere...), Steinleiden der ableitenden Harnwege; auch Schusswunden kamen nicht zu kurz: die erste war ein schuss (bei vorgebeugtem Oberkoerper) von seitl. Brustkorb, Niere, Zwerchfell, Milz, Projektil irgendwo in Blasengegend; die zweite 4 Einschuesse Arm, Hals, Brustkorb, Bauch.
Trotz hoher Inzidenz ist die Traumaversorgung ueberraschend chaotisch und schlecht (wenn auch recht zuegig - die Patienten kamen bislang innerhalb von 30 min in den OP).
ich glaube man bekommt hier schon eine ziemlich dicke Haut. die menschlichkeit bleibt bei den meisten Aerzten auf der Strecke.
Als wir bemerkten, dass bei einem beatmeten Patienten die BEatmungsmaschine deskonnektiert war und der Patient zo ueber mehrere Minuten nicht beatmet war, wir das schnell behoben und das Personal darauf hinwiesen wurde das nur mit einem Schulterzucken und einem "Hoppla" kommentiert.
Zur Sicherheitslage:
Klar, Culiacán ist sicher nicht als "sichere Stadt" zu bezeichnen. Aber ich habe den EIndruck, dass die exzessive Gewalt ein Motiv hat und sich nicht wahllos gegen Unschuldig richtet. Das Motiv scheint meist eine Fehde zu sein, sei es familiaerer Art oder der Konflikt der Drogenbanden. Insofern ist ein Risiko fuer uns als unbeteiligte zumindest kalkulierbar. Eben wie immer und ueberall: Cuidado, Augen offen halten, Vorsichtig sein.
Ouf, so, das wars dann mal fuers erste.
Wenn du es bis hier geschafft hast und wirklich alles gelesen hast: Vielen Dank, ich freu mich, herzlichen Glueckwunsch! ;)
ich hoffe es war auch fuer nicht-Mediziner ueberwiegend verstaendlich. fuer Fragen bin ich jederzeit offen.
zum Schluss noch eine kleine Anekdote:
wir wurden gestern zum Essen ausgefuehrt, eine Spezialitaet der Region.
man nehme einen Plastikbecher und fuelle ihn mit: Nic-Nacs, Chips, Wurst, Kaese, Kaubonbons, fuele mit Sojasauce, Worcestersauce und Chililsauce auf und loeffele das ganze an einem Strassenstand. Mahlzeit!
Auf unserer Seite fiel auf Spanisch ein hoefliches "interessant" und auf deutsch "Puh, Oida... das schmeckt, wie wenn einer nach dem Filmabend seiner Kinder unterm Sofa wischt und das ganze dann mit Sauce wuerzt..."
Mittwoch, 3. November 2010
Culiacán - update
aaalso. ich habe jetzt ein bisschen mehr Zeit, wenn auch diesmal nicht sonderlich viel. mal sehen wie weit ich komme. Um an den ersten bericht von hier anzuknuepfen:
Die Herrschaften der IFMSA hier sind ein wenig... spontan organisiert. Als wir wie angekuendigt in Culiacán ankamen und anriefen hiess es sie haetten fuer die Nacht jetzt doch keine Herberge (muessen sie auch nicht, aber sie hatten es zunaechst trotzdem zugesagt). Samstag auf Sonntag waren wir also in einem Hotel (dem bei weitem teuersten bisher).
Sonntags trafen wir nach 1h 40min warten schliesslich unsere Kontaktperson die uns mit dem Auto etwas halbherzig durch die Stadt kutschierte und uns die "Sehenswuerdigkeiten" zeigte. Im wesentlichen: Die Kathedrale die tatsaechlich ganz nett ist, der Aussichtspunkt und die obligatorische Riesen-flagge die in jeder mex. Stadt haengt sowie die oertliche Mall.
Wo wir jetzt wohnen:
ein mexikanischer Student scheint uns fuer einen Monat seine Wohnung (ein Stockwerk in so einer Art Doppelhaushaelfte) zu ueberlassen. und fuer diesen Moment auch seinen Computer, so dass ich kurz Mails checken kann - oh, und da ist er auch schon wieder. tja, dann ein andermal. :(
Die Herrschaften der IFMSA hier sind ein wenig... spontan organisiert. Als wir wie angekuendigt in Culiacán ankamen und anriefen hiess es sie haetten fuer die Nacht jetzt doch keine Herberge (muessen sie auch nicht, aber sie hatten es zunaechst trotzdem zugesagt). Samstag auf Sonntag waren wir also in einem Hotel (dem bei weitem teuersten bisher).
Sonntags trafen wir nach 1h 40min warten schliesslich unsere Kontaktperson die uns mit dem Auto etwas halbherzig durch die Stadt kutschierte und uns die "Sehenswuerdigkeiten" zeigte. Im wesentlichen: Die Kathedrale die tatsaechlich ganz nett ist, der Aussichtspunkt und die obligatorische Riesen-flagge die in jeder mex. Stadt haengt sowie die oertliche Mall.
Wo wir jetzt wohnen:
ein mexikanischer Student scheint uns fuer einen Monat seine Wohnung (ein Stockwerk in so einer Art Doppelhaushaelfte) zu ueberlassen. und fuer diesen Moment auch seinen Computer, so dass ich kurz Mails checken kann - oh, und da ist er auch schon wieder. tja, dann ein andermal. :(
Dienstag, 2. November 2010
culiacan - in der Notaufnahme
uns gibts noch! wir hatten einen sehr guem start.
wir wohne in einem eigenen Haeuschen relativ nah beim spital. das personal (wie ueberhaupt alle menschen hier)ist unglaublich nett und erklaert und fragt viel und ist sehr neugierig. leider haben wir keine Moeglichkeit ins internet zu gehen - wie gerade jetzt mit dem kindle ist unglaublich muehsam. wir muessen weiter nach einem internetcafe suchen.
wir verbringen im prinzip eine normale famulatur hier, stehen irgendwie auf dem Rang der mex. internos,aben aber alle freiheiten. wir koennen und werden hier glaube ich wirklich viel lernen; wir wurden auch nicht in unserer erwartung enttaeuscht: 1h nach Eintreffen schon die erste Schussverletzung. ;) auch was die sonstigen Krankheitsbilder angeht: iele schwere faelle.
allg. ist die stadt recht haesslich,was die sicherheitslage angeht kann ichs noch nicht so einschaetzen, in unserer unmittelbaren umgebung koennen wir uns aber auf jeden fall bewegen.
gestern und heut ist feiertag deswegen sind wir in Aktivitaeten, Einkaufsmglk. sehr eingeschraenkt.
allg. gehts uns also ganz gut,hoffen nur die freizeitgestaltung sowie die taetigkeiten im Spital noch ausbauen zu koe
bueno, so viel fuers erste. wir melden uns wieder wenn wir eine mglk. gefunden haben wo wir fuer eine text wie diesen keine 20 minbenoetigen.
saludos
wir wohne in einem eigenen Haeuschen relativ nah beim spital. das personal (wie ueberhaupt alle menschen hier)ist unglaublich nett und erklaert und fragt viel und ist sehr neugierig. leider haben wir keine Moeglichkeit ins internet zu gehen - wie gerade jetzt mit dem kindle ist unglaublich muehsam. wir muessen weiter nach einem internetcafe suchen.
wir verbringen im prinzip eine normale famulatur hier, stehen irgendwie auf dem Rang der mex. internos,aben aber alle freiheiten. wir koennen und werden hier glaube ich wirklich viel lernen; wir wurden auch nicht in unserer erwartung enttaeuscht: 1h nach Eintreffen schon die erste Schussverletzung. ;) auch was die sonstigen Krankheitsbilder angeht: iele schwere faelle.
allg. ist die stadt recht haesslich,was die sicherheitslage angeht kann ichs noch nicht so einschaetzen, in unserer unmittelbaren umgebung koennen wir uns aber auf jeden fall bewegen.
gestern und heut ist feiertag deswegen sind wir in Aktivitaeten, Einkaufsmglk. sehr eingeschraenkt.
allg. gehts uns also ganz gut,hoffen nur die freizeitgestaltung sowie die taetigkeiten im Spital noch ausbauen zu koe
bueno, so viel fuers erste. wir melden uns wieder wenn wir eine mglk. gefunden haben wo wir fuer eine text wie diesen keine 20 minbenoetigen.
saludos
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